Hochschule - Wo dreihundert Hüte fliegen: Graduierungsfeier der »ESB Business School« in der Listhalle
»Bauen Sie Windmühlen«
REUTLINGEN. Auf den Weg in eine neue Zukunft machten sich am Wochenende 340 Absolventen der Reutlinger »ESB Business School«.
Talare und fliegende Hüte gehören bei der Graduiertenfeier der »ESB Business School« in der Listhalle dazu.
FOTO: Markus Niethammer
Im Gepäck ein Zeugnis für einen hoffentlich erfolgreichen Job in einem spannenden internationalen Arbeitsumfeld. Im Kopf vielleicht die Idee für die Gründung eines eigenen Unternehmens; im Herzen das Bewusstsein, es geschafft zu haben und mit dem Bachelor- oder Masterabschluss, den weiteren richtigen Weg für sich zu finden.
Nachdem Dekan Professor Dr. Ottmar Schneck die Absolventen und ihre Angehörigen zur Graduiertenfeier in der Friedrich-List-Halle begrüßt hatte, beglückwünschte Hochschulpräsident Professor Dr. Peter Nieß die Absolventen zum Geleisteten, rief sie jedoch dazu auf, sich jetzt nicht auszuruhen und zukünftige Veränderungen - sowohl die naheliegenden persönlichen, beispielsweise den Eintritt ins Berufsleben und vielleicht später stattfindende gesellschaftliche Veränderungen positiv zu sehen und Herausforderungen anzunehmen.
Kreativität bewahren
Nieß berief sich auf das Sprichwort »Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Mauern, die anderen Windmühlen« und riet den Absolventen: »Bauen Sie Windmühlen. Sie werden den Wind der Veränderung damit nicht aufhalten. Aber Sie können ihn für sich nutzen. Und so auch Karriere machen.«
Er ermahnte die jungen Leute jedoch, über der Karriere nicht den Nutzen ihres Wirkens für die Gesellschaft zu vergessen. Bewahren sollten sie sich sowohl ihre Kreativität - vor allem durch die vielleicht nicht immer einfachen Jahre des Berufseinstiegs hindurch - und den ESB-»Spirit«, der bedeute »die anderen mitzunehmen«, andere Kulturen zu respektieren und sich für weniger Privilegierte einzusetzen.
Ans Verantwortungsbewusstsein der Absolventen appellierte auch Festredner Robin Majer. Majer, der selbst vor 17 Jahren seinen Abschluss als Diplom-Betriebswirt an der ESB gemacht hatte, ist heute bei Managing-Partner bei einer Investmentbank in Frankfurt am Main.
Zwei Leitsätze gab Majer den Absolventen mit: Sei inhaltlich kompetent und übernimm Verantwortung für dein eigenes Handeln. Wie man diese Grundsätze lebt, zeigte Majer am Beispiel von drei historischen Persönlichkeiten auf, die aus Reutlingen stammen beziehungsweise in Reutlingen gewirkt haben: der Banker Siegmund Warburg, der Nationalökonom Friedrich List und der Konstrukteur und Autopionier Wilhelm Maybach. Vorbilder zeigte auch Alumnivertreter Magnus Pflücke auf, der auf interessante Karrierewege verschiedenster Alumni der »ESB Business School« hinwies und den Absolventen ans Herz legte, auch nach ihrem Studium mit ihrer Hochschule und Fakultät in Verbindung zu bleiben - als Mitglied im Alumniverein.
Wie Sachen funktionieren
Studentenvertreter Matthias Kittler schaute ins seiner Rede zunächst auf den Studienbeginn zurück, der für einige Absolventen noch vor Beginn der Wirtschaftskrise lag, und fragte sich, was letztendlich übrig bleibe, wenn man auf das Studium zurückblicke.
Von den fachlichen Inhalten abgesehen, seien das vor allem die vielen Aktivitäten an der ESB und die vielen engagierten Menschen auf allen Ebenen, die zum Gelingen der verschiedensten Projekte beitrügen. Und angesichts einer wirtschaftlich voraussichtlich turbulenten Zukunft sei es doch gut, schon im Studium gesehen zu haben, »wie Sachen funktionieren beziehungsweise funktionieren sollten«. (pr)
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