Ortsentwicklung - Einmal mehr kam im Gemeinderat die Süderweiterung von Orschel-Hagen zur Sprache

370 statt 250 Wohneinheiten in Orschel-Hagen

VON ANDREAS DÖRR

REUTLINGEN. In der jüngsten Sitzung des Gemeinderates kam auch das Bebauungsplanverfahren »Orschel-Hagen Süd« zur Sprache - einmal mehr in der langen Reihe von Beratungen, in denen dieses Thema mit Unterbrechungen seit Ende der 1990er-Jahre ventiliert wird. Dieses Mal ging es um die Weiterführung des Verfahrens auf der Grundlage des Wettbewerbsergebnisses aus dem Jahr 2012.

So sieht der fortgeschriebene Siegerentwurf aus. FOTO: STADTVERWALTUNG
So sieht der fortgeschriebene Siegerentwurf aus. FOTO: STADTVERWALTUNG
Der gestiegene Wohnungsbedarf hatte die Wohnungsgesellschaft GWG Reutlingen als »Vorhabens- und Erschließungsträger« dazu bewogen, zu untersuchen, ob das Neubaugebiet unterhalb des Dietweges nachverdichtet werden kann. Es kann.

Kein Shared Space

Nach Ansicht der GWG sei eine »moderate Erhöhung der baulichen Ausnutzung möglich, ohne die Leitidee des Siegerentwurfes mit seinen Wohnhöfen aufzugeben«, heißt es in der Beschlussvorlage, die den Stadträten vorgelegt wurde. Bereits Mitte Juli war dieses Vorhaben Vertretern der evangelischen und katholischen Kirche in Orschel-Hagen, den Pfadfindern und Mitgliedern der Interessengemeinschaft Leben und Einkauf in Orschel-Hagen (Igeloh) präsentiert worden (der GEA berichtete).

Der städtebauliche Siegerentwurf hatte 250 Wohneinheiten mit einer Geschossfläche von fast 29 000 und einer Wohnfläche von 22 800 Quadratmetern vorgesehen. Nach der Überarbeitung des Plans sollen jetzt 370 Wohneinheiten mit einer Geschossfläche von annähernd 40 000 und einer Wohnfläche von 27 900 Quadratmetern entstehen.

Dadurch reduziert sich die durchschnittliche Wohnfläche von 90 auf 75 Quadratmeter. Die prämierte »städtebauliche Figuration mit der Gruppierung unterschiedlicher Wohntypologien um Wohnhöfe soll erhalten bleiben«, heißt es im Beschlussvorschlag (siehe Homepage der Stadt, Drucksache 17/131/01), der von den Stadträten breite Zustimmung bekam.

Kritisiert wurde allerdings, dass die ursprünglich angedachte Straßenraumgestaltung nach Shared-Space-Gesichtspunkten, also im Sinne eines gleichberechtigten Fuß-, Rad- und Autoverkehrs zwischen den beiden Kirchen hindurch, einer Tempo-30-Zone weichen soll. Noch im Siegerentwurf war Shared Space mit Blickrichtung auf die Anbindung zum Dresdner Platz eine hohe Bedeutung beigemessen worden.

Jetzt soll erneut die Öffentlichkeit über die Details des neuen Plans informiert werden. Darüber hinaus werden Fachgutachten beispielsweise zum Thema Artenschutz oder Wasserrecht eingeholt. Passieren die neuen Pläne die Gremien, soll der Bebauungsplanentwurf respektive der Auslegungsbeschluss im vierten Quartal des neuen Jahres vorliegen. Damit wäre die Erweiterung Süd der Gartenstadt auf der Zielgeraden. (GEA)

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