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Olgahöhle - Der Schwäbische Albverein sucht Schüler und Rentner, die durch den Honauer Untergrund führen

Schwäbischer Albverein sucht Führer für die Olgahöhle

VON UWE SAUTTER

LICHTENSTEIN. Walter Saur macht sich Sorgen um die Zukunft der Olgahöhle. Nicht, dass das einzigartige Kleinod im Untergrund Honaus vom Einsturz bedroht ist. Davon kann keine Rede. Das Tuffsteingebilde steht bombenfest, unzählige Generationen von Schaulustigen werden auch in Zukunft die 52 Stufen in die vom kalkhaltigen Wasser der Echaz geschaffene Wunderwelt hinabsteigen können. Vorausgesetzt, es gibt genügend Führer. Denn die drohen dem Schwäbischen Albverein, der die Höhle seit 1977 betreut, auszugehen. Und eben das macht dem stellvertretenden Honauer SAV-Vorsitzenden Sorgen.

Walter Saur führt die Besucher gerne durch die Olgahöhle. GEA-FOTO: SAUTTER
Walter Saur führt die Besucher gerne durch die Olgahöhle. FOTO: Uwe Sautter
Gemeinsam mit der Höhlenforschungsgruppe Pfullingen haben die SAV-Mitglieder in den vergangenen Jahren die Öffnungstage – jeden ersten Sonntag im Monat sowie an Feiertagen zwischen April und Oktober – gut abdecken können. Ebenso die Anfragen außer der Reihe: Schulklassen, Kindergartengruppen, Ausflugsgesellschaften oder auch mal eine Seminargruppe, die in der örtlichen Hotellerie tagt, schauen auch mal unter der Woche gerne in den Untergrund. Zwischen 2 500 bis 3 000 Interessierte besuchen im Jahr die kleine Höhle für etwa eine halbe Stunde.

Und gerade die Führungen auf Anfrage können nur noch schwer abgedeckt werden. Das Team werde immer älter, der eine oder andere könne aus familiären Gründen nicht mehr. Rentner und Schüler sucht Saur deshalb zur Verstärkung. Wobei er klar macht, Reichtümer zu verdienen gibt es nicht angesichts des Eintrittspreises von drei Euro. Aber zumindest für die Schüler sei ein kleines Taschengeld drin, wenn sie sich der Besucher annehmen. Angst vor den Führungen müsse niemand haben. Saur erinnert sich, dass er zuerst auch nicht ran wollte. Inzwischen macht ihm die Sache richtig Spaß.

Begeisterte Besucher

Wer gerne den Kontakt mit Menschen sucht und sich unterhält, der sei genau richtig, um den Besuchern die Geschichte der Olgahöhle näherzubringen. Und das sei kein Hexenwerk, sagt Saur. Zwei DIN-A-4-Seiten umfasst der Führungstext. »Zwei- oder dreimal mitlaufen und man hat’s drin.« Außerdem seien in der Höhle Schilder angebracht, dort könne man bei einem »Hänger« auch mal problemlos spickeln. Maximal 20 Personen stark sind die Gruppen, berichtet Saur weiter und die »Leute größtenteils ganz begeistert«, wenn sie etwas mehr über die sensationelle Entdeckung Johann Zieglers erfahren, die jetzt auch einen Platz im neuen Höhlenführer des Biospährenreservenreservats Schwäbische Alb gefunden hat.

Könnte dieses Kleinod in Zukunft nicht mehr regelmäßig geöffnet werden, dann wäre das für Saur schon eine Bankrott-Erklärung. Doch soweit ist es ja noch nicht. Der Honauer hofft, dass sich drei oder vier Leute finden, die mit einsteigen, das Team zu den regulären Öffnungszeiten entlasten und eventuell bereit sind, den einen oder anderen kurzfristigen Termin zu übernehmen. Wer Lust hat mitzumachen, der kann sich telefonisch oder per Mail bei Walter Saur melden. (GEA)

0 71 29/6 01 60

saur.walter@t-online.de

Die Olgahöhle


Johann Ziegler erkannte das Potenzial schnell, als er 1874 bei Arbeiten im Steinbruch seines Stief- vaters die Olgahöhle entdeckte und sie zu einer Attraktion ausbaute. Bereits 1884 erhielt die Höhle eine elektrische Beleuchtung und war somit die erste elektrifizierte Höhle Deutschlands und weltweit die zweite Schauhöhle mit elektrischem Licht.

Aber auch geologisch hat sie einiges zu bieten. Anders als die meisten Höhlen der Schwäbischen Alb, die vor Jahrmillionen entstanden sind, ist die Olgahöhle »blutjung«. Ihre Entstehungsgeschichte begann vor rund 10 000 Jahren. Sie ist eine sogenannte Primärhöhle. Diese werden zeitgleich mit dem sie umgebenden Gestein gebildet. Der Kalk aus dem Echazwasser lagerte sich im Fall der Olgahöhle an einer Steilstufe ab und bildete die unterirdischen Gänge sowie die einmaligen Sinterformen wie den charakteristischen »Blumenkohlsinter«.

Die Olgahöhle wird von der Ortsgruppe Honau des Schwäbischen Albvereins und der Höhlenforschungsgruppe Pfullingen betreut. (GEA)

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