TSV Betzingen - Halbzeit beim sechsten Sportcamp: 133 Jungs und Mädels testen täglich neue Sportart
Begeistert in Bewegung
Von Ulrike Glage
REUTLINGEN-BETZINGEN. Hinterm Clubhaus des TSV Betzingen prellen die Basketbälle im Takt auf den Boden. Vorne auf dem Fußballfeld jagen Jungs mit roten Backen dem runden Leder hinterher. Hinter Banden schwingen Mädchen den Hockeyschläger. Action allenthalben auf dem TSV-Gelände, drunten in der Kegelbahn oder am Schießstand. Und natürlich in der Halle: Das sechste Sportcamp des TSV Betzingen ist in vollem Gange. Und am fröhlichen Lärm und den angestrengten, aber vorwiegend strahlenden Gesichtern der 133 Jungs und Mädels ist schnell zu erkennen, mit welcher Begeisterung die fidele Truppe bei der Sache ist. Selbst der Regen am Dienstag ließ sie kalt, da wurde eben mit Jacke und Käppi gesportelt.
Fröhliche Werbung für den Sport: Beim TSV-Camp können die Kinder die verschiedensten Disziplinen testen.
FOTO: Uschi Pacher
Feste Institution
Handball, Fußball, Karate, Streethockey, Leichtathletik, Rope-Skipping, Tennis und Tischtennis, Basketball, erstmals auch Zirkusgeräte - immer in der letzten Ferienwoche können sie sich beim TSV-Sportcamp Betzingen bei gängigen und außergewöhnlichen Sportarten austoben. Das Angebot boomt, die Nachfrage ist immens. »Das ist eine feste Institution geworden und wird es auch bleiben«, freut sich TSV-Chef Hartmut Digel. Im vergangenen Jahr gab es lange Wartelisten, sodass man diesmal bei der Teilnehmerzahl draufgesattelt hat. Dafür hat der Verein mehr Übungsleiter - die meisten aus den eigenen Reihen - angeheuert. Und mittags muss eben in zwei Schichten gegessen werden.
Morgens um 8.30 Uhr startet das Betzinger Sportcamp mit einem Frühstück. Und dann geht's rund. »Bevor man gucken kann, sind alle weg«, lacht Carola Reinmuth, die mit Chris Falkenburg das Camp organisiert. Bis 16 Uhr sind die sportlichen Ferienkinder auf Achse. Die Eltern sind froh, ihre Sprösslinge in der letzten Urlaubswoche bestens aufgehoben zu wissen. Und die Jungs und Mädels zwischen sieben und 14 Jahren können sich kurz vor Schulbeginn schon mal ans frühe Aufstehen und einen strukturierten Tagesablauf gewöhnen.
Dass das Konzept des TSV Betzingen ankommt, zeigt sich schon an den vielen »Wiederholungstätern«: Etliche Kinder, die im Übrigen aus dem ganzen Stadtgebiet kommen, sind schon zum dritten oder vierten Mal dabei. Kein Wunder, denn es geht ihnen richtig gut beim Camp. Ob Metzger, Bäcker, Obstladen oder Apotheke, die die immer mal wieder notwendigen »Pflästerle« spendiert: Das örtliche Gewerbe unterstützt die Veranstaltung nach Kräften.
Das tun auch die Übungsleiter, die mit genauso viel Elan bei der Sache sind wie ihre Schützlinge. Manche nehmen sich sogar eigens eine Woche frei. Wie beispielsweise Karlheinz Schwend, Chef der TSV-Fußballabteilung. Er sprang ein, weil kurzfristig ein Übungsleiter-Posten frei wurde. Und ist begeistert. »Das macht einen Riesen-Spaß mit den Kindern.« Mit denen freut er sich auf die große Abschlussfete am Freitag - und aufs Betzinger Sportcamp 2011. (GEA)