Austausch - Zwei Künstlerinnen aus der amerikanischen Partnerstadt stellen erstmals in der Volkshochschule aus

Austausch: Reading - Reutlingen und zurück

VON INGEBORG RÖTHEMEYER

REUTLINGEN. Vertraute Landschaften, unterschiedliche Stadtbilder - Momentaufnahmen, gemalt von zwei Künstlerinnen aus Reutlingens jüngster Partnerstadt Reading in Pennsylvania. 20 Werke brachten Lauralynn White und Susan Biebuyck aus Reading mit, 12 Bilder entstanden bei ihrem einwöchigen Aufenthalt hier in Reutlingen. Ihre vielfältigen Ansichten sind derzeit in der lichtdurchfluteten »Galerie im Turm« der Volkshochschule (VHS) ausgestellt.

Lauralynn White und Susan Biebuyck in ihrem künstlerischen Element. FOTO: RÖTHEMEYER
Lauralynn White und Susan Biebuyck in ihrem künstlerischen Element. FOTO: RÖTHEMEYER
Zur Erleichterung des Transports wurde ein kleines Format (etwa DIN A4) gewählt, denn nach dem Ende der Exposition in der VHS am 27. Oktober reisen die Kunstwerke über den Atlantik, wo sie im Kunstzentrum »GoggleWorks« gezeigt werden. Eine künstlerische Reise »From Reading to Reutlingen & back«, so der Titel.

Vor Ort - in den Straßen von Reading sowie bei ihrem Besuch in der Achalmstadt - waren Biebuyck und White mit Palette und Malkoffer unterwegs, fanden Gemeinsames und Andersartiges in beiden Schwesterstädten (Sister Cities). Ihre Impressionen hielten sie bei den Streifzügen mit Farbe und Pinsel fest.

Der erste Künstleraustausch im Rahmen der Städtepartnerschaft bereichert nun das aktive Netzwerk zwischen beiden Städten um eine weitere farbenfrohe Facette. Nach etwas holprigen Vorplanungen schließlich der Erfolg: Kulturamtsleiter Dr. Werner Ströbele äußerte sich bei der Vernissage sehr erfreut über diese seit Längerem angestrebte Ausweitung von bereits bestehenden Kontakten.

Dazu gehören der Gedankenaustausch zwischen Bürgermeistern ebenso wie internationaler Behördenfußball sowie der nachhaltige Schüleraustausch, an dem sechs Reutlinger Schulen regelmäßig teilnehmen. Hinzu kommen jährliche Praktika hüben und drüben sowie Kurse und Stipendien an der Universität Reutlingen.

Begeistert von den Reutlingern

Beide Freiluft-Malerinnen aus den USA waren begeistert von den freundlichen Reutlinger Passanten, die ihnen öfters beim Malen im Freien über die Schulter schauten oder ihnen beim Orientieren in der Stadt behilflich waren. Beeindruckt waren sie auch von der gelungenen Kooperation der Veranstalter Kulturamt und VHS sowie der Künstlerin und Gastgeberin Susanne Immer, die das Projekt gemeinsam gestemmt haben. »Schwäbische Spezialitäten, lokale Biersorten sowie der süffige Riesling bleiben in Erinnerung«, bekennt Biebuyck.

Lauralynn White nennt ihre Werke »Figurescapes«, das Ineinanderfließen von Menschengestalten und Landschaft. Charakteristisch die weichen Übergänge von Grün- und Blautönen, warm leuchtendem Gelb, gedämpftem Rot. Erdhaftes und Mystisches gehen eine Symbiose ein. Die hügelige Landschaft von Pennsylvania findet sie in Reutlingen und Umgebung wieder. Heimatliche Gefühle, vermutet die Künstlerin, habe wohl die Region um Reading auch bei den zahlreichen deutschstämmigen Einwanderern geweckt, die Pennsylvania in der Vergangenheit besiedelten.

Flüchtige Impressionen

Möglicherweise auch bei Friedrich List, Reutlinger Ökonom und Eisenbahnspezialist, der einige Jahre in Reading verbrachte und durch sein Wirken dort vor langer Zeit wohl den Stein der Städteverbindung ins Rollen brachte. Lauralynn White, bekannt durch viele Ausstellungen in den USA, wirkt zur Zeit als Direktorin der Galerie im Kunstzentrum »GoggleWorks« in Reading.

»Künstlerische Postkarten« nennt Susan Biebuyck ihre Bilder. »Flüchtige Impressionen« hält sie in kräftigen leuchtenden Farben fest, präzisiert durch Konturen. Ihre Motive sucht sie eher im Urbanen. »Die Dächer von Honau«, Werbeschilder, Fachwerk, historische Gebäude faszinieren sie. Unterschiede findet sie in der Architektur im Vergleich zu Reading. Die hält sie mit feinem Gespür fest. Zum Beispiel den malerischen Charme der mit Geranien geschmückten Bäckerei Berger im Kontrast zur modernen Sachlichkeit von »Garner's Restaurant and Bakery« in Reading. Biebuyck arbeitet ebenfalls in den »GoggleWorks«. Außerdem leitet sie eine Galerie in der Nähe von Reading.

Keine Einbahnstraße ist der erfolgreich gestartete Künstlerkontakt. Denn bereits im Sommer 2013 stellen zwei bekannte Reutlinger Künstlerinnen in den Readinger »GoggleWorks« ihre Werke aus. Das Kunstzentrum ist in einer stillgelegten Brillenfabrik angesiedelt und bietet hervorragende Ausstellungsräume für Susanne Immers spektakuläre Installationen, die sie vor Ort kreieren wird. Ulrike Franz zeigt Fotos zum Thema Wasser, auf Plexiglas aufgetragen. (GEA)



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