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Infrastruktur - Landkreis macht Verkehrszählungen, um den Komplikationen auf der B 312 auf die Spur zu kommen

Wider den täglichen Stau im Ursulabergtunnel

VON UWE SAUTTER

LICHTENSTEIN/PFULLINGEN. Das Offensichtliche ist nicht von der Hand zu weisen. Der Stau im Ursulabergtunnel während des Berufsverkehrs ist fast die Regel. Deshalb, so Lichtensteins Bürgermeister Peter Nußbaum, hat der Landkreis jetzt Verkehrszählungen gemacht. »Dem Kreisstraßenbauamt geht es um den Stau im Ursulabergtunnel«, erklärte Nußbaum den Räten in der jüngsten Sitzung des Technischen Ausschusses, warum die schwarzen Zählboxen etwa am Ortseingang von Unterhausen hängen.

Nicht immer läuft der Verkehr reibungslos  durch den Ursulabergtunnel.
Nicht immer läuft der Verkehr reibungslos durch den Ursulabergtunnel. FOTO: Thomas Baral
Die Behörde wolle nach Abhilfe schauen, so der Bürgermeister weiter. Er fand: »Das ist spannend.« Gerade im Hinblick auf die bald anstehende Öffnung des Scheibengipfeltunnels und den Bemühungen um den Neubau eines Albaufstiegs.

Objektive Grundlage schaffen

Sebastian Ritter, Leiter des Amts für Recht, Ordnung und Verkehr beim Landkreis, sieht das auf Nachfrage nicht ganz so dezidiert wie der Bürgermeister. Die Messungen ordnet er eher im Bereich der allgemeinen Verkehrsbeobachtung ein, die der Landkreis an auffälligen und neuralgischen Punkten und auch auf Nachfragen der Bürger mache.

»Es ist gängige Praxis, dass wir Beobachtungen auf eine objektive Grundlage stellen«, erklärt Ritter weiter, warum der für jeden offensichtliche Stau jetzt per Zählung erfasst werden muss. Ausgehend von diesen Zahlen könnten Maßnahmen ergriffen werden. Die schwarzen Kästen ermitteln die Art des Fahrzeugs, können also zwischen Personen- und Lastwagen unterscheiden, und messen unter anderem die Geschwindigkeit. Veröffentlicht werden die Zahlen nicht, sagt Ritter. »Das sind interne Messdaten«. Bürgermeister Nußbaum geht allerdings davon aus, »dass wir die Zahlen bekommen«, wie er auf eine Nachfrage aus dem Rat erklärte.

Martin Schwarz (FWV) hatte auch wissen wollen, ob die Geräte bis zur Eröffnung des Scheibengipfeltunnels hängen werden. Davon ging Nußbaum nicht aus. Und Ritter bestätigt auf Nachfrage diese Einschätzung. Man könne sicher sein, dass der Landkreis auch nach der Freigabe des Tunnels den Verkehr auf der B 312 beobachten werde.

Erst mal abwarten

Über mögliche Folgen der gewonnenen Daten spekulieren, das wollte der Amtsleiter nicht. Nicht vorstellbar ist für ihn aber, dass die Zählung sich auf die Tempo-30-Regelung in Lichtenstein auswirken werde. Diese sei ja eine Folge des Lärmaktionsplans, so Ritter.

Nußbaum hatte in der Sitzung angekündigt, dass das Thema Verkehr Anfang November wieder im Technischen Ausschuss aufschlägt. Ob dabei die Öffnung des Scheibengipfeltunnels eine größere Rolle spielen wird, bleibt abzuwarten. Nußbaum stellte auch in Aussicht, dass die Gemeinde eventuell erneut selbst Verkehrszählungen in Auftrag geben könnte. Dazu müsse man aber erst eine gewisse Zeit abwarten - bis sich die Verkehrsströme gefestigt hätten. (GEA)

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