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29.12.2017

Bürgerbeteiligung - Projektgruppe bringt sich bei der Stadtentwicklung ein

Pfullingen / Eningen / Lichtenstein

Pfullinger Radwege sollen besser werden

PFULLINGEN. Es sind oft die kleinen Dinge, die den Radler-Alltag erschweren. Tückische Bordsteinkanten, zugeparkte Radwege, fehlende Abstellplätze, nur so zum Beispiel. Im Rahmen des »Integrierten Stadtentwicklungskonzepts plus Pfullingen 2035« (Isek) möchte nun ein Radweg-Projekt mit Bürgerbeteiligung das Thema Mobilität aus der Sattelperspektive ganz praxisnah beleuchten. Dabei geht es auch um Visionen für die Verkehrsplaner.

Die Pfullinger GAL-Gemeinderätin Traude Koch möchte das Pfullinger Radwegenetz sicherer machen.
Traude Koch ist gerne und viel mit dem Fahrrad unterwegs. Aus eigener Erfahrung kennt die GAL-Fraktionsvorsitzende einige für Radler tückische Stellen in Pfullingen. Gleich hinter der Martinskirche, wo die Große Heerstraße in die Marktstraße mündet, gibt es Gelegenheit für praktischen Anschauungsunterricht: Wer dort von der Hauptstraße mit dem Rad zum Marktplatz abbiegen möchte, muss über einen etwas höheren Bordstein am Fußgängerüberweg. Gar nicht so einfach, wie es klingt - vor allem mit ungeduldigen Autofahrern im Nacken. Ist der Winkel zur Bordsteinkante zu spitz, droht der Sturz. Ein Schlenker zu weit nach rechts und es wird gehupt - im besseren Fall.

In der Römerstraße und andernorts kann Traude Koch mehrere ähnliche Problemstellen aus Sicht der Radfahrerin benennen. Oder das Dauerärgernis mit den Ampel-Kontaktschleifen, die nicht auf das geringe Radfahrer-Gewicht reagieren. Zusätzliche Abstellplätze in der Innenstadt hält sie ebenfalls für sinnvoll, vielleicht sogar abschließbare Garagen für hochwertigere Räder. Wünschenswert nicht zuletzt ein Winterdienst für Radwege.

»Die Ost-West-Verbindung ist nur sehr schwach ausgebildet« §§ Die Projektgruppe hat sich vor einem halben Jahr mit mehreren Arbeitsgruppen gebildet. »Wir sind eine offene Gruppe, der Impuls ging von der GAL aus«, erzählt die Fraktionsvorsitzende im Stadtrat. Die Gruppe ist nicht auf lange Dauer angelegt, vielmehr soll sie Impulse liefern für das bereits laufende Stadtentwicklungskonzept Isek. Das Konzept war Ende Juli von Bürgermeister Michael Schrenk gemeinsam mit Experten des Büros Reschl aus Stuttgart öffentlich vorgestellt worden.

Bürgerbeteiligung ist ein Schlüssel für den Erfolg von Isek und so haben die Beteiligten am Radwegprojekt jüngst ihre Erkenntnisse und Anregungen dem Stadtbauamt präsentiert. »Es soll ein zweites Treffen geben, vermutlich im Februar, wo weiter konkretisiert wird«, berichtet Traude Koch. Ein Ziel dabei wird sein, das bestehende Radwegenetz aufzunehmen und zu kartieren. »Wir wollen unsere Arbeit konstruktiv in den Isek-Prozess einbringen«, betont sie.

Ein Hauptanliegen der Projektgruppe sind durchgängige Verbindungsstrecken für Radler. »Pfullingens Nord-Süd-Querung ist einigermaßen befahrbar, die Ost-West-Verbindung dagegen ist nur sehr schwach ausgebildet«, lautet die Erkenntnis der Stadträtin. An den meisten Stellen wäre Platz für durchgängige Verbindungen, ist sie überzeugt. Ebenfalls ausbaufähig seien die Schulradwege. Ihre Idee: »Die Klemmenstraße als Fahrradstraße - aber das geht eher in Richtung Visionen.«

§§ »Wir erwarten nicht, dass alles sofort erledigt wird«
 

Ein überörtliches Thema, das im Rahmen der Projektgruppe ebenfalls diskutiert wird, ist die bei Radfahrern mittlerweile sehr beliebte alte Bahntrasse. »Hier befinden wir uns allerdings in Konkurrenzsituation zum geplanten Albauf-stieg«, weiß Traude Koch. Sie betont, »uns kommt es darauf an, das große Ganze zu sehen. Und wir erwarten auch nicht, dass alles sofort erledigt werden muss.« Wichtig sei zudem, nicht allein aus Sicht der Radfahrer, sondern auch aus Sicht der Fußgänger zu planen.

Einer der nächsten Schritte ist eine gezielte Begehung mit dem Ordnungsamt, um zu schauen, was konkret und kurzfristig für die Verbesserung der Radwege getan werden kann. Mancherorts, wie zum Beispiel entlang der Römerstraße, ist allerdings nicht die Stadt der richtige Ansprechpartner. »Manches müssen wir dann eine Ebene höher bearbeiten«, so die Projektgruppen-Sprecherin.

Das Bürger-Projekt kann auf erste Erfolge verweisen. Beim Thema Radfahrertaugliche Ampel-Kontaktschleifen habe die Stadt schon eine Zusammenarbeit angekündigt, freut sich Traude Koch. Außerdem gibt es bereits eine Engstelle weniger: Am Ende der Eisenbahnstraße beim Übergang zum Serpentinenweg, der früher nicht selten zugeparkt war, steht nun ein Halteverbotsschild. »Jetzt kommt man durch, ohne sich mit seinem Rad an den Autos vorbeiquetschen zu müssen.« (GEA)

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