Islam-Unterricht an der Schloss-Schule
PFULLINGEN. Die Schloss-Schule, die das neue Schuljahr als Grund- und neue Werkrealschule beginnt, hat sich in Stuttgart beim Ministerium für Kultus, Jugend und Sport als Modellschule für islamischen Religionsunterricht beworben. Das Land will das seit vier Jahren laufende Projekt fortsetzen. Dazu suchte es weitere Schulen. Erwin Scheib stellte Rainer Gonser, dem Rektor der Schloss-Schule, drei Fragen.
1 Hat das Ministerium den Islam-Unterricht in Pfullingen genehmigt?
Rainer Gonser: Die Genehmigung liegt vor. Das Projekt hat Modellstatus. Das Ministerium hatte für die Umsetzung des Projekts zehn Schulen im Land Baden-Württemberg gesucht. Die Schloss-Schule wurde ausgewählt.
2 Wie viel Schüler in Pfullingen werden voraussichtlich teilnehmen?
Gonser: Diese Abfrage haben wir noch nicht gemacht. Es ist ein Unterrichtsangebot, zu dem die Eltern ihre Kinder anmelden müssen. Das Formular muss noch an die Eltern verschickt werden und wir müssen die Rückmeldungen abwarten. Deshalb kann ich noch keine Zahl nennen.
3 Welche Ziele verbindet die Schule mit diesem besonderen Angebot?
Gonser: Alle reden derzeit über Integration. Für uns ist dies ein Stück weit Integrationsleistung. Wir sollten nicht darüber schimpfen, dass die Kinder hier sind. Wir wollen diese Kinder mit ihrer Besonderheit ernst nehmen. Dazu gehört auch, dass man ihnen ihre Religion vermittelt. Und das nicht in der Hinterkammer einer Moschee, sondern unter staatlicher Aufsicht in einer Schule von deutschen Lehrern in deutscher Sprache. (GEA)