Pfullingen / Eningen / Lichtenstein
Scheibengipfeltunnel - Vor allem die Verkehrsführung am Südportal verlangt von den Autofahrern Aufmerksamkeit

Scheibengipfeltunnel: Wo Autofahrer aufpassen müssen

VON UWE SAUTTER

PFULLINGEN/ENINGEN/REUTLINGEN. Aufgeregt ist Norbert Heinzelmann nicht. Aber wenn sich morgen die Pforten des Scheibengipfeltunnels öffnen, wird auch der Bauleiter vom Regierungspräsidium mit Spannung auf den Südbahnhof schauen und verfolgen, ob denn der Verkehr tatsächlich so fließt, wie es die Planer berechnet haben.

FOTO: Markus Niethammer
Vor allem am Südportal erwartet die Autofahrer eine stark veränderte Verkehrsführung. Das haben die Arbeiten in den letzten Wochen deutlich gemacht. Rücksicht ist gefragt, sagt denn auch Heinzelmann mit Blick auf die beiden Einfädelspuren am Südbahnhof - und eine angepasste Geschwindigkeit. Erst recht in den ersten Wochen, bis sich vor allem die Einheimischen an die neue Situation gewöhnt haben.

»Die Eninger sind zu schnell«, hat der Bauleiter in den vergangenen Monaten beobachtet. Zwar gilt bei der Auffahrt auf die B 312 in Richtung Reutlingen Tempo 50. Doch viele seien deutlich schneller unterwegs, wenn sie in den Verkehr, der von der Alb auf der B 312 kommt einfädeln wollen, um Richtung Reutlingen zu fahren. Von morgen an wollen aber nicht nur die Eninger einfädeln. Gleichzeitig werden auch die Autos, die durch den Tunnel in Richtung Stuttgart und Tübingen fahren möchten und sollen, die Fahrbahn wechseln. Denn aus der Eninger Einfädelspur wird dann auch die Auffahrt für den Tunnel. »Immer das weiter vorne fahrende Auto wechseln lassen«, rät Heinzelmann, damit das Ganze unfallfrei vonstatten gehen kann.

Weitere Abbiegespur notwendig

Zumindest gewöhnungsbedürftig wird das vor allem natürlich in den Hauptverkehrszeiten sein, wenn sich die Fahrzeuge eventuell noch vor dem Südbahnhof weit aufstauen. Wobei Heinzelmann davon nicht ausgeht. Am Südbahnhof ist jetzt eine weitere Ampel der bisherigen vorgeschaltet, sie stellt sicher, dass die Fahrzeuge, die aus dem Tunnel in Richtung Pfullingen, Reutlingen und Sonnenbühl wollen, immer Platz zum Einfahren haben. Denn eines ist für Heinzelmann klar, einen Rückstau in den Tunnel darf es nicht geben. Deshalb haben die Verkehrsplaner die ursprünglich vorgesehene einspurige Abfahrt aufgegeben und haben eine zweite Spur eingezogen, damit sich der Verkehr schon vor dem Abbiegen sortieren kann - nach Pfullingen/Sonnenbühl (linke Spur) und nach Reutlingen (rechte Spur).

Gleichwohl räumt Heinzelmann ein, dass die Aufstellfläche vor der Südbahnhofkreuzung größer sein könnte und die Kreuzung für den erwarteten Verkehr nach Pfullingen an ihrer Leistungsgrenze ist. Wichtig sei es, dass die geplante weitere Abbiegemöglichkeit nach Pfullingen kommt. In Zukunft sollen die Autofahrer deshalb am Dreispitz in Richtung Römerstraße fahren können. Das sei besonders wichtig, für den Fall, dass der Ursulabergtunnel einmal gesperrt ist und der ganze Verkehr über Pfullingen fließen muss.

»Man kann ja nicht eine Ortsumgehung bauen und dann den Verkehr auf ihr ausbremsen«, sagt Heinzelmann mit Blick auf die Verkehrsführung aus Reutlingen in Richtung Eningen. Dort laufen nach der Südbahnhofkreuzung, wenn die Scheibengifeltunnelfahrer abgebogen sind, die beiden Spuren Richtung Ursulabergtunnel zu einer zusammen. Denn die zweite Fahrbahn wird dort dann für die Einfädelspur aus Richtung Scheibengipfeltunnel abgezwackt. So werde verhindert, dass der überörtliche Verkehr gleich zwei Spuren wechseln muss, erklärt Heinzelmann. Ganz davon abgesehen, dass der Platz für eine dritte Spur letztlich nicht ausgereicht hätte.

»Unser Raum ist beschränkt«, verdeutlicht Heinzelmann die grundsätzlichen Schwierigkeiten bei den Überlegungen zur Verkehrsführung am Südportal. Wichtig sei's bei der Fahrt aus Reutlingen in Richtung Ursulabergtunnel, dass die Verkehrsteilnehmer auch nach der Südbahnhofkreuzung so lange wie möglich beide Fahrspuren nutzen und am Ende dann das Reißverschlussverfahren anwenden. Denn nur dann reiche die Leistung der Kreuzung aus, um den erwarteten Verkehr zu bewältigen.

Vierwöchige Einfahrphase

Mit dem Blick auf die Verkehrsführung am Nordportal sieht Heinzelmann noch Handlungsbedarf. Denn sowohl die Zufahrt aus Richtung Stuttgart als auch der Verkehr vom Tunnel in Richtung Reutlingen/Tübingen werden im Efeu über eine sogenannte abknickende Vorfahrt geführt, was letztlich auch dem Verkehrsfluss nicht gut tut.

Heinzelmann rechnet mit einer rund vierwöchigen Einfahrphase, nicht nur für die Autofahrer, sondern auch für die Verkehrsführung. »Wir haben ja die Möglichkeit noch nachzujustieren«, sei es etwa bei den Ampelschaltungen oder auch mit Geschwindigkeitsbeschränkungen an den Einfädelstellen. Insgesamt ist der Bauleiter aber zuversichtlich, dass der Verkehr morgen ohne größere Probleme rollt. (GEA)

Heute wird gefeiert, morgen rollt der Verkehr

Nach fast fünf Jahren Bauzeit wird heute Freitag, 27. Oktober, um 16 Uhr seine Fertigstellung gefeiert. Der Verkehr rollt dann von morgen, Samstag, an durch den Tunnel. (Die genaue Uhrzeit steht noch nicht fest ) Das Fest steigt am Südportal. Die Stadtkapelle macht die Musik dazu. Regierungspräsident Klaus Tappeser, Norbert Barthle, parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, und Winfried Hermann, der baden-württembergische Verkehrsminister, halten Reden. Grußworte kommen von der Reutlinger Oberbürgermeisterin Barbara Bosch und von Alexander Schweizer, dem Eninger Bürgermeister. Nach der Segnung durch Pfarrer Roland Knäbler und Dekan Marcus Keinath startet ein Autokorso mit Elektro- und Hybridfahrzeugen. (GEA)

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Scheibengipfeltunnel 2017
FOTO: Gerlinde Trinkhaus
 
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