Jubiläum - Für viele unverzichtbar, leistet das DRK im Ortsverein Reutlingen seit 125 Jahren gute Dienste

DRK Reutlingen nach 125 Jahren sehr lebendig

Von Christoph B. Ströhle

REUTLINGEN. Barbara Bosch bekleidet bekanntlich mehrere Ämter, und so sprach sie am Samstag beim Festakt aus Anlass des 125-jährigen Bestehens des Ortsvereins Reutlingen des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in gleich zwei Funktionen, in zwei »sauber getrennten Reden«, wie sie betonte, zu den fast 200 geladenen Gästen, darunter viele Ehrenamtliche.

Ensemblemitglieder des Reutlinger Naturtheaters gaben der DRK-Jubiläumsfeier am Samstagabend mit Musik und Tanz einen heiteren Rahmen.
Ensemblemitglieder des Reutlinger Naturtheaters gaben der DRK-Jubiläumsfeier am Samstagabend mit Musik und Tanz einen heiteren Rahmen. FOTO: Christoph B. Ströhle
Als Reutlingens Oberbürgermeisterin überbrachte sie Dank, Respekt und Anerkennung der Stadt für die im Dienste der Mitmenschlichkeit geleistete Arbeit. Als Vizepräsidentin des DRK-Landesverbands skizzierte sie künftige Aufgaben und Herausforderungen der Hilfsorganisation und würdigte den Ortsverein Reutlingen mit der Überreichung der Henry-Dunant-Plakette für langjährige Verdienste und besondere Leistungen fürs Rote Kreuz. Paul Mohl, der seit über 50 Jahren im DRK aktiv ist und den Ortsverein seit 1997 leitet, nahm die Auszeichnung im Ortsvereinszentrum in der Lederstraße entgegen.

Junge Ensemblemitglieder des Reutlinger Naturtheaters gaben der Jubiläumsfeier mit musikalischen und tänzerischen Darbietungen einen heiteren Rahmen. Für Abwechslung sorgten zudem André Brunet mit Comedy-Zauberei und Raimund Vollmer, der mit Beamer und Leinwand Fotos vergangener Jahrzehnte zum Tanzen brachte.

Verlässlicher Partner

Auch die übrigen Grußredner fanden anerkennende und lobende Worte. Der DRK-Ortsverein, mit dem die Zusammenarbeit hervorragend klappe, sei »ein fester Bestandteil in der Gefahrenabwehr, auf den wir nicht verzichten wollen und auch nicht verzichten können«, unterstrich im Namen der Reutlinger Hilfsorganisationen der stellvertretende Feuerwehrkommandant, Adrian Röhrle.

Der Ortsverein sei ein »verlässlicher Partner, wenn es darum geht, Sanitätsdienste zu leisten, Erste-Hilfe-Kurse anzubieten oder Blutspendedienste durchzuführen«, sagte der DRK-Kreisvorsitzende Dieter Hillebrand. »Wir als Kreisverband sind stolz auf unsere Ortsvereine und Bereitschaften, deren ehrenamtliches Wirken oft menschliche Not gelindert hat.« Es sei »heute um einiges schwieriger geworden, Menschen für diese Arbeit zu gewinnen«, meinte Kreisbereitschaftsleiterin Christiane Voss. Die Aufgaben in einem Ortsverein seien »vielfältig und zeitintensiv, aber auch spannend. Jeder kann für sich selber etwas mitnehmen: durch die Aus- und Fortbildung, durch das Miteinander in der Rotkreuzfamilie und nicht zuletzt durch ein Lächeln von einem Menschen, dem geholfen werden konnte«.

Gewinn für die Gesellschaft

Die stellvertretende Kreisjugendleiterin, Katrin Reiber, erinnerte daran, dass der Ortsverein Reutlingen zu Beginn des Jugendrotkreuzes federführend dabei war. Heute gibt es 18 Jugendgruppen im Landkreis. Es sei erfreulich zu sehen, dass viele ehemalige Jugendrotkreuzler mittlerweile Führungspositionen übernommen haben, sagte Reiber.

»Unsere Aufgabe im Roten Kreuz ist es nicht nur, anderen Menschen zu helfen und uns dafür auszubilden, sondern auch, auf allen Hierarchiestufen, nicht zuletzt hier vor Ort, den Menschen Gründe zu geben, damit sie beim Roten Kreuz mitmachen«, erklärte Barbara Bosch: »Nur Rotkreuzhelfer, die mit Begeisterung von ihrem Engagement berichten, werden andere überzeugen und mitreißen können.«

Die DRK-Landesverbands-Vizepräsidentin rief außerdem dazu auf, an einer interkulturellen Öffnung der Organisation mitzuwirken, die sicherlich Zeit brauche, aber ein »Gewinn für uns selbst, für unseren Verband und die Gesellschaft« sein könne. Letztlich gehe es darum, »Brücken zwischen den Generationen und hin zu unseren ausländischen Mitbürgern zu bauen«, sagte sie.

Der DRK-Ortsverein wurde am 28. Januar 1887 als Sanitätskolonne Reutlingen gegründet, weil ausgebildete Sanitäter fehlten. Heute umfasst der Verein rund 6 000 fördernde Mitglieder, 71 Helfer sind aktiv tätig. Nach wie vor baut die Organisation auf das Ehrenamt und ist auf Spenden angewiesen. (GEA)



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