Pfullingen / Eningen / Lichtenstein
Ehrenamtliche Helfer - Freiwilligen-Engagement »FEE« hat bisher schon rund achtzigmal Hilfe vermitteln können

Niemand wird allein gelassen

ENINGEN. Reges Treiben herrscht an diesem Tag im Büro des »Freiwilligen Engagements Eningen«, kurz FEE genannt, in der Schillerstraße. Das Telefon klingelt, Eninger bieten ihre Dienste an oder fragen nach bestimmten Angeboten.

Drei der Helferinnen der Eninger FEE (von links): Dr. Margarita Wittoch, Ilse-Dore Schmidt und Margret Müller.  FOTO: KABLAOUI
Drei der Helferinnen der Eninger FEE (von links): Dr. Margarita Wittoch, Ilse-Dore Schmidt und Margret Müller. FOTO: Magdalena Kablaoui
Im Versammlungsraum der Krankenpflege, den die FEE mitbenutzt, werden Einzelgespräche geführt und die Mitarbeiterin, die eine behinderte alte Frau betreut, schaut mit dieser auf einem ihrer regelmäßigen Spaziergänge vorbei.

»Der Dienstag ist wie ein kleines Treffen der Mitarbeiter«, sagt Dr. Margarita Wittoch, die vor dreieinhalb Jahren zusammen mit Elisabeth Wilhelm-Mezger und Eckhard Hennenlotter die Freiwilligenvermittlung gegründet hat. Mittlerweile gibt es rund 50 Mitarbeiter, die ihre Dienste anbieten: Besuchsdienste, Gymnastikassistenz im Altenzentrum, Hilfe bei Gartenarbeiten und Einkäufen, Fahrten, Kinderbetreuung, Versorgung von Tieren und vieles andere.

Sechs wechseln sich ab

Im FEE-Büro wechseln sich sechs Frauen bei der Bereitschaft ab, hören täglich den Anrufbeantworter ab, führen Telefonate, beantworten Mails und aktualisieren die Kartei. Über 500 Kontakte wurden bisher gezählt. In gut 80 Fällen konnte man aktiv werden, so Wittoch, die jeden Kontakt vermerkt, denn: »Hier muss jeder alles wissen.«

»Uns darf keiner verloren gehen.« Das ist der Psychologin wichtig. Kümmern und Betreuen - das nimmt einen großen Stellenwert ein bei der Vermittlungsarbeit. Man nimmt sich Zeit für Gespräche, Angebote und Nachfragen werden genau formuliert, ebenso wie die Vereinbarung beim Zustandekommen einer Vermittlung. Und selbst dann werden der Unterstützung Suchende und der ehrenamtlich Helfende nicht alleingelassen: Ein »Pate« aus dem sechsköpfigen Büroteam betreut diese »Tandems«, erstellt Vermittlungsprotokolle, hilft bei Schwierigkeiten und passt die Vermittlung unter Umständen an neue Gegebenheiten an.

»Ein Vollzeit-Job«, meint Ilse-Dore Schmidt, die jeden Tag für die FEE tätig ist. Andere Mitarbeiter sind weniger eingebunden. Doch eins zeichnet alle aus: Der Mensch steht bei dieser Freiwilligen-Initiative im Mittelpunkt, sowohl der Nachfragende als auch derjenige, der sich engagiert. So erhalten ehrenamtlich Tätige Info-Briefe und Geburtstagsgrüße und sind während seiner Tätigkeit haftpflicht- und unfallversichert.

Vorlesezirkel im Altenheim

Die Vorsorge-Beratung ist ein weiterer Schwerpunkt im Aufgabenbereich von FEE. Zwei Mitarbeiter haben sich auf dem Gebiet fortgebildet und beraten nun, welche Vollmachten und Verfügungen für ältere Menschen sinnvoll sind. Eine dritte Säule sind diverse Projekte, die die FEE organisiert, oder an denen sich die Initiative beteiligt: Der Vorlesezirkel im Altenzentrum Frère Roger beispielsweise oder die Job-Days für Eninger Schüler. Außerdem bietet FEE im Altenzentrum eine Sturzprophylaxe an und begleitet ältere und gehbehinderte Menschen zu den Eninger Rathauskonzerten.

Eine besondere Ehrung für FEE gab's im vergangenen Jahr. Das Freiwillige Engagement Eningen wurde nominiert für den Deutschen Engagementpreis 2009 und darf nun eine entsprechende Plakette tragen. Doch warum steckt man einen Großteil seiner Freizeit in solch ein ehrenamtliches Engagement? Was bekommt man zurück? Ilse-Dore Schmidt meint: »Manchmal ein Dankeschön.« Für Dr. Margarita Wittoch ist es »Aufwandsentschädigung«, wenn sie sieht, wie die Bewohner von »Frère Roger« beim Vorlesezirkel aufblühen und mitmachen.

Ihr Ziel für die Zukunft: »Mehr Mitarbeiter kompetent machen.« So könne Vieles intensiviert und Neues gestartet werden. Und sie wünscht sich mehr Eninger, die sich mit ihren Wünschen an FEE wenden: »Habt Mut und meldet euch.« Auch Nachbarn könnten Tipps geben, wenn sie merkten, dass jemand Hilfe benötige. Derzeit gebe es mehr Mitarbeiter, die Dienste anbieten als Suchende. Weitere Informationen im Internet. (GEA)

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