Pfullingen / Eningen / Lichtenstein
Wettkampf - Spieler aus ganz Baden-Württemberg kommen zum deutschlandweit einzigen Nachtturnier auf den Platz beim Pfullinger Freibad. Wetter wenig sommerlich

Minigolf ist Leistungssport

Von Patricia Kozjek

PFULLINGEN. Bei frischen 13 Grad, statt Hochsommertemperatur, wurde am Samstagabend das Minigolf-Nachtturnier mit 34 Teilnehmern ausgetragen: Angereist waren die Spieler dafür aus Ludwigsburg, Hechingen und Bad Waldsee. »Letztes Jahr hatten wir 60 Teilnehmer«, erzählt Heinz Rein, Vorsitzender der Bahnengolfgemeinschaft Pfullingen.

Das Wetter spielte in diesem Jahr aber nicht mit. Professionelle Spieler gingen am Abend dennoch an den Start.

Hobby- und Profispieler auf der Pfullinger Minigolfanlage: Ein warmer Kittel war notwendig.  FOTO: KOZJEK
Hobby- und Profispieler auf der Pfullinger Minigolfanlage: Ein warmer Kittel war notwendig. FOTO: Patricia Kozjek
Was viele nicht wissen: »Minigolfen ist ein Leistungssport«, so Rein. Etwa 45 Minuten und 27 bis 38 Schläge pro Runde braucht ein Profi auf der 18-Bahnen-Anlage in Pfullingen, gleich neben dem Freibad. »Der Hobbyspieler freut sich schon, wenn er es mit 50 Schlägen schafft«, so Rein. Das Pfullinger Nachtturnier sei sowohl in Deutschland als auch im Verband einzigartig, betont er. »Entstanden ist die Idee vor vielen Jahren aus Jux und Tollerei«. Und es soll vor allem eins machen: »Ganz viel Spaß!«

In einem gutem Mix von Hobby- und Profispielern ging es am Samstag an den Start auf der neu gerichteten Anlage, in die erst kürzlich einige Tausend Stunden Arbeit gesteckt wurden. »Minigolfen ist ein Sport, der problemlos von 5 bis 80 Jahren gespielt werden kann«, unterstreicht der Vereinsvorsitzende. »Ein Konzentrationsspiel an frischer Luft und reichlich kommunikativ«.



Das teuerste an dem Sport sind die Bälle. Profis, die nach der »Schuhmacher-Taktik« das Gummiteil auf dem Platz wohlüberlegt einsetzen, »haben schon mal eine Sammlung von bis zu 1 000 Bällen, Stückpreis 12 bis 15 Euro«, erklärt Rein erstaunten Zuhörern. Ob »tote oder schnelle Bälle« eingesetzt werden, hängt dabei ganz von der Temperatur, aber auch der Bodenbeschaffenheit ab. »Beim Minigolfen wird die Motorik vorbildlich geschult«, wirft der Platzbesitzer Roland Schimeck ein, der sich bereits im zwanzigsten Jahr mit Herzblut um die Minigolfanlage kümmert.

Auch Körperbehinderte zählen zwischenzeitlich zu seinen Stammkunden. »Das Interesse am Minigolfen war in all den Jahren konstant, wetterbedingt gab es allerdings auch mal eine schlechte Saison«, erzählt er. Der 4 000 Quadratmeter große Platz mache ganz schön viel Arbeit. Alle zwei Wochen Mähen sind fast der geringste Aufwand. »Es ist ein Full-time-Job für neun Monate, eine Saison lang«. »Immerhin spielen 20 Millionen Deutsche Minigolf«, klärt Schimeck auf. Wer eine Runde spielt, läuft 1 300 Meter. Die 1982 erbaute Bahn wird alle drei Jahre vom Verband abgenommen. »2003 wurden hier deutsche Minigolf-Meisterschaften ausgespielt«, so Rein. (GEA)



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