Grüne und Unabhängige - Spitzenpersonal und Buck-Nachrücker Gampe präsentieren die »neue« grüne Ratsfraktion

Die Zukunft der grünen Reutlinger Ratsfraktion ist weiblich

VON ANDREA GLITZ

REUTLINGEN. Dass Damen dominieren beim Pressetermin einer Gemeinderatsfraktion, ist in Reutlingen eher ungewöhnlich. Wenn das so weitergeht, brauchen die Reutlinger Grünen bald einen Männerbeauftragten. Mit Gabriele Janz als Fraktionssprecherin und Susanne Müller als ihre Stellvertreterin stehen nun gleich zwei Frauen an der Spitze der hiesigen Grünen und Unabhängigen.

Aufkeimendes Bedauern sollte sich in Grenzen halten: Die Fraktion ist die Einzige im Gemeinderat, die überhaupt eine Frau an der Tête hat. Alle anderen haben nur Stellvertreterposten fürs schöne Geschlecht übrig, die FWV verzichtet gleich ganz auf weibliche Unterstützung in ihrem Olymp.

Hans Gampe nahm die neue Damendominanz   gelassen hin: Betonte das grüne Spitzenduo Gabriele Janz (rechts) und Susanne Müller doch, dass man auf  Kooperation setzt.
Hans Gampe nahm die neue Damendominanz gelassen hin: Betonte das grüne Spitzenduo Gabriele Janz (rechts) und Susanne Müller doch, dass man auf Kooperation setzt. FOTO: Markus Niethammer
Vier Frauen, drei Männer in der Fraktion: Dass die grüne Spitze jetzt männerfrei ist, sei schon rein rechnerisch vertretbar, erläuterte Gabriele Janz.

»Mit der CDU flutscht es halt«
 

Was wird jetzt anders nach dem Ausscheiden von Rainer Buck, der über Jahrzehnte eine dominierende Figur in der Ratsfraktion war? Bei der Pressekonferenz stellte das Damen-Duo zusammen mit Buck-Nachrücker Hans Gampe, der am Dienstag den ersten Arbeitstag im Gemeinderat hatte, weniger seine Ziele vor als vielmehr, wie sie diese erreichen möchten: durch mehr Kooperation. »Wir wollen noch stärker im Team arbeiten, Aufgaben und Zuständigkeiten mehr verteilen und alle beteiligen - auch im kommunalen Arbeitskreis«, sagte Janz.

Den interfraktionellen Austausch möchte man intensivieren - auch um die Position des Rats zu stärken und »der Verwaltung etwas entgegenzusetzen«, wie die Sprecherin betonte. Man sei dabei offen für alle. Besonders für die Christdemokraten, mit denen die Grünen in letzter Zeit auffallend oft anbandeln? »Mit der CDU flutscht es halt«, erläuterte Susanne Müller. »Da weiß man, wo man dran ist.« Die Grünen wollen auch anregen, dass die regelmäßigen Fraktionsspitzengespräche wieder eingeführt werden.

Enger vernetzen will sich die Fraktion mit bürgerschaftlichem Engagement. Überhaupt findet man, dass lokale Kompetenz und Kreativität viel zu wenig angezapft und genutzt werden von Politik und Verwaltung. Letztere verstehe unter Bürgerbeteiligung oft nur eine Anhörung, so der Eindruck in der Fraktion.

Susanne Müller zog eine kurze Bilanz grünen Wirkens in der aktuellen Amtsperiode. Auf die Fahne schreibt man sich voran allem, dass es nun vorangehe mit dem Radverkehr, ein Thema, das Müller sehr am Herzen liegt. Beim Masterplan habe man die Verwaltung »vor sich hergeschoben«. Unterdessen machten die anderen Fraktionen mit, was die Grünen als Erfolg begreifen, nicht als Themenklau.

Mehr Transparenz zu schaffen, sei nicht gelungen, beklagte Susanne Müller. Obwohl die Gemeindeordnung längst mehr Öffentlichkeit zuließe, haben die Reutlinger Räte mehrheitlich gegen öffentliche Vorberatungen in den Ausschüssen votiert. Nur die Linken waren mit den Grünen für die Öffnung. »Alles Wichtige wird in Reutlingen weiter nicht öffentlich diskutiert«, rügte Müller und versprach. »Wir nehmen das wieder in unserer kommendes Wahlprogramm auf.«

Hans Gampe bekam die neue Frauenpower gleich zu spüren: Dass er kaum zu Wort kam, ertrug der 68-Jährige mit dem gebotenen Humor. Er verfügt unter anderem als grüner Kreisrat und aktives GEW-Mitglied über vielfältige (kommunal)-politische Erfahrung. Im Verwaltungs- und Kulturausschuss soll der ehemalige Berufsschullehrer an der Theodor-Heuss-Schule fachliche Kompetenz mit einbringen. (GEA)

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