Bildung - Sprachlernprojekt für Wirtschaftsenglisch der Hochschule Reutlingen erhält »Europäisches Sprachensiegel«
»Macbeth« wird »Macbiz«
REUTLINGEN. »When shall we three meet again?« Das fragen sich die drei Hexen in William Shakespeares »Macbeth«. »Wann treffen wir uns wieder?«, das fragten sich auch 14 Studierende der Hochschule Reutlingen und der Universität Tübingen mit schöner Regelmäßigkeit im Wintersemester 2009. Sie verkörpern das »(Business) English Theatre Project« und erarbeiteten sich damals eine ganz besondere Version von Shakespeares Tragödie: »Macbiz«, die Geschichte vom schottischen Königsmörder, versetzt ins Wirtschaftsleben des 21. Jahrhunderts.
Szenenfoto aus »Macbiz«: So macht Wirtschaftsenglisch Laune. FOTO: PR
14 Studierende aus 7 Ländern
Ein Semester lang zusammen ein Theaterstück proben, dabei aktiv und spielerisch Wirtschaftsenglisch lernen - das ist das Ziel der 14 Studierenden aus sieben Ländern, die sich im »(Business) English Theatre Project« zusammengefunden haben, das vom International Office der Hochschule Reutlingen (RIO) organisiert wird. Mission geglückt: Am Ende des Semesters fühlen sich die Teilnehmer sicherer in der Fremdsprache, vor allem beim freien Sprechen, und haben ihren Wortschatz um etliche Wirtschaftsvokabeln erweitert.
Gewonnen hat jetzt auch das Projekt selbst, wie die Pressesprecherin der Reutlinger Hochschule, Christiane Rathmann berichtet: Für seinen »innovativen Ansatz im Bereich der Fremdsprachenvermittlung« wurde es in Berlin mit dem »Europäischen Sprachensiegel 2010« ausgezeichnet.
Mit diesem Siegel werden seit 1997 jährlich herausragende Projekte und Initiativen aus dem Bereich des Lehrens und Lernens von Fremdsprachen in Europa ausgezeichnet. Beim diesjährigen Wettbewerb, der vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) zusammen mit der Europäischen Kommission und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) ausgerichtet wurde, stand der Themenschwerpunkt »Innovative Projekte zum Lehren und Lernen von Sprachen zur Berufsvorbereitung« im Fokus.
Die Bewerbungen kamen von Institutionen aus allen Bereichen - Schulbildung, Hochschulbildung, Berufsbildung und Erwachsenenbildung. Fünf Projekte wurden schließlich deutschlandweit ausgewählt. »Mit dem Siegel können wir das Projekt an der Hochschule und darüber hinaus noch bekannter machen«, freut sich Dr. Stefanie Giebert, Leiterin und Regisseurin des Projekts, das mittlerweile schon seine dritte Produktion auf die Bühne bringt. Im Wintersemester 2010 steht das Reisen in einer globalisierten Welt im Mittelpunkt: Am 13. Dezember hat um 20 Uhr »Airport Stories« in der Aula der Hochschule Premiere, eine zweite Aufführung ist für den 14. Dezember geplant, und seit Oktober proben die Studenten schon wieder fleißig und begeistert für das nächste Stück. (GEA)