Pfullingen / Eningen / Lichtenstein
Gemeinderat - Bürgermeister Alexander Schweizer und Kämmerer Roland Schwarz bringen den Haushaltsplan 2018 ein

Investition in die Kinderbetreuung

VON THOMAS BARAL

ENINGEN. Wirtschaftlich »in einer bemerkenswert guten Lage« befinde sich derzeit die Gemeinde, erklärte Bürgermeister Alexander Schweizer am Donnerstagabend in der Sitzung des Gemeinderats bei der Einbringung des Haushalts. Man wisse aber nicht, wie lange diese Situation anhalten werde.

Ganz erfreulich sei zudem, dass es im Ort einen »Babyboom« gebe: Bisher seien pro Jahr in Eningen durchschnittlich etwa 100 Kinder dazugekommen, im vergangenen Jahr waren es schon 115 und in diesem Jahr 130 bei mittlerweile 11 191 Einwohnern: Eine Situation, die sich zuletzt in den Sechzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts so ergeben hatte.

Deshalb seien die Investitionsvorhaben im Haushaltsplan für 2018 und folgende Jahre auch geprägt von den Themen »Kinderbetreuung und Spielplätze«. Als weitere Schwerpunkte nannte Schweizer die Sanierung des Feuerwehrgerätehauses und des Freibads. In Letzterem hätten schon die Bauarbeiten für den zweiten Abschnitt der Sanierung begonnen, die Umkleiden.

Weitere Schwerpunkte seien der soziale Wohnungsbau, für den man allerdings Partner brauche, und der Hochwasserschutz. Da in den zurückliegenden Jahren ebenfalls viel gestemmt worden ist, sei noch nicht klar, ob die Gemeinde nach dem Jahr 2018 in diesem Umfang weiter investieren könne.

Verabschiedung im Februar

Diskutiert werden soll das Zahlenwerk nun in den Ausschüssen; eine Fragerunde gibt es am 14. Dezember im Gemeinderat und Anfang Februar soll der Haushalt dann verabschiedet werden, wie Kämmerer Roland Schwarz sagte, der die Zahlen und die Kernaussagen des Haushaltsplans erläuterte. Der Planentwurf hat einen Umfang von fast 30 Millionen Euro; wobei auf den Verwaltungshaushaushalt 23,5 Millionen entfallen, auf den Vermögenshaushalt sechs Millionen Euro.

Als größere Investitionsmaßnahmen werden aufgeführt: Der Umbau der Schillerschule in ein »Haus für Bildung, Betreuung und Familie«, der insgesamt fast 1,9 Millionen Euro kosten wird, die Errichtung einer Obdachlosenunterkunft für 185 000 Euro sowie die Sanierung des Feuerwehrgerätehauses mit 500 000 Euro. Für den zweiten »Leuchtturmspielplatz« im Ort auf der »Wenge« sollen 200 000 Euro ausgegeben werden, für den Hochwasserschutz eine viertel Million Euro.

Für die Teilsanierung der Elektrik in der HAP-Grieshaber-Halle werden 160 000 Euro eingeplant, für den sozialen Wohnungsbau 700 000 Euro, um nur einige der Vorhaben zu nennen. Wie immer spielt auch der Brandschutz eine Rolle, hierfür werden im Kindergarten Pusteblume 55 000 Euro gebraucht. Die Belagsanierung der Burgtalstraße ist mit 140 000 Euro angesetzt. Zudem wird Geld bereitgestellt unter anderem für den Breitbandnetzausbau, für die Erschließung des Gewerbegebiets Kugeläcker und den Erwerb von Fahrzeugen für die Gemeindeverwaltung und für den Forst.

Rücklagen werden aufgebraucht

»Der Verwaltungshaushalt ist im nächsten Haushaltsjahr nur knapp in der Lage, die Mindestzuführung zu erwirtschaften«, betonte der Kämmerer. Diese Zuführungsrate liege »sehr deutlich unter der durchschnittlichen der vergangenen Jahre«. Die Rücklagen der Gemeinde müssten zur Deckung der Investitionen im Vermögenshaushalt in starkem Maße abgebaut werden und würden bereits im Jahr 2019 aufgebraucht sein. Schwarz sprach davon, dass »die Investitionen der Folgejahre zu einem Substanzverzehr« führen werden.

Geplant ist deshalb, innere Darlehen an die Eigenbetriebe - das sind die Gemeindewerke und der Bauhof - aufzulösen, weshalb diese dann genötigt sein werden, ihre Darlehen durch Kredite bei den Banken zu ersetzen. Und schließlich würden auch für die Gemeinde vom Jahr 2022 an Kreditaufnahmen unvermeidbar.

Als Steuerkraftsumme gab Schwarz 14,8 Millionen Euro an; die Verschuldung der Gemeinde betrage voraussichtlich zum Ende des Jahres 2018 dann rund 400 000 Euro. Das entspricht einer Pro-Kopf-Verschuldung von 38,20 Euro, mit der offiziellen Einwohnerzahl vom 31. Dezember des Jahres 2015 gerechnet.

Der Kämmerer mahnte, alle Planungen setzten eine weitere günstige wirtschaftliche Gesamtentwicklung voraus. Eine nur geringe Verschlechterung der Rahmenbedingungen »gefährdet sofort ein positives Ergebnis des Verwaltungshaushalts«. (GEA)

Das könnte Sie auch interessieren
Regionen

Wählen Sie Ihre Region

Karte mit einzelnen Regionen Tübingen Reutlingen Pfullingen Eningen Lichtenstein Über der Alb Neckar und Erms
Mitarbeiter gesucht!
  • Stellenanzeigen werden geladen...


Jones blendet Diskussionen aus - DFB-Frauen fokussiert

Steffi Jones fordert eine klare Leistungssteigerung. Foto: Uwe Anspach

Bielefeld (dpa) - Steffi Jones will sich von den D... mehr»

Simbabwes neuer Präsident Mnangagwa wird vereidigt

Das eng mit Mnangagwa verbundene Militär hatte die Macht übernommen. Foto: Ben Curtis

Harare (dpa) - Drei Tage nach dem Rücktritt von Si... mehr»

Entscheidung über Zukunft von Küchenbauer Alno erwartet

Seit dem Börsengang 1995 schrieb der Küchenkonzern bis auf ein Jahr stets Verlust. Foto: Patrick Seeger

Pfullendorf (dpa) - Wie geht es mit dem Küchenbaue... mehr»

EU-Ratspräsident Tusk trifft Premierministerin May

Tusk trifft sich erneut mit Premierministerin Theresa May. Foto: Geert Vanden Wijngaert/Archiv

Brüssel (dpa) - Auf der Suche nach einem Durchbruc... mehr»

96 will Wiedergutmachung, VfB den Auswärtsfluch beenden

Horst Heldt könnte Nachfolger von Sportchef Jörg Schmadtke in Köln werden. Foto: Peter Steffe

Hannover (dpa) - Hannover 96 empfängt im Duell der... mehr»

Aktion

Zeitungspaten gesucht

Zeitung lesen macht schlau! Setzen Sie sich als Zeitungspate dafür ein, dass alle Kinder und Jugendlichen einen kostenlosen Zugang zur Tageszeitung haben.
lesen »
Aktuelle Beilagen