Stadtentwicklung - Die »Spielraumentwicklung« in Orschel-Hagen geht in die nächste Runde. Siegerentwurf vorgestellt

Das grüne Herz der Gartenstadt

VON ANDREAS DÖRR

REUTLINGEN. Der Aufforderung, bei der Neugestaltung der Spielplätze in Orschel-Hagen mitzuwirken, sind die Gartenstädter schon im Oktober 2015 nachgekommen. Bei dieser Auftaktveranstaltung zur »Spielraumentwicklung« wurde erstmals öffentlich eruiert, wie die Spielplätze des Stadtteils künftig aussehen sollen.

FOTO: Markus Niethammer
»Das war ein beispielhafter Prozess«, sagte gestern Erste Bürgermeisterin Ulrike Hotz bei der Präsentation eines Siegerentwurfs, der sich mit der Neugestaltung des »Alten Friedhofs«, eines angrenzenden Spielplatzes, des Ententeichs und des »Wäldles« beschäftigt. Der Entwurf wurde im Rathausfoyer im Vorgriff auf die Sitzung des Bau-, Umwelt- und Verkehrsausschusses der Öffentlichkeit gezeigt.

Etliche der 13 Spielplätze in Orschel-Hagen sind in die Jahre gekommen. Sämtliche Spielplätze wurden damals einer ersten Prüfung unterzogen. Mittlerweile sind die Planungen etliche Schritte weiter. Es wurden Prioritäten für die Sanierung der Spielplätze festgelegt. Der Spielplatz Esslinger Straße, also der ehemalige Spielplatz Frankfurter Straße, und der direkt daneben befindliche »Alte Friedhof« wurden im Masterplan als wichtige Spiel- und Aufenthaltsorte in Orschel-Hagen eingestuft. Im Haushaltsplan 2017/2018 sind die erforderlichen Mittel für die Umsetzung weiterer Maßnahmen zur Verbesserung der Spielmöglichkeiten und Grünanlagen in Orschel-Hagen eingestellt.
»Es ist ein gutes Verfahren, das hier umgesetzt wurde«
 

»Um dem Ort gerecht zu werden und das überzeugendste Konzept für die Umgestaltung zu finden, gab es im vergangenen Oktober eine Auslobung für eine Mehrfachbeauftragung, bei der (-) Landschaftsarchitekturbüros aufgefordert wurden, ein Vorentwurfskonzept (-) sowie den konkreten Realisierungsteil zu erarbeiten«, heißt es in einer Mittelungsvorlage, die am Dienstag im Bau-, Verkehrs- und Umweltausschuss zur Sprache kam.

Anfang Februar tagte das Auswahlgremium. In diesem Gremium saßen sowohl Vertreter der Stadtverwaltung als auch externe Fachgutachter und Vertreter unterschiedlicher örtlicher Interessensgruppen, zum Beispiel der Interessengemeinschaft Einkaufen und Leben in Orschel-Hagen (Igeloh) sowie Senioren und Vertreter des Jugendhauses. Gewonnen hat das Architekturbüro Lintig + Sengewald aus Reutlingen. »Die Maßnahmen gründen sich auf den Wünschen und Bedürfnissen derer, die dort wohnen. Also auf die der Orschel-Hagener«, sagte Landschaftsarchitektin Susanna Hirzler.

Entscheidend sei die Frage gewesen, wie sich die grüne Mitte Orschel-Hagens weiterentwickelt, sagte Annette Sinz-Beerstecher. Auch sie ist Landschaftsarchitektin und auch sie ist vom Siegerentwurf überzeugt. So soll der Entenweiher, den die Gartenstädter liebevoll »das Seele« nennen, als Ruhezone bestehen bleiben. Die ehemalige Spielfläche, wo früher Tischtennis gespielt wurde, wird mit der Wasserfläche verbunden und soll zum Regenerationsbereich für den See werden. Für Spiel und Spaß bleibt an anderer Stelle Platz, weil beispielsweise das Kunststoffspielfeld bei der Schillerschule um ein Beachvolleyballfeld erweitert werden soll.

Den Räuberwald, also das »Wäldle« beim Heizwerk, hat das Architekturbüro Lintig + Sengewald in die Neugestaltung einbezogen. In den Randbereichen werden Sitzbereiche geschaffen und der Wald wird gelichtet. Das gilt auch für den »Alten Friedhof«. Im zentralen Bereich wird der Gehölzbestand stark zurückgeschnitten. Dadurch wird die Fläche hell und freundlich. Ein Rasen im Zentrum des Friedhofs soll ein Ort der Begegnung werden.
»Die Orschel-Hagener haben sich nicht umsonst bemüht«
 

Auch die Einmündungen zur Esslinger- und Heilbronner Straße hatten die Planer im Blick. Der Querschnitt der Straße wird reduziert beziehungsweise rückgebaut. Summa summarum handle es sich um ein sehr tragfähiges Konzept, das auch in 20 Jahren eine Neugestaltung möglich macht, »ohne dass die grundsätzliche Struktur verändert werden muss«, sagte Annette Sinz-Beerstecher. Mit 280 000 Euro schlagen die Maßnahmen zu Buche.

Die Entwürfe sind noch bis zum 28. März im Rathausfoyer zu sehen. Im Anschluss wird der Siegerentwurf in Orschel-Hagen gezeigt. Der Baubeginn ist für Anfang 2018 geplant.

Dass die Mitglieder des Bau-, Verkehrs- und Umweltausschusses mit den Plänen überaus zufrieden sind, wurde in der Sitzung am Dienstag schnell deutlich. Vor allem die Orschel-Hagener Edeltraut Stiedl (SPD) und Jürgen Fuchs (FWV) gerieten förmlich ins Schwärmen.

»Was uns ganz arg gefällt, ist, dass die Anregungen, die aus der Bürgerschaft gekommen sind, ist eigentlich alles irgendwo mitaufgenommen worden – und zwar zufriedenstellend«, sagte Edeltraut Stiedl. »Die Orschel-Hagener haben sich nicht umsonst bemüht.«

Jürgen Fuchs knüpfte an: »Es ist ein gutes Verfahren, das hier umgesetzt wurde.« Er sprach von einer ganz respektablen Planung, die mit viel Fingerspitzengefühl das Ganze aufgenommen hat. »Das ist ganz toll und gefällt mir riesig.« Eine Bitte hatte er auch noch: Dass für den Spielplatzbereich auch Seniorengeräte vorgesehen werden. Das werde sicherlich nachgefragt. »Wir sind sicherlich auf einem guten Weg«, sagte Andreas vom Scheidt (CDU), zumal der Stadtbezirk Orschel-Hagen in der nächsten Zeit Bevölkerungszuwachs verzeichnen werde.

Naturnah, mit dem Budget realisierbar: Auch Erste Bürgermeisterin Ulrike Hotz zeigte sich sehr angetan vom Siegerentwurf: »Die Planung ist klasse geworden«, sagte sie. (GEA)









Das könnte Sie auch interessieren

Unter Geiern

Bayern-Präsident Hoeneß nennt Heynckes «Glückszustand»

Uli Hoeneß sieht den FC Bayern München wieder auf Kurs. Foto: Matthias Balk

München (dpa) - Als Fußball-Weltmeister Manuel Neu... mehr»

Nee, oder?

Entwarnung nach Terrorangst in Londons Einkaufsviertel

Polizisten in der U-Bahn-Station Oxford Circus. Foto: Hanah McKay/Archiv

London (dpa) - Die Nerven in der britischen Haupts... mehr»

EU gibt London weitere zehn Tage für Zugeständnisse beim Brexit

Brüssel (dpa) - Die Europäische Union gibt Großbri... mehr»

Mitarbeiter gesucht!
  • Stellenanzeigen werden geladen...


Regionen

Wählen Sie Ihre Region

Karte mit einzelnen Regionen Tübingen Reutlingen Pfullingen Eningen Lichtenstein Über der Alb Neckar und Erms
Aktion

Zeitungspaten gesucht

Zeitung lesen macht schlau! Setzen Sie sich als Zeitungspate dafür ein, dass alle Kinder und Jugendlichen einen kostenlosen Zugang zur Tageszeitung haben.
lesen »
Aktuelle Beilagen