Reutlingen
Infrastruktur - In Rommelsbachs Ortsmitte tut sich etwas. Die Parkplatzfrage bleibt aber weiterhin unbeantwortet

Bistro-Betrieb statt Schlecker-Markt

REUTLINGEN-ROMMELSBACH. Die Gerüchteküche hat in Rommelsbach neue Nahrung bekommen. Denn plötzlich, nach Monaten des Stillstands, scheint sich in der Ortsmitte etwas zu bewegen. Ein Bistro, so wird kolportiert, soll in den Räumlichkeiten des ehemaligen Schlecker-Marktes eröffnet werden. Andere Stimmen künden gar von der Wiederbelebung des einstigen »Treff«-Discounters. Wunschdenken oder Wahrheit?

 Früher »Schlecker«, demnächst vielleicht lecker: Wo vormals ein Drogeriemarkt untergebracht war, soll jetzt ein Bistro  eröffnet werden und wieder mehr Leben in Rommelsbachs Ortsmitte bringen. FOTO: NIETHAMMER
Früher »Schlecker«, demnächst vielleicht lecker: Wo vormals ein Drogeriemarkt untergebracht war, soll jetzt ein Bistro eröffnet werden und wieder mehr Leben in Rommelsbachs Ortsmitte bringen. FOTO: Markus Niethammer
Beides, wie Nachfragen bei Bezirksbürgermeister Siegfried Thumm und dem inzwischen in Ulm ansässigen Bauträger Gert Lange nahe legen. Danach könnte es beim Platz am Laufbrunnen in absehbarer Zeit tatsächlich einen Gastro-Betrieb geben. Ein entsprechendes Baugesuch, sagt Thumm, sei gestellt und mittlerweile auch behördlich bewilligt worden. So wie das bei innenarchitektonischen Eingriffen und Nutzungsänderungen eben vorgeschrieben ist.

»An diesem Gerücht ist leider überhaupt nichts dran«
 
Die künftige Umwidmung der Immobilie schmeckt indes nicht allen Anwohnern. Einige Nachbarn haben, weiß Thumm, Bedenken angemeldet. Statt eines Bistros hätten sie weitaus lieber wieder einen Drogeriemarkt in nächster Nähe gesehen. Jedoch: Dem Gesuch wurde von Amts wegen stattgegeben, und der künftige Wirt kann ab sofort loslegen.

Ganz anders der Fall »Treff«, für den es noch keinen Nachfolger gibt. Unternehmer Gert Lange, der's als »Mitte-Planer« schließlich präzise wissen müsste, winkt jedenfalls entschieden ab. »An diesem Gerücht ist leider überhaupt nichts dran«, erklärt er auf telefonische Nachfrage. »Wir sind zwar unglaublich bemüht, können momentan aber keinen Erfolg vermelden.« Gleichwohl sei man weiterhin intensiv auf der Suche und habe die Hoffnung auf eine zeitnahe Lösung keineswegs begraben.

Denkbar, verrät Gert Lange, sei zum Beispiel die Schaffung eines Markt-im-Markt-Systems. Bei einem solchen Modell würden mehrere kleinere Anbieter unter einem Dach zusammenrücken. »Ich könnte mir Direktvermarkter vorstellen«, sinniert Lange und betont: »Am Geld hängt's nicht.« Über den Mietzins ließe sich reden.

Bauchschmerzen bereiten dem Ulmer Unternehmer demnach weniger finanzielle Zugeständnisse an künftige Händler als vielmehr die sich anbahnende Konkurrenz-Situation im Herzen Rommelsbachs. Denn dass vis-à-vis der Ortsmitte ein neuer Gebäudekomplex nebst Lebensmittler hochgezogen wird - das wurmt den Mann. Umso mehr als er dem Reutlinger Baudezernat doch schon längst Ideen zur Abmilderung jenes leidigen Parkplatzproblems unterbreitet hat, das am Flecken für schleppende Geschäfte und die daraus resultierenden Leerstände sorgt.

Eine Fehlplanung. Gewiss. Aber eine, die sich nach Meinung von Gert Lange korrigieren ließe. Nach wie vor ist er der festen Überzeugung, dass die großzügige Freifläche inmitten des Rommelsbacher Ortszentrums für zusätzliche Stellplätze nachgerade prädestiniert wäre. Und: Was andernorts realisiert werden konnte und kann - so seine Argumentation - müsse doch auch in der Nordraumgemeinde zu schaffen sein.

Aktuelles Beispiel hierfür: der Hohbuch. Am Walter-Gropius-Platz, weiß Gert Lange, »weist die Stadt jetzt zusätzliche Parkplätze aus.« In Rommelsbach hingegen sperre sie sich gegen diese Notwendigkeit. Und das, obwohl die Standorte Dreierlei gemeinsam haben. Beiden fehlt es an Parkraum. Beide erleben derzeit ein bedauernswertes Ladensterben - und beide wurden von der Firma Lange konzipiert. (GEA)

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