Pfullingen / Eningen / Lichtenstein
Prävention - Das Thema Einbruchsschutz stand gestern im Mittelpunkt beim »Pfullinger Tag der Sicherheit«

Pfullinger Tag der Sicherheit: Schutz vor Einbrechern

VON PETRA SCHÖBEL

PFULLINGEN. »Ein bislang unbekannter Einbrecher hat ein Wohnhaus heimgesucht. Er schob an der Gebäuderückseite einen elektrischen Rollladen hoch, sodass er das Fenster aufhebeln konnte.« - Meldungen wie diese finden sich seit langer Zeit fast täglich in der Zeitung. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Wohn- oder auch ein Geschäftsgebäude von ungebetenen Gästen heimgesucht wird, ist in den zurückliegenden Jahren stark angestiegen. Damit Pfullinger Bürger sich gegen derlei Ereignisse wappnen können, haben die Stadtverwaltung, der Weiße Ring und zwei Unternehmen der Echazstadt gestern zum dritten »Pfullinger Tag der Sicherheit« eingeladen.

Hannes Mollenkopf demonstriert bei der Eröffnung des Pfullinger Sicherheitstags wie ein Rollo aufgehebelt wird. Der stellvertretende Bürgermeister Martin Fink beobachtet den »Einbrecher« bei der Arbeit.
Hannes Mollenkopf demonstriert bei der Eröffnung des Pfullinger Sicherheitstags wie ein Rollo aufgehebelt wird. Der stellvertretende Bürgermeister Martin Fink beobachtet den »Einbrecher« bei der Arbeit. FOTO: Petra Schöbel
In den vergangenen Jahren lag der Schwerpunkt des Sicherheitstags auf den Themen Selbstverteidigung und Opferschutz. Dieses Mal rückte die konkrete Beratung über Maßnahmen zum Schutz vor Einbrüchen in den Fokus. »Die Firmen Rolladen Mayer und Fensterbau Mollenkopf unterstützen uns in diesem Jahr mit Vorträgen, Beratung und einer Ausstellung«, erklärte Cornelia Gekeler, Pressesprecherin des Rathauses.

Traumatisierte Opfer

Deshalb fand die Veranstaltung der Einfachheit halber gleich in Firmenräumen in der Max-Eyth-Straße und nicht wie sonst im Rathaussaal statt. Dass die dunklere Winterzeit nicht nur Anlass bietet für gemütliche Teestunden, sondern auch »einen ganz speziellen Personenkreis« anlockt, machte der stellvertretende Bürgermeister Martin Fink in seiner Ansprache zur Eröffnung des Sicherheitstags am Vormittag deutlich. Einbrecher, teils ganze Banden, raubten ihren Opfern nicht nur Geld und andere Wertsachen, sie verwüsteten häufig den Wohnraum, richteten hohen Schaden an und ließen die Bewohner nicht selten hilflos und traumatisiert zurück. Fink dankte daher den Beteiligten für ihren Beitrag zu diesem wichtigen Thema und hob hervor, sie stünden »beispielhaft für die vielen leistungsfähigen Unternehmen der Region, die sich für die Sicherheit der Bürger und den Einbruchsschutz engagieren«.

Einen Infostand aufgebaut hatte auch Andrea Sautter, Leiterin der Außenstelle Reutlingen-Pfullingen der Opferschutz-Organisation Weißer Ring. Ihr ist es seit Langem ein Anliegen, Haus- und Wohnungsbesitzer darauf aufmerksam zu machen, was getan werden kann, damit ein Einbruch erst gar nicht gelingt. Denn immer wieder hat sie mit Einbruchsopfern zu tun, die es nicht verkraften können, dass Unbefugte ihre persönlichen Dinge durchwühlt oder beschädigt haben. »Viele sind anschließend traumatisiert und benötigen psychologische Hilfe«, betonte sie.

Mechanisch oder elektrisch

Gut besucht waren gestern Nachmittag die Vorträge und die Ausstellung zum Thema Einbruchsschutz. Etliche Interessierte kamen extra, um sich zum aktuellen Stand der Technik in diesem Bereich beraten zu lassen. Sandra Mayer-Wörner, Hannes Mollenkopf und Sabine Eichhorn führten in ihren Präsentationen vor, wie Fenster und Rollläden beschaffen sein sollten, um mögliche Einbrecher abzuschrecken. Viele neue Fenster werden heutzutage gleich mit einer sogenannten Pilzkopf-Verriegelung versehen. »Ein einfaches mechanisches Prinzip, mit dem das Aufhebeln eines Fensters verhindert wird«, erläuterte Mollenkopf. Wenn dann auch der Fenstergriff noch abschließbar sei, hätten Eindringlinge praktisch keine Chance, es sei denn, sie zerdepperten die ganze Scheibe. Bei relativ modernen Fenstern lasse sich ein solcher Verriegelungsmechanismus auch nachrüsten, erklärte er.

Dass auch Rollläden einen sehr guten Schutz bieten können, führten Sandra Mayer-Wörner und Wolfgang Mayer vor. Mit elektrisch betrieben Rollos hätten es Einbrecher grundsätzlich schwerer als mit solchen, die per Hand bedient werden. Wenn dann auch noch eine spezielle Sicherungsschiene innen am Rolladen angebracht ist, »kann ein Einbrecher schon mal die Lust die verlieren«, wie es Wolfgang Mayer ausdrückte. Denn sobald jemand von außen versucht, den Rollladen aufzuhebeln, verkeilt sich diese Schiene am Fensterrahmen, das Rollo gibt dann keinen Zentimeter mehr nach.

Beratung gab es zudem für mechanische Sicherungen für Haustüren, Überwachungsanlagen für Haus, Gelände und Wohnung, die sich zum Teil vom Handy aus steuern lassen und Meldungen senden, wenn zuhause etwas registriert wird. »Da gibt es für jedes Budget das Passende«, betonte Mayer. (GEA)

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