28.10.2011
Hochschule - Der künftige Präsident Dr. Hendrik Brumme strebt eine größere Autonomie an. Grundlagen gelegt
Reutlingen
»Wollen Persönlichkeiten bilden«
REUTLINGEN. Die Hochschule weiter zukunftsfähig machen. Das ist das prinzipielle Ziel des neu gewählten Präsidenten Dr. Hendrik Brumme, der sich gestern zusammen mit dem noch amtierenden Präsidenten Dr. Peter Nieß der Presse stellte. »Ich bin kein Überraschungspaket«, sagte Brumme auch mit dem Verweis auf seine Mitarbeit beim Strukturentwicklungsplan für die Hochschule. »Dieser eingeschlagene Weg wird weiter verfolgt«, betonte Brumme.
Bekanntlich gibt Dr. Peter Nieß, der gestern 66 Jahre alt wurde, das Amt Ende August kommenden Jahres ab, obwohl er mit Zustimmung des Wissenschaftsministeriums noch ein weiteres Jahr Präsident bleiben könnte. »2012 ist es dann aber genug«, sagte Nieß, der 2007 überraschend in die Bresche hatte springen müssen, nachdem sein Vorgänger Wolfgang Hiller »erzwungen-freiwillig« den Hut nehmen musste.
Noch ein Jahr Vize
Nieß hatte damals den Logistik-Professor der Fakultät Produktionsmanagement als Vizepräsident in die Führungs-Crew der Hochschule geholt, zuständig für Bauwesen, Public Relations und die Weiterbildung. Das wird Brumme auch bis Ende August 2012 bleiben. Als künftiger Präsident jedoch stand ihm naturgemäß das Recht zu, sich schon jetzt zur Entwicklung der Hochschule zu äußern.
Um diese auf die Zukunft auszurichten, gelte es, größere Autonomie von der staatlichen Finanzierung zu gewinnen und sie stärker auf die Forschung hin zu orientieren, sagte Brumme gestern. Natürlich spiele die Internationalität weiterhin eine zentrale Rolle. Die ehrgeizigen Ziele des Entwicklungsplans 2007 ließen sich aber nur verwirklichen, wenn die »Drittmittelsituation« der Hochschule verbessert und personelle Entscheidungen unabhängiger und schneller getroffen werden könnten.
Dazu habe man in den vergangenen Jahren bereits die Grundlagen gelegt, sagte Brumme: Die Einnahmen versprechende Weiterbildungseinrichtung (Knowledge Foundation) mit fünf Studiengängen sei installiert. Weitere fünf seien »in der Pipeline«, auch um bei künftig abnehmenden Studentenzahlen das Potenzial berufsbegleitender Fortbildung ausschöpfen zu können.
Die Forschung sei etabliert, die Fördervereine gegründet, sagte er. Man werde weiter an einem klaren Profil (»Wofür steht Reutlingen?«) arbeiten. Dazu gehöre auch die weitere Modernisierung des Campus. Ziel sei es, dass sich an der Hochschule die unterschiedlichen Kulturen treffen und austauschen können und dass der Campus mehr biete als nur Wissensvermittlung. »Wir wollen auch Persönlichkeiten bilden«, sagte Brumme.
Konstruktive Atmosphäre
»Der ganze Prozess der Wahl ist in einer außerordentlich guten und konstruktiven Atmosphäre verlaufen«, sagte Dr. Peter Nieß gestern. Hochschulrat und Senat seien sich wohl der Leistung bewusst gewesen, die das Team für den Strukturentwicklungsplan abgeliefert habe, und hätten ins Kalkül gezogen, dass dies weitergeführt wird. Aus seiner Erfahrung könne er sagen, dass Hendrik Brumme hohe Managementerfahrungen mitbringe, team- und konsensorientiert sei, aber auch bereit, Entscheidungen zu treffen.
Brumme hat bis 2004 das Hewlett-Packard-Werk in Herrenberger geleitet. Dort wohnt er auch noch heute. Den Wechsel von der Wirtschaft an die Hochschule begründete er mit den Worten: »Man nimmt an der Entwicklung des Landes teil und bildet junge Menschen aus«. (GEA)
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