Pfullingen / Eningen / Lichtenstein
Häsabstauben - Lichtensteiner Krautscheißer sind endlich wieder mit eigener Lumpenkapelle auf der Gass

Schalmeien geben Narren den Ton an

LICHTENSTEIN-UNTERHAUSEN. »Dieses Jahr wollen wir die Wiedergeburt zelebrieren«, freute sich Katja Thomas, langjährige Zunftmeisterin der Lichten- steiner Krautscheißer. Dafür hatte die Narrenzunft am Dreikönigstag zum traditionellen Häsabstauben geladen. Aber an diesem Abend ging es nicht ausschließlich um die Wiedergeburt der fünften Jahreszeit: »Wir sind ab dieser Saison endlich wieder spielfähig – unsere vereinseigenen Schalmeien begleiten uns wieder.«

Die letzten zwei Jahre mussten die Krautscheißer ihre Auftritte deshalb mit »Musik aus der Dose« unterlegen. »Des macht jetzt oifach koin Spaß meeh«, fand Katja Thomas, die mit ihrem Vize Stephan Blötscher das Programm des Abends gestaltete. Und da beide weder Harry Potter noch David Copperfield heißen und das mit dem Zaubern daher nicht funktioniert, mussten sie sich eben »eine Kapelle zusammenbasteln« – mit Unterstützung der zahlreichen Narren und fasnetsbegeisterten Besuchern, die sich »trotz minus 500 Grad« auf dem Hof der Uhlandschule eingefunden hatten.

Ein erster Versuch, bei dem Katja Thomas ein Solo an der Blockflöte hinlegte, ging erstmal in die Hose und wurde mit einem Einspieler des Liedes »Scheiß Melodie« vom DJ gestraft.Also mussten »Freiwillige« aus dem Publikum her: Fünf Unterhausener wurden willkürlich ausgewählt, mit Instrumenten versorgt und zu einem kleinen Ständchen verdonnert.

Standesgemäße Kittel

»Für Unterhausen war des total subbr«, lobte Vereinsvize Stephan Blötscher, die Krautscheißer aber ließen sich von diesem Gedudel nicht anlocken.

Also wurde die Kapelle ausgetauscht und Katja Thomas suchte im Publikum eine neue, aber wohl nicht mehr so zufällig ausgewählte Besetzung. Mit Instrumenten und standesgemäßen Kitteln ausgerüstet spielten diese unter der Leitung von Annika Häbe gekonnt das Lied »An Tagen wie diesen« und schafften es damit, unter viel jubelndem Geschelle alle Krautscheißer auf dem Platz zu versammeln. »Katja, des hosch jetzt klasse gmacht«, lobte Blötscher da seine Zunftmeisterin. »Die Fasnet isch gerettet!«

Die Schlosswölf im Sommertanz

Anschließend riefen Thomas und Blötscher auch die anderen Narrenvereine auf den Platz: Zuerst legten die Schlosswölf eine sommerliche Showtanz-Einlage hin, danach heizten die Wurzelseppl mit einer körperbetonten Performance richtig ein. Und auch die Hüftschwünge der Burgstoi-Hexa inklusive eindrucksvollem Pyramiden-Bau konnten sich wahrlich sehen lassen. »Ich bin begeistert«, resümierte Blötscher. Und Katja Thomas schloss nach einem letzten Freudentanz aller Narren zur Musik der Schalmeien mit dem Prost: »Auf eine wunderschöne Fasnet!«

Nicht nur in Lichtenstein wurden die Häs abgestaubt: Auch in Pfullingen und Eningen sind die Narren seit dem Wochenende wieder auf der Gass. Die Schalmeien der Krautscheißer suchen noch weitere Musiker. Wer Lust hat, sich zu beteiligen, kann sich per Mail an den Verein wenden. (ann)

narrenpost@krautscheisser.de

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