Pfullingen / Eningen / Lichtenstein
Junge Union - In Lichtenstein sitzt wohl bundesweit einer der jüngsten Ortsverbände der CDU-Jugendorganisation. Der 14-jährige Lukas Felder steht an der Spitze

Politisch soll's erst werden

Von Uwe Sautter

LICHTENSTEIN. So richtig politisch, das sind sie noch nicht. Doch das soll noch kommen - mit dem Alter, mit der Erfahrung. Denn die Lichtensteiner Junge Union versteht sich »als inhaltlicher Motor, als Stachel im Fleisch der CDU«, so steht es zumindest auf der Homepage des wohl jüngsten Ortsverbands der CDU-Nachwuchsorganisation bundesweit.

Robin Eckert, Arthur Pflaum und Lukas Felder (von links) gehören zum Vorstand der Jungen Union in Lichtenstein.  GEA-FOTO: SAUTTER
Robin Eckert, Arthur Pflaum und Lukas Felder (von links) gehören zum Vorstand der Jungen Union in Lichtenstein. FOTO: Uwe Sautter
Lukas Felder, ihr Vorsitzender, zählt gerade 14 Lenze und geht in die achte Klasse des Pfullinger Friedrich-Schiller-Gymnasiums, ebenso sein Stellvertreter Arthur Pflaum und Pressereferent Robin Eckert. Die Klassenkameraden haben gerade Unterricht hinter sich, als sie um 17 Uhr zum Gespräch in die Redaktion kommen. Und schon tut sich eine inhaltliche Differenz zur Mutterpartei auf. Vom G8 halten die Drei wenig. Da stimmen sie mit der CDU nicht überein. »Jeden Tag erleben wir, dass der Druck sehr hoch ist und Mitschüler nicht mehr mitkommen«, so ihre einhellige Kritik am G8. Es sollte halt langsamer gehen, finden sie.

Und außer Schulthemen? Ja, politisch interessiert seien sie schon, sagt der 14-jährige Arthur Pflaum, und sie wollen mitbestimmen. Doch Gründe nennen für ihr Engagement in der JU fällt ihnen schwer. »Man ist an der Quelle dran, trifft die Politiker, kann mit denen schwätzen«, sagt Lukas Felder, der vom Elternhaus geprägt ist. Sein Vater Matthäus Felder, lange Jahre Lichtensteiner Gemeinderat und CDU-Mitglied, hat ihn schon mit vier Jahren zum Kreisparteitag mitgenommen.

Gleichwohl steht die Politik nicht ganz vorne auf der Interessenliste des JU-Vorsitzenden. Den Spitzenplatz hat die Lichtensteiner Feuerwehr inne, »hier liegt mein Schwerpunkt«, räumt er ein. Fußball spielen, Chillen, Computerspielen, das entdeckt man, wenn man sich die Porträts der Drei auf der JU-Seite im Internet anschaut. Eben alles das, was 14-Jährigen Spaß macht. 19 Mitglieder hat der Ortsverband und die sind fast alle um die 14 Jahre alt, die meisten gehen aufs FSG. Bisher trafen sie sich in einer kleinen Hütte auf dem Traifelberg. Jetzt ziehen sie um in die Jugendräume in der Brögerschule. Bürgermeister Helmut Knorr, selbst CDU-Mitglied, hatte ihnen die Möglichkeit offeriert und Jugendarbeiterin Maria Pizzitola freut sich über weitere Nutzer der Räume. Ab 19 Uhr wird am kommenden Samstag bei Cola und Chips und Musik mit allen gefeiert, die sich mal dort umsehen wollen.

Mit einem festen Raum hat die JU jetzt ihr erstes Ziel erreicht. Alles Weitere sei noch im Aufbau, sagen die Drei, über die vor zwei Jahren im Ort von ihnen wiederbelebte Organisation. »Doch wenn alle zusammenarbeiten, dann wird es eine Sache mit Hand und Fuß«, prophezeien sie der JU in Lichtenstein eine gute Zukunft. Und dann wird es sicher auch noch was mit dem Stachel im Fleisch der Mutterpartei. (GEA)


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