Ausstellung - Honauer Tuff-Sommer nimmt Gestalt an. Sechs Künstler aus der Region bestücken die Keller. Vier Juni-Wochenenden mit Kultur, Musik und Kulinarischem
Kunst im Untergrund
Von Uwe Sautter
LICHTENSTEIN-HONAU. Für so einen kleinen Ort hat Honau ganz ordentlich was zu bieten: Schloss Lichtenstein, das Wilhelm-Hauff-Museum und die Olgahöhle, jedes für sich ist schon einen Besuch wert. Im Juni kommt noch eine Attraktion dazu: Sechs Tuffsteinkeller werden zur Bühne von sechs Kunstschaffenden aus der Region.
Immer wieder lassen Honaus Tuffsteinkeller Einheimische und Künstler staunen.
FOTO: Uwe Sautter
Ungewöhnliche Werke an ungewöhnlichen Orten, das verspricht das ehrenamtliche Organisationsteam von Kunst im Tuffsteinkeller, das schon seit Jahresanfang kräftig werkelt, um die Aktion auf die Beine zu stellen (wir berichteten). An vier Wochenenden soll der Lichtensteiner Teilort die Anlaufstelle für Kunstliebhaber aus der Region und ganz Baden-Württemberg werden.
Rund 3 000 Besucher erwartet Jutta Kraak, eine Masse, die auch die örtliche Gastronomie aufhorchen lässt: Die will spezielle Angebote für die Ausstellungszeit entwickeln, konkrete Pläne liegen aber noch nicht vor, so Jutta Kraak bei einer Pressekonferenz im Ortsamt Honau.
Dort ist Ortsvorsteher Wilfried Schneider genauso begeistert vom Projekt wie der Vertreter der Arbeitsgemeinschaft der örtlichen Vereine Günther Frick.
Die Vereine werden an den Wochenenden die Verköstigung der Besucher übernehmen. Vor dem Feuerwehrhaus gibt es dann an allen Tagen eine kleine Hockete, auf der sich die Besucher stärken können. Gleichzeitig wird ein attraktives Musikprogramm geboten, treten die Quartier Latin Jazzband aus Pforzheim auf und spielt Hot und Swing, bieten etwa »Die Winters« aus Lichtenstein Coversongs aus Rock, Blues und Soul.
Jury hat entschieden
An jedem der acht Öffnungstage lohnt sich also der Besuch nicht nur wegen der Künstler, die die hochkarätig besetze Jury (Herbert Eichhorn, Leiter des Reutlinger Kunstmuseums, Clemens Ottnad, Geschäftsführer des Kunstvereins Reutlingen, Dr. Brigitte Bausinger und die Kunsthistorikerin Dr. Gitta Heil aus Gera) nach der Sichtung von 19 Bewerbungen ausgewählt haben.
Roland Milkau (Albstadt) zeigt seine Videoinstallation in der Schulstraße 26. Ulrich Kost (Reutlingen) logiert mit Verschiedenes im Pfarrhauskeller, Renate Scherg (Tübingen) zieht mit ihrer »Blackbox mit Würfel« in den Untergrund der Heerstraße 45, der Bodentropfstein von Peter Magiera (Reutlingen) gedeiht unter dem Feuerwehrhaus.
Renate Vetters »Boote« gehen in der Brückenstraße 1 vor Anker. Die Gönningerin beschäftigt sich mit der Lebensweise heute und früher, möchte mit ihrem Werk auch an das bäuerliche Leben erinnern, »als die Keller noch gebraucht wurden«, sagt sie bei der Pressekonferenz und freut sich auf die interessante Aufgabe. Die Keramikschalen und Hüllen von Renate Zeeden sollen einen reizvollen Kontrast zu den schweren Gewölben in der Schulstraße 11 bilden. Für die Gomaringerin ist deshalb das Projekt in Honau besonders interessant.
Außerdem wird es Ausstellungen vom Schwäbischen Albverein, dem Geschichts- und Heimatverein und dem Höhlenverein geben über die Geschichte der Tuffsteinbrüche, des Schlosses und der Lichtensteinfestspiele, die von 1901 bis 1903 unzählige Besucher nach Honau lockten.
Und die sollen dann aus dem Reigen der Einzelattraktionen ein großes ansehnliches Paket schnüren, letztlich auch zum Wohle der Gemeinde, die eine Stärkung ihrer Attraktivität für Besucher in den schwierigen wirtschaftlichen Zeiten durchaus gebrauchen könnte. (GEA)