Spenden - Markus Weber radelte 14 037 Kilometer und sammelte 5 000 Euro für den guten Zweck

Abgestrampelt

VON ANNA CHATZINIKOLAOU

REUTLINGEN. Ein Mann, ein Fahrrad. Und 14 037 Kilometer für den guten Zweck. Was sich anhört wie ein utopisches Abenteuer, hat Markus Weber in neun Monaten geschafft. Eine Reise, die ihm nicht nur viel gelehrt hat, sondern auch für den guten Zweck angedacht war.

 Markus Weber hat auf seiner Reise viele Spenden eingesammelt und viel erlebt. FOTO: PR
Markus Weber hat auf seiner Reise viele Spenden eingesammelt und viel erlebt. FOTO: PR
Und so startete der Unternehmensberater in Emmendingen, um Spenden für die sogenannten »Kettenmenschen« in Bouaké zu sammeln. Denn dort und in ganz Westafrika werden psychisch Kranke an Ketten gelegt und weggesperrt. In Zusammenarbeit mit dem Freundeskreis St. Camille machte Weber auf die dortigen Zustände aufmerksam. Mit Erfolg.

Ein Zeitungsartikel über das Leid psychisch Kranker in Westafrika war Weber nicht aus dem Kopf gegangen. Er kontaktierte den Freundeskreis St. Camille und erläuterte seine Idee. Im Juli letzten Jahres startete er die Tour. Ganz fremd war Weber die Arbeit mit psychisch Kranken nicht. Seinen Zivildienst hatte er in einer Psychiatrie absolviert. Das zehnstündige Fahrradfahren pro Tag hingegen war komplettes Neuland. »Deshalb ging es erst mal an der Donau entlang zum Warmradeln.« Slowakei, Ungarn, Rumänien. »Die Campingplätze wurden immer seltener, daher musste ich zum Schlafen in die Büsche ausweichen.« Über Moldau und Ukraine nach Odessa. »Mittlerweile war mein Shirt dreckig und mein Bart wurde immer länger«, so Weber. Von dort ging es mit dem Flugzeug nach Istanbul, weiter nach Athen bis nach Gibraltar. Durch Marokko und die Sahara, über das Atlas-Gebirge und durch Mauretanien. Dann, am 10. April die Ankunft in Bouaké. »Ein mächtiger Empfang. Damit hätte ich niemals gerechnet.«

Teure Medikamente

Ab Oktober soll neben der Medikamentenversorgung und dem bisherigen Aufbau der Therapiezentren vor allem die Fraueneinrichtung saniert und unterstützt werden. »Allein die Medikamentenversorgung kostet den Freundeskreis St. Camille jährlich 60 000 Euro«, weiß Vorstandsmitglied Wolfgang Bauer. Eine Summe, die ohne Spenden keinesfalls zu stemmen ist. Rund 5 000 Euro hat Weber auf seiner Reise gesammelt.

14 037 Kilometer, 26 Länder, neun Monate und acht Fahrradplatte später ist Markus Weber wieder auf deutschem Boden mit einer für ihn wichtigen Erkenntnis: »Es hat mich tief berührt zu sehen, dass es dort schon einige ehemals kranke Menschen gibt, denen geholfen wurde, wieder ein normales Leben zu führen. Das Geld ist dort auf jeden Fall gut angelegt«, weiß der junge Mann. Dass er noch mal nach Bouaké reisen wird, ist jetzt schon klar. »Aber dann vielleicht doch nicht mehr mit dem Fahrrad«, lacht er. (GEA)



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