Ferien - Den Reutlinger Aktivitätsspielplatz gibt es seit 37 Jahren. Und fast so lange gibt es das Akti-Sommerfest
Feierstimmung trotz Sorgenfalten
Von Andreas Dörr
REUTLINGEN. »Das ist schon toll, was aus dem Akti geworden ist«, sagt Gertrud Freudenreich beim Blick auf Klettertürme, Hütten, Feuerstelle und Stallungen. Seit Anfang an steht die Ehrenvorsitzende an der Spitze eines Vereins, der seit 37 Jahren am Dietweg zwischen Orschel-Hagen und Storlachsiedlung logiert und der am Samstag einmal mehr ein Sommerfest feierte. »Das wievielte, weiß ich nicht. Über 30 waren es bestimmt«, sagt Gabi Schickhardt, die neben Wolfgang Rätz und Udo Pomper zum Vorstand des Aktivitätsspielplatzes zählt.
Auch Zwergschafe leben auf dem Akti. Spielplatzleiterin Gabi Schickhardt weiß um den pädagogischen Wert der Tiere.
FOTO: Andreas Dörr
Auf dem Grill schmurgeln Rote, andere delektieren sich an der ungarischen Gulaschsuppe von Miklos, der dem Akti seit Jahren bei größeren und kleineren Veranstaltungen als Koch zur Seite steht. Vor dem Haupthaus haben Kinder und Betreuer - neben Schickhardt und Pomper arbeiten eine Praktikantin, ein Zivi und zwei Honorarkräfte auf dem Platz - eine Theke aufgebaut. Kinder haben am Vortrag Kuchen gebacken und auch Eltern steuern Süßes zur Kaffeetafel bei. Annähernd hundert Gäste werden bis zum frühen Abend auf den Akti kommen.
»Die Sommerferien waren durchwachsen«, sagt Schickhardt. »In diesem Jahr kamen nicht so viele Kinder wie üblich.« Woran liegt's? »Ich weiß es nicht genau. Drei Gründe kommen in Frage: das schlechte Wetter; der Ramadan, durch den einige Kinder vom Spielplatzbesuch abgehalten werden und die Konkurrenz zu Ferienangeboten, die anders strukturiert sind.« Im Klartext: Das offene Angebot des Akti könnte laut Schickhardt manche Eltern abschrecken. »Ihnen ist vielleicht ein fest vorgegebener Rahmen lieber. Dabei ist es doch toll, wenn Kinder ihren Nachmittag selbst gestalten können.« Mehr Sorgen als offene oder feste Programmpunkte macht Schickhardt die städtische Finanzkrise. »Ich weiß nicht, was wird, wenn unser Etat gekürzt wird.« Schon heute gehe das Geld null auf null auf. Sollte im nächsten Jahr aufgrund der Wehrdienstreform darüber hinaus die Zivildienststelle wegfallen, werde es womöglich eng. (GEA)