Theater - Isolde-Kurz-Gymnasiasten bringen »Perseus oder das Haupt der Medusa« auf die Bühne des franz.K
Blendend in Szene gesetzt
Von Norbert Leister
REUTLINGEN. Ein Teil der Personen, die dem Publikum am Mittwoch- und Donnerstagabend im rappelvollen franz.K auf der Bühne begegnen, sind ansonsten nur als Sternbilder in klaren Nächten am Winterhimmel zu sehen: Perseus, Andromeda (das ist die mit dem Nebel), Kassiopeia und Kepheus. Dass sie aber den Erzählungen der griechischen Mythologie entspringen - wer weiß das schon? Gemeinsam mit mehr als 60 schauspielenden Mädchen und Jungen des Isolde-Kurz-Gymnasiums tauchen die Zuschauer also in die Welt der griechischen Götter, Halbgötter und Helden ein. Am heutigen Freitag besteht ab 20 Uhr noch einmal die Möglichkeit, Perseus auf die Reise zu Medusa zu begleiten. Auch dort wird das Publikum wohl wieder ein klares Fazit ziehen: ein wahrhaft unvergessliches Erlebnis.
Dramatisch: Die Theater-AG des Isolde-Kurz-Gymnasiums bei einer ausdrucksstarken Szene im Stück »Perseus oder das Haupt der Medusa«.
FOTO: Norbert Leister
Dabei ist die Thematik, in die sich die Spieler der Theater-AG vertiefen, beileibe keine der leichten Sorte: Zusammen mit ihren »Chefs«, Regisseuren und Anleitern, Sabine Laage und Eckhard Wurm, brachten sie Gewalt, mit der Enthauptung der Medusa auch Mord, Neid, Hass und alle möglichen anderen niederen Charaktereigenschaften auf die Bühne. Wie gut nur, dass auch in den Griechen-Mythen zumeist das Gute - hier in der Person des Perseus - siegt. Allerdings ist es ein weiter Weg, bis er seine geliebte Andromeda heiraten darf. Zwar wird der Held (überzeugend von Max Narjes gespielt) mit göttlichem Beistand ausgestattet. Doch seine Begegnungen vor allem mit den Gorgonen-Schwestern scheinen geradezu dem Horror-Kabinett entstiegen zu sein: Ohne die überragende Lichttechnik wäre die Enthauptung der Medusa (wie auch zahlreiche andere Szenen) im Übrigen ziemlich blass dagestanden.
Zunächst muss Perseus aber noch an den Graien vorbei - drei Schwestern mit Filzhaaren, die sich ein Auge und einen Zahn zur Nahrungsaufnahme teilen müssen. Besonders gelungen war ihre Darstellung vor allem, weil sie sich berauschend gegenseitig ankeiften und angifteten. Herausragend war aber auch Daniel Bleher in der Rolle des Polydektes: Er spielte den König von Seriphos zur Begeisterung des Publikums überzeugend überheblich, großkotzig und widerlich. Sehr authentisch dargeboten waren auch die Massenszenen, in denen das Volk Perseus Kampf mit einem Meeresungeheuer verfolgt.
Auch choreografische Besonderheiten wie die Szenen mit den Traummenschen wussten zu überzeugen. Alles in allem also ein Riesenaufwand und eine Riesenleistung der Theater-AG - und vor allem von Sabine Laage und Eckhard Wurm, die es immer wieder schaffen, erstaunliche Leistungen aus den Schülern hervor zu kitzeln. (GEA)
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