Alb-Lauchert-Ringtreffen - Rund 6 500 Narren beim großen Fasnetsauftakt-Umzug am Sonntag in Feldhausen

Kleines Albdorf, reife Leistung

GAMMERTINGEN-FELDHAUSEN. Die Alb ist rau und karg. Rau sind die Menschen, karg die Landschaft. Dem Älbler Boden ist nur wenig abzugewinnen. Dies führte einst dazu, dass die Bauern aus Feldhausen nicht den Zehnten an die Obrigkeiten entrichten mussten, sondern nur die Hälfte davon, den Feifer. Diese Geschichte machte sich zumindest die Feldhauser Narrenzunft bei ihrer Gründung zunutze, nannte sich »Feifer«. Klar, was ein »Feifer« ist: Ein markant aussehender Bauer mit kargen Gesichtszügen.

Sie springen wieder: Beim Alb-Lauchert-Ringtreffen am Wochenende in Feldhausen hatten die Narren in der Region ihren ersten großen Auftritt. Rund 6 500 Hästräger waren beim Umzug dabei, mehrere tausend Besucher wollten sie sehen. FOTO: BUTSCHER
Sie springen wieder: Beim Alb-Lauchert-Ringtreffen am Wochenende in Feldhausen hatten die Narren in der Region ihren ersten großen Auftritt. Rund 6 500 Hästräger waren beim Umzug dabei, mehrere tausend Besucher wollten sie sehen. FOTO: BUTSCHER
Die Feldhauser sind rau - und sie sind besonders rührig. Für ihr bürgerschaftliches Engagement wurden sie bereits ausgezeichnet. Auch die Organisation des »22. Alb-Lauchert-Ringtreffens« am Wochenende verdiente eine Auszeichnung: für ein 450-Seelen zählendes Albdorf eine reife Leistung. Noch an Dreikönig wurde klammheimlich der Christbaum entfernt und durch den Narrenbaum ersetzt. Das Zelt war bereits an Johanni aufgestellt worden.

Masken und Hästräger nahmen das Albdorf beim Ringtreffen drei Tage lang in Beschlag. Für die 15 Zünfte des Rings war die Teilnahme zwar Pflicht - aber wohl auch reines Vergnügen. Bereits am Freitagabend beim Nachtumzug mit fast fünfzig Gruppen und am Samstag beim Ringabend ging es auf den Straßen, im Festzelt und in den Besenwirtschaften hoch her. Den Höhepunkt aber bildete zweifellos der Umzug am Sonntagmittag, an dem 6 500 Masken und Hästräger teilnahmen und tausende Zuschauer den Weg säumten.

Schon beim Zunftmeisterempfang hatte sich angedeutet, dass der Umzug lang werden würde. 77 Zunftmeister mit Gefolge erwiesen den »Feifern« und ihrem Chef Klaus Gluitz in der Turnhalle ihre Referenz und überbrachten ihre Gastgeschenke.

Einige der Zünfte hatten sich statt für ein Mitbringsel für eine Spende zugunsten der Flutopfer entschlossen. Und Gammertingens Bürgermeister Holger Jerg, der Schirmherr des Ringtreffens, organisierte spontan eine Spendenaktion im Saal, bei der der Feldhauser Narrenruf »Feifer - raus« kurzerhand in »Euro - raus« umformuliert wurde.

Seinen Schirm konnte der Schirmherr beim anschließenden Umzug gut gebrauchen. Während des dreistündigen Spektakels, bei dem sich die Narrenmassen durch das kleine Albdorf zwängten, bot der Himmel das ganze Repertoire von Regen bis Sonnenschein.

Narren und Zuschauer ließen sich allerdings nicht schrecken. Und die Großkopfeten wie Sozialministerin Tanja Gönner, MdL Ernst Behringer und Landrat Dirk Gaerte standen auf dem Prominenten-Wagen, von wo aus sie die Zigeiner, Kohlrabaköpf, Spältlesgucker, Seegoister, Häbles-Wetzer, Balkenstrecker, Muckenspritzer, Hutzlebäuch, Ranzenpuffer und anderes närrisches Volk an sich vorbei defilieren ließen, sowieso im Trockenen. (GEA)

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