Umwelt - Bereits Kleinigkeiten schonen Ressourcen. Studierende auf der Spur von Energie und Nachhaltigkeit
Campus: Strom sparen - Stecker raus
VON JULIANE SCHREINERT
REUTLINGEN. Das Wohnzimmer ist durch jede vorhandene Lampe erhellt. Fernseher und Computer laufen schon seit Stunden auf Hochtouren. Beim knallharten Kampf aufgedrehter Heizkörper vs. gekipptes Fenster geht es in die nächste Runde.
Tobias Lehr (25, von links) und seine Kommilitonen Jens Krech (26) und Ulf Lindner (24) setzen sich in ihrer Umwelt-Gruppe für das Motto »Strom sparen - Stecker raus« ein. FOTO: SCHREINERT
Ein Szenario, das der Eine oder Andere vielleicht kennt und das man eigentlich vermeiden sollte. Energie sparen ist das Stichwort, mit dem sich auch Jens Krech, Masterstudent im Studiengang Production Management an der Hochschule Reutlingen, seit Längerem auseinandersetzt. Angefangen hat alles durch die Teilnahme an dem Projekt »Energie- & Ressourceneffizienz an der Hochschule Reutlingen«. Alle Gebäude der Hochschule wurden hinsichtlich ihres Energie-, Wärme- und Wasserverbrauchs analysiert und bewertet. Das Ergebnis: Nicht die Geräte verbrauchen zu viel, sondern der Mensch trägt das größte Verbesserungspotenzial.
»Irgendjemand muss Verantwortung übernehmen«
Eine Tatsache, die in einigen Studenten den Willen stärkte, etwas im Umgang mit den Ressourcen an ihrer Hochschule zu ändern. »Wir haben die Theorie betrachtet und jetzt ist es interessant zu sehen, welche Sparmaßnahmen man auch umsetzen kann. Irgendjemand muss Verantwortung übernehmen!«, erklärt Jens. Und genau aus diesem Grund hat der 26-Jährige die Hochschulgruppe »Energie, Umwelt & Nachhaltigkeit« gegründet. Momentan sind es neun Studierende, die sich zusammengefunden haben und zukünftig Aktionen auf diesem Gebiet starten wollen. »Hauptsächlich geht es erst einmal darum, bei Mitarbeitern und Kommilitonen an der Hochschule ein Bewusstsein für das Thema Energiesparen zu schaffen. Wir wollen Workshops anbieten, Vorträge aus der Wirtschaft zu uns auf den Campus holen und einfach darauf aufmerksam machen, dass jeder etwas zum ressourcenschonenden Umgang beitragen kann!«, so Jens.
Wie effektiv beispielsweise der gezielte Umgang mit Strom sein kann, hat der gebürtige Niedersachse bereits zu alten WG-Zeiten erfahren. Während sich andere noch über die hohe Stromrechnung ärgerten, tauschte er Glühbirnen gegen Energiesparlampen und richtete Schalter an den Steckdosenleisten ein. So sank die WG-Rechnung um rund ein Drittel - erspartes Geld, das man als Student hervorragend anderweitig verwenden kann.
»Der bewusste Umgang mit Energie kann eine Menge Geld sparen«
Und so gibt es jede Menge kleine Tipps, die auch an der Hochschule zu Einsparungen führen. Wer den Raum verlässt, kann daran denken, das Licht auszuschalten. Auch der Computer mag es, öfter einmal in den Ruhezustand gefahren zu werden, wenn man ihn nicht benutzt. Nachts fühlt er sich angeschaltet ohnehin sehr einsam. Kopierer stehen ständig in Alarmbereitschaft, um per Knopfdruck zum Leben zu erwachen - vielleicht dürfen sie zukünftig einmal ausschlafen.
So einfach es auch klingt - bisher hat das Sparfieber noch nicht jeden ergriffen. Jens ist jedoch davon überzeugt, dass auch die kleinste Maßnahme etwas bewirkt: »Unser Projekt hat schwarz auf weiß gezeigt, dass durch den bewussteren Umgang mit Energie eine Menge Geld gespart werden kann. Wenn dieses am Ende anderweitig auf die Hochschule verteilt wird, hat jeder etwas davon!«
Auch im späteren Berufsleben bleibt Nachhaltigkeit ein Thema, mit dem Jens sich weiter beschäftigen möchte. So kann er sich gut vorstellen, auch in der Produktions- und Fabrikplanung den sinnvollen Umgang mit Ressourcen einzusetzen. Das Engagement im Studium zahlt sich also gleich doppelt aus. Bis es so weit ist, gilt das Ziel: »Strom sparen - Stecker raus!«
Wer ebenfalls der Gruppe »Energie, Umwelt & Nachhaltigkeit« beitreten möchte, kann sich gern melden ? unter presse@reutlingen-university.de
Zeitung lesen macht schlau! Setzen Sie sich als Zeitungspate dafür ein, dass alle Kinder und Jugendlichen einen kostenlosen Zugang zur Tageszeitung haben.
Wir denken schon heute an unsere Leser von morgen. Deshalb bringen wir Lokal-Nachrichten mit Deutschlands größter WG-Börse www.wg-gesucht.de zu jungen Leuten und Studenten.