Bildung - Trotz Bewerberfluten durch G8 und Wegfall der Wehrpflicht fühlen sich die Hochschulen gut gerüstet
Anforderung als Chance
REUTLINGEN/TÜBINGEN. »Das Land und seine Hochschulen sind auf die steigenden Studierendenzahlen bestens vorbereitet«, verkündete Wissenschaftsminister Peter Frankenberg unlängst. Mit dem Programm »Hochschule 2012« sollen trotz anrollender Bewerberflut durch G8 (achtjähriges Gymnasium) und den Wegfall der Wehrpflicht (5 000 Bewerber mehr im Land) die Zulassungs-Chancen gewahrt werden.
Studenten im Hörsaal.
FOTO: dpa
Die Hochschule Reutlingen betrachtet das Programm als Chance, neue Felder ausbauen zu können. »Die Idee ist, auf neue Anforderungen mit neuen Angeboten zu reagieren, anstatt lediglich Altes auszubauen«, sagte der Vizepräsident der Hochschule, Prof. Harald Dallmann. Dazu werden an der Hochschule Reutlingen rund 390 neue Studienanfängerplätze zur Verfügung stehen, die auf alle Fachbereiche - entsprechend der Größe - umgesetzt werden.
Zukunftsträchtige Studiengänge
Zwar sind im Programm »Hochschule 2012« neue Professorenstellen vorgesehen, dennoch müssten die bereits angestellten Professoren einen deutlichen Mehraufwand betreiben, so Dallmann. Die neuen Studiengänge wie »International Fashion Retail« seien zukunftsträchtig und sehr begehrt. Auf 18 Plätze kämen 180 Bewerber. Raumproblemen wird, neben Zusatz-Veranstaltungen am Samstag, mit bereits laufenden Baumaßnahmen auf dem Campus entgegengewirkt. Zudem könne ins Robert-Bosch-Zentrum nach Rommelsbach ausgewichen werden.
Raum-Management-Programm
Die Universität Tübingen erhielt mit rund 1 150 neuen Studienanfängerplätzen die meisten des Landes. Durch einen Sonderausbau sollen in den Lehramtsstudiengängen sowie Soziologie 162 neue Plätze geschaffen werden, die dann bei nachlassendem Bedarf wieder abgebaut werden könnten. Um die hinzukommenden Veranstaltungen unterzubringen, wurde ein Raum-Management-Programm zur optimalen Raumnutzung angestoßen. Tübinger Studenten klagten jedoch schon vor dem großen Ansturm über vollgestopfte Hörsäle und Seminarräume. »Man muss jetzt schon teilweise auf dem Boden sitzen, wenn man nicht eine halbe Stunde vor Beginn da ist«, klagt eine Studentin.
Um Engpässen vorzubeugen, müssen mehr Veranstaltungen auf Freitag und Montag gelegt werden. Auch auf Samstag soll ausgewichen werden, fügte das Presseamt der Hochschule an. Die Universität Tübingen sei aber überzeugt, den neuen Anforderungen gerecht zu werden. (wing)
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