Stadtentwicklung - Die »Obere Wässere« wächst: Die Deutschland-Zentrale von Clarks zieht in die Albstraße, Verhandlungen mit einem Elektronik-Fachmarkt laufen
Ein Projekt ums andere
Von Roland Hauser
REUTLINGEN. Zwölf Einzelvorhaben sind auf einer großen Wandkarte in Willi Schöllers Besprechungszimmer skizziert und vermitteln so einen Gesamteindruck vom Umfang der »Kernstadterweiterung Süd/Obere Wässere«, an deren Umsetzung Schöller & Partner seit 1989 arbeiten. Die Projekte 1 bis 7 sind abgehakt, Bauabschnitt 8 so gut wie: Das Mitte Juni in Betrieb genommene Gebäude an der Echaz, zwischen Parkhaus und »Da Piero«, ist mit seinen 3 700 Quadratmetern Gesamtfläche laut Schöller »zu hundert Prozent verkauft und vermietet« und wird derzeit »vollends bezogen«.
Während der Neubau neben dem Parkplatz (Projekt 8) vollends bezogen wird, laufen die Vorbereitungen für Willi Schöllers nächste Projekte in der Oberen Wässere.
FOTO: Manfred Grohe
Vorarbeiten laufen
Unterdessen laufen an der Albstraße 16 bis 18 auf Höhe der Bushaltestelle, die verlegt wird, erste Vorarbeiten für Projekt Nummer 9 - ein Neubau mit Läden im Erdgeschoss sowie Büros und Praxen in den oberen Etagen.
Die Hälfte der insgesamt 2 000 Quadrameter sei bereits vermietet, freut sich Investor Schöller, bei dem die Interessenten, so scheint's, Schlange stehen: Weil sie im achten Baubschnitt nicht mehr unterkam, wird die von Wiesbaden nach Reutlingen umgesiedelte Deutschland-Zentrale von »Clarks« - nach eigenen Angaben die »Schuhmarke No. 1 auf der Welt« - in den Albstraßen-Neubau ziehen (vergl. Wirtschaftsteil). Baubeginn soll im September sein.
Magnet fürs ganze Umfeld
Um den zehnten Bauabschnitt zu ermöglichen, läuft seit März 2009 eine Bebauungsplan-Änderung für die Kernstadterweiterung Süd; den Entwurf hat der Gemeinderat jüngst mehrheitlich zur öffentlichen Auslegung freigegeben (siehe nebenstehenden Artikel). Auf dem derzeit als provisorischer Parkplatz genutzten Grundstück an der Seestraße soll unter Einbeziehung der Grundstücke Albstraße 20 und 22 ein großflächiger Gebäudekomplex mit zwei durchgehenden Verkaufsgeschossen enstehen. Im gegenüber der Albstraße zurückversetzten dritten Stock sind weitere Büro-Räume oder Praxen vorgesehen.
Das Eckhaus Albstraße 24 sei in Privatbesitz und nicht Bestandteil des Plangebiets, betont Willi Schöller, das angrenzende Haus Nummer 22 werde abgerissen, das in Teilen denkmalgeschützte Gebäude Albstraße 20 integriert.
Mieter der rund 3 000 Quadratmeter Verkaufsfläche soll, wie bereits berichtet, ein Elektronik-Fachmarkt werden; SPD-Stadträtin Edeltraut Stiedl sprach in der Gemeinderatssitzung von einem »Magneten« für das gesamte Umfeld einschließlich der Markthalle und bezeichnete Schölllers Stadtentwicklungskonzept als beispielhaft. Mit einem Handelsunternehmen laufen nach Willi Schöllers Angaben »intensive Gespräche«, es gebe aber auch noch andere Interessenten.
Auch der Investor verspricht sich von dem Elektronik-Markt mehr Zulauf für die im November 2007 eröffnete Markthalle - das »Herzstück« (Schöller) der Oberen Wässere. Auch wenn mittlerweile der zweite Markthallen-Wirt, der Bad Uracher Gastronom Christian Schmid, das Handtuch warf, weil die Auslastung des Restaurants zu schwach war, berichtet Willi Schöller von einer leichten, aber stetigen Zunahme der Umsätze, die praktisch alle Händler verzeichneten.
Weitere Stände
Das Restaurant bleibt nun zum Atrium hin geschlossen, in die Räume zieht ein Lieferservice für Pizza »mit einigen Stehtischen« und einem Zugang nur von außen. Im Innern der lichtdurchfluteten Halle will Schöller baldmöglichst »drei bis fünf weitere Stände unterbringen«, um die Angebotspalette zu erweitern. Er ventiliert Möglichkeiten in den Sparten Blumen, Feinkost, Oliven und Kiosk. Fest steht, dass es eine kleine Postagentur geben wird. (GEA) Seite 41