Auszeichnung - Preisträger des Umweltwettbewerbs des Landkreises und der Kreissparkasse Reutlingen geehrt

Engagement mit Vorbildfunktion

REUTLINGEN. Die Preisträger des Umweltwettbewerbs 2012 im Landkreis Reutlingen stehen fest. Sie wurden im Rahmen einer Feierstunde im Reutlinger Landratsamt geehrt. Preisgelder in Höhe von 9 700 Euro wurden vergeben. Landrat Thomas Reumann und Eugen Schäufele, Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Reutlingen, zeichneten im großen Sitzungssaal herausragende Projekte des Natur- und Artenschutzes, des Umwelt- und Klimaschutzes, der Regionalvermarktung und des »sanften Tourismus« und der Umweltpädagogik aus.

Landrat Thomas Reumann lobte die pfiffigen Ideen der Teilnehmer. FOTO: NIETHAMMER
Landrat Thomas Reumann lobte die pfiffigen Ideen der Teilnehmer. FOTO: NIETHAMMER
Eine Jury aus Kreisräten und Naturschutzexperten musste aus 39 Wettbewerbs-Beiträgen auswählen. »Kriterien für die Auswahl waren Vorbildfunktion, Nachhaltigkeit, Übertragbarkeit, Modellcharakter, Kontinuität, Ideenreichtum und Originalität«, sagte Thomas Reumann, der allen, die am Wettbewerb teilnahmen, eine »hohe Vorbildfunktion« attestierte.

»Ich bin fasziniert vom Einfallsreichtum der Menschen«
 

Für seine »ehrenamtliche Initiative zum Erhalt des Nachthimmels« erhält das Projekt Sternenpark Schwäbische Alb einen 1. Preis, der mit 1 500 Euro dotiert ist. Im Mittelpunkt steht der Erhalt der natürlichen Nachtlandschaften auf der Alb. Hobbyastronomen und Naturschützer hatten das Projekt 2011 gegründet. Es ist hauptsächlich eigenfinanziert und wird durch Spenden unterstützt. Mit der Ausstellung »Der Sternenhimmel über der Schwäbischen Alb und der richtige Umgang mit Licht« informierte die Initiative »umfangreich zum Thema Lichtverschmutzung und kläre auf, was Kommunen und jeder Einzelne tun kann«, so die Jury.

Auch Baumwart Georg Lamparter steht auf dem obersten Treppchen. Und auch er erhält 1 500 Euro. Der 84-Jährige setzt sich für den Erhalt der Grabenstetter Streuobstwiesen ein. Seine erste Niederstammanlage hatte er bereits 1949 mit 150 Bäumen gepflanzt.

Aus beruflichen Gründen konnte er sich erst mit Beginn des Ruhestands, Anfang der 90er-Jahre, wieder dem Obstbau zuwenden. »Jedes Jahr gehen Obstbäume aus Altersgründen verloren. Deshalb ist eine Nachpflanzung wichtig. In meinem Leben habe ich Hunderte von Obstbäumen gepflanzt. Bäume pflanzen ist eine Lieblingsbeschäftigung von mir. Deshalb möchte ich Bäume pflanzen bis an mein Lebensende«, begründet Georg Lamparter sein Engagement - ein Engagement, das preiswürdig ist.

Mit einem zweiten Preis (1 000 Euro), wurde der Obst- und Gartenbauverein Altenburg ausgezeichnet. Die Vereinsmitglieder hatten sich um die Wiederherstellung einer verwilderten Streuobstwiese und deren Ausbau zu einer Schul- und Musterstreuobstwiese gekümmert. 2006 wurde die Pflege vom Obst- und Gartenbauverein Altenburg übernommen.

Seither werden zusammen mit den Schülern der Altenburger Grundschule die Äpfel geerntet und zum Mosten gebracht. 500 bis 600 Liter Apfelsaft werden alljährlich der Grundschule zur Verfügung gestellt.

»Jedes Jahr gehen Obstbäume aus Altersgründen verloren«
 

Mit einem 2. Preis und ebenfalls 1 000 Euro wurde der Albverein Betzingen honoriert. Er erhält die Auszeichnung für Anlage und Erhalt eines Feuchtbiotops im Guckental. 1990 stellte die Stadt Reutlingen der Ortsgruppe ein etwa 30 Ar großes Feuchtwiesengrundstück im Guckental zur Verfügung.

Über Jahre konnte durch Renaturierungsmaßnahmen ein abwechslungsreiches Feuchtbiotop mit Tümpeln, Wasserlöchern und Feuchtwiesen umgeben von Büschen und Bäumen geschaffen werden, das vielen seltenen Arten zur Heimat geworden ist. Der Pflegeaufwand für das Feuchtbiotop liegt heute pro Jahr bei annähernd 150 Stunden.

Und noch einen zweiten Platz hat die Jury vergeben. Er geht an die Gustav-Mesmer-Realschule in Münsingen. Das Thema der Schüler: »Wir haben die Zukunft in der Tasche«. Für eine von der Schülermitverwaltung veranstaltete Ausstellung zum Thema Nachhaltigkeit beschäftigten sich alle Klassen der Schule an drei Kompakttagen mit ihrem Beitrag.

Die Klasse 6 c diskutierte die Rohstoffproblematik und überlegte, auf welche »nicht-nachhaltigen« Dinge aus endlichen Rohstoffen man am leichtesten verzichten könnte.

Ihr Ergebnis: das Wegwerfprodukt Plastiktüte. Für die Ausstellung legten sie ein Bild aus 81 Baumwolltaschen mit dem Schriftzug »Wir haben die Zukunft in der Tasche« und gestalteten während der Kompakttage 250 Taschen.

Drei dritte Preise in Höhe von jeweils 600 Euro gingen an die Uhlandschule in Metzingen-Neuhausen, für die Herstellung von Walnussöl, an die Uhland-Grundschule in Pfullingen für ein Holzbackofenprojekt und an die Reutlinger Waldwichtel. Sie hatten ein Wildbienen- und Insektenhotel gebaut.

Darüber hinaus gab es zwei Sonderpreise in Höhe von jeweils 500 Euro: zum einen für die Alb Guides, die vom Regierungspräsidium Tübingen und Romina Mineralbrunnen unterstützt werden. Im Rahmen dieses Projektes werden Natur-Erlebnistage für Schulen organisiert.

Zum anderen für den Verein Sonnen-Energie Neckar-Alb für diverse Projekte im Umwelt- und Klimaschutz.

ANERKENNUNGSPREISE FÜR DIVERSE PROJEKTE

Die Jury vergab auch mit jeweils 100 Euro dotierte Anerkennungspreise:

An den Verein Waldwichtel Eningen, wo Kinder selbst Brennholz hergestellt hatten; an den evangelischen Kindergarten Honau für das Anlegen eines Nutzgartens; für die Uhlandförderschule Pfullingen, die einen Schulgarten angelegt hatte; die Umwelt-AG des Johannes-Kepler-Gymnasium Reutlingen , die sich intensiv den Themen Lebensmittel/Umweltschutz und Energiesparen gewidmet hatte; die Reutlinger Designerin Elke Pikkemaat für das Gestaltungsprinzip »reDesign dich - atme durch«, bei dem Altkleider, Produktionsausschüsse, kurz Dinge, die übrig sind, verarbeitet werden; an Rolf Dieter Mohl von »RMT Engineering« aus Reutlingen für die Erfindung der »Energie Wind Profile EWP«, bei dem die an hohen Baukörpern herrschenden Wind- und Strömungspotenziale zur Energienutzung genutzt werden; an Doris Wildner aus Pfullingen für ihr »Gartenkonzentrat« in der Stadtmitte von Pfullingen, wo sie auf kleinstem Raum in ihrem Garten ein eigenes »innerstädtisches Biosphärengebiet« verwirklicht hat; an den Dettinger Jungimker und Schüler Marvin Keinath , der eine Bienenquiztafel im Wahlpflichtfach Wirtschaftslehre und Informatik gebaut hat; und schließlich an die beiden Riedericher Schüler Robin Allgaier und Marius Schmid , die ein Wildbienenhaus gebastelt haben. (eg/GEA)



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