Fest - Rund 160 Besucher feierten im katholischen Gemeindezentrum den Heiligabend zusammen mit Fremden

Ersatzfamilie statt Zufluchtsort

VON JÜRGEN MEYER

REUTLINGEN. An keinem anderen Fest rückt die Familie so sehr in den Mittelpunkt wie an Weihnachten. Wenn man denn noch eine hat oder eine, die keine Brüche aufweist. Für alle, die das Bedürfnis haben, am Heiligen Abend - den für in einem christlichen Umfeld aufgewachsenen Menschen emotionalsten aller Tage - nicht alleine zu sein, gibt es in Reutlingen seit 13 Jahren die Möglichkeit, ihn zusammen mit anderen zu verbringen.

ussische Bläser eröffnen den Heiligen Abend für nicht mehr Alleingebliebene. FOTO: MEYER
ussische Bläser eröffnen den Heiligen Abend für nicht mehr Alleingebliebene. FOTO: Jürgen Meyer
Die Aktion »Heiligabend gemeinsam feiern« bietet weniger einen Zufluchtsort, sondern viel eher eine Ersatzfamilie. Gewissermaßen eine Patchworkfamilie auf kurze Zeit. In diesem Jahr haben der Diakonieverband und die evangelischen und katholischen Gesamtkirchengemeinden wieder dreißig Ehrenamtliche mobilisiert, die sich um die Gäste kümmerten.

Zu der dreistündigen Feier waren Alleinstehende, Singles, Menschen mit Handicap, aber auch Familien und Paare eingeladen, die sich gerne mit fremden Menschen umgeben. Carola Schwerttner vom Organisationsteam freute sich ungemein, dass über 130 Besucher in das Augustin-Bea-Haus gekommen waren.

Im frisch renovierten Zentrum der katholischen St.-Wolfgang-Gemeinde gastierte die Aktion zum ersten Mal. »Leider konnten wir wegen des eingeschränkten Platzangebots nicht alle Anmeldungen berücksichtigen.«

Was aber nicht heißt, dass am Heiligen Abend jemand vor die Türe gesetzt wurde - man rückte einfach zusammen. Mar-ianne Kopittke und Gisela Kühne zogen sich mit den Kindern der Besucher sowieso in einen Nebenraum zurück. Den festlichen Auftakt machte wie jedes zweite Jahr das russische Bläserquintett St. Petersburg. Die fünf professionellen Musiker spielen in ihrer Heimat in verschiedenen Orchestern und touren in der Weihnachtszeit durch die Lande, um sich mit den Auftritten ein Zubrot zu ihrem kargen Gehalt zu verdienen.

Womit wir bei den Spendern des Festabends wären. Da ist der »GEA-Leser helfen«-Verein, die Caritas-Stiftung, aber auch der Starkoch Simon Tress. Der hatte in seinem Gasthaus Rose in Ehestetten erneut ein Weihnachtsmenü vorgekocht und es direkt für die festliche Tafel angeliefert.

Die Kerschensteinerschüler hatten Süßigkeiten gebacken und zahlreiche Spender sorgten für die kleinen Geschenkpakete. Fröhliche Weihnachtslieder erklangen an den Tischen, Monika Weingärtner las aus dem Lukas-Evangelium - und wer so recht in Stimmung war, der konnte nach dem Ende des Festes auch noch die Christmette in der St.-Wolfgang-Kirche besuchen. (GEA)

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