Pfullingen / Eningen / Lichtenstein
Dorffest - Die Hoffnung auf eine ungetrübte Feier erfüllte sich in Eningen nicht ganz. Dennoch war die Stimmung gut

Irische Wetterverhältnisse beim Dorffest Eningen

Von Christoph B. Ströhle

ENINGEN. »Es gibt vier Jahreszeiten - jeden Tag«, sagt man in Irland. Der vergangene Samstag war so ein irischer Tag, der von frühlingshaftem Wechselwetter über (fast) sommerliche Sonnenstunden und Gewitterregen bis hin zu Herbstschauern und abendlicher Kühle, die einem Vorwintertag gut zu Gesicht gestanden hätte, so ziemlich alles bereithielt. Für ihr 14. Dorffest hatten sich die Eninger anderes erhofft. Sie hielten sich tapfer.

Die ganze Aufmerksamkeit gehörte den Vereinen, die dank ihrer engagierten Mitglieder ein unterhaltsames Programm stemmten und die Gäste bestens versorgten.
Die ganze Aufmerksamkeit gehörte den Vereinen, die dank ihrer engagierten Mitglieder ein unterhaltsames Programm stemmten und die Gäste bestens versorgten. FOTO: Gerlinde Trinkhaus
Am Morgen war noch verhaltener Optimismus zu spüren gewesen. »Die Stimmung ist gut. Wir suchen nur noch nach dem, der uns den Tag über das gute Wetter garantiert«, sagte Klaus Baer, Gruppenleiter der TSV-Jedermänner, die ihren wetterfesten Bewirtungsstand in der Eugenstraße aufgebaut hatten und auf »ein gutes Geschäft an diesem zentralen Platz« setzten.

40 Kilo Pommes, 350 Rote und 250 Portionen Schweinehals hatten sie für ihre Gäste eingekauft. Für rege Beteiligung hatte Baer unter den Jedermännern nicht lange werben müssen. »Auf- und Abbau mitgerechnet, haben wir mindestens 30 Helfer im Einsatz. Da haben wir wirklich eine Supertruppe.« Tatsächlich ließen auch die Besucher nicht lange auf sich warten. Kräftig langten sie bei Schupfnudeln (SKV Eningen), gebackener Forelle (Fischerkameradschaft), Gyros (Achalm Bikers), Most und Schnittlauchbrot (Eninger Landfrauen) und Ähnlichem zu. Die türkischen Elternbeiräte ließen es sich trotz der muslimischen Fastenzeit nicht nehmen, mit Schafskäse gefüllte Hefeteigtaschen (Pohca) und Börek anzubieten.

Fans bleiben bis Mitternacht

Nicht den ganzen Tag, aber immer wieder zwischen den Regengüssen füllte sich die Fest- und Flaniermeile. Die meisten Darbietungen auf dem Rathausvorplatz konnten wie geplant stattfinden, darunter Schülertänze der Reutlinger Tanzschule Dance+Music und von Poldis Tanzwerkstatt sowie eine Pharaonenshow des TSV-Turnernachwuchses. Lediglich die Jazzband der Musikschule musste angesichts des aufziehenden Gewitters die Segel streichen. Eine Modenschau in der Hauptstraße fand ebenso ihr Publikum wie das Kasperletheater für die Kleinen im Rathaus oder der Auftritt zweier Rock- und Alternative-Bands auf der Bühne der Achalm Bikers auf dem Spitalplatz. Dort hielten die Fans bis Mitternacht selbst bei strömendem Regen durch.

Gut angenommen wurde mittags das offene Singen und Musizieren vorm Rathaus mit der Musikschule unter der Leitung von Johannes Popp. »Wir sind die Optimisten, die anderen Streicher sind zu Hause geblieben«, sagte Geigendozentin Friedeborg Künstner mit Blick auf die vier Violinschüler neben ihr. Zum Schutz der empfindlichen Instrumente hatte sie ihnen geraten: »Wenn's regnet, sofort einpacken.« Es regnete nicht. Zumindest nicht gleich. Und so konnten neben über hundert, spontan mit Liedtexten ausgestatteten Sängern auch 70 Musiker bei Liedern wie »Auf dr schwäb'sche Eisebahne« oder »Ein Jäger längs dem Weiher ging« mit einstimmen. Das Gros stellten die Blasinstrumente.

Herausragende Leistung

Bürgermeister Alexander Schweizer hatte das Dorffest am Vormittag mit dem traditionellen Fassanstich eröffnet, umrahmt von Klängen des Musikvereins, der »Eninger Gemeindekapelle« (so Schweizer). Er würdigte das Fest als »herausragende Leistung der Eninger Vereine«. Ohne das enorme Engagement der vielen freiwilligen Helfer gehe es nicht, »ohne sie gäbe es kein 14. Eninger Dorffest«. Die Gemeinde wisse das zu schätzen und versuche, eine angemessene Unterstützung zu leisten, indem sie den Strom und die notwendige Infrastruktur zur Verfügung stelle.

»Auch der Gemeinderat hat die Zeichen der Zeit erkannt und unterstützt die Vereine seit diesem Jahr mit den neu gefassten Vereinsförderrichtlinien deutlich stärker als bisher.« So habe sich die Nachwuchsförderung verzweieinhalbfacht.

Eine Förderung erhalte künftig nur noch der Verein, der sich regelmäßig aktiv ins Gemeindeleben einbringe. »Ich hoffe, dieser Impuls wird von den Vereinen, vor allem den teilnehmenden, positiv wahrgenommen und erfüllt den beabsichtigten Zweck«, so Schweizer. (GEA)




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Ausgelassene Stimmung

Dorffest in Eningen

Dorffest in Eningen Juli 2012
FOTO: Gerlinde Trinkhaus
 
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