Pfullingen / Eningen / Lichtenstein
LEUTE - Nach Baku wird Anna Zeiler aus Pfullingen alias Polly - nicht fahren. Doch ihre Songs sind hitverdächtig

Hitverdächtige Songs von Polly aus Pfullingen

Von Petra Schöbel

PFULLINGEN. Ihre Stimme ist kraftvoll und ausdrucksstark, ihre Songs sind peppig, eingängig, mitreißend und haben durchaus das Potenzial, Hits zu werden. Wenn Anna Pauline Zeiler - alias Polly - ihre Stücke »The Past« oder auch »Two Hearts« singt, dann geht das unter die Haut. Gemeinsam mit ihrer Band - die sich nach ihrem Spitznamen nennt - ist sie bereit, ins ganz große Musikgeschäft einzusteigen. Als Solistin hatte sie vor drei Wochen ihren bisher größten Auftritt: Als Kandidatin für »Unser Star für Baku« war die 19-jährige Pfullingerin in Stefan Raabs Casting-Show zu sehen.

»Polly« ist nicht nur Anna Zeilers Spitzname, auch ihre Band mit Bassist Patrick Kofmann (von rechts), Gitarrist David Brucklacher und Schlagzeuger »Harrison« Theil nennt sich so. Im Pfullinger Artist-Tonstudio spielen sie gerade neue Songs ein. GEA-FOTO: SCHÖBEL
»Polly« ist nicht nur Anna Zeilers Spitzname, auch ihre Band mit Bassist Patrick Kofmann (von rechts), Gitarrist David Brucklacher und Schlagzeuger »Harrison« Theil nennt sich so. Im Pfullinger Artist-Tonstudio spielen sie gerade neue Songs ein. FOTO: Petra Schöbel
»Das war eine echte Abenteuerwoche in Köln«, erzählt sie und ist noch im Nachhinein begeistert von diesem Mega-Erlebnis. Die Tatsache, dass sie bei der Vorentscheidung am 19. Januar vom Publikum auf den zehnten und letzten Platz gewählt wurde, kratzt nicht an ihrem Selbstbewusstsein. »Ich bin glücklich«, sagt sie, »ich habe so viele tolle Musiker dort kennengelernt, mit denen ich jetzt noch Kontakt habe«, sagt sie. Gemeinsame Projekte sind bereits angedacht. Das sind die Ergebnisse dieses »Abenteuers«, die für sie zählen.

»Leider konnte ich in Köln keinen von meinen Songs singen«
 

Außerdem war sie ausgerechnet zu diesem Termin krank und hätte eigentlich wegen einer Lungenentzündung das Bett hüten sollen. Aber diese einmalige Gelegenheit, vor einem Millionenpublikum auftreten zu können, konnte sie natürlich nicht an sich vorbeigehen lassen. Mithilfe von Medikamenten und dank der guten Pflege ihrer Mitkonkurrenten hat sie durchgehalten. »Leider konnte ich dort keinen von meinen Songs singen«, berichtet sie, ein Coversong war gewünscht. Zehn Vorschläge konnte sie abgeben. Singen durfte sie den Hit »Grenade« von Bruno Mars.

Von der Jury kamen die üblichen Sprüche: Thomas D. sah in Polly Zeiler »einen ungeschliffenen Rohdiamanten«, Stefan Raab und Alina Süggeler lobten ihre Stimme und wünschten sich, »auch mal leisere Töne« von ihr zu hören. Dabei hat sie es längst drauf, ihre Stimme an Rocksongs oder Balladen anzupassen. Trotz ihrer gerade einmal 19 Jahre ist sie im Musik-Business schon ein alter Hase.

Fünf Jahre alt ist sie, als »das riesengroße Klavier« ihres Onkels sie mächtig beeindruckt. Auf diesem Instrument lernt sie die ersten Töne; bald darauf beginnt sie an der Pfullinger Musikschule mit dem Keyboard-Unterricht, wechselt nach zwei Jahren zum Klavier. Später lernt sie zusätzlich Querflöte; das Gitarrespielen bringt sie sich schließlich selbst bei. Weil sie schon als Kind ihre Fantasie in Musik umsetzt und eigene Lieder schreibt, ist es für sie logisch, auch ihre Stimme zu schulen. Ab 2002 - da ist sie neun Jahre als - nimmt sie Gesangsunterricht.

Ihre ersten Auftritte als Songwriterin hat sie mit 13 Jahren, damals noch auf der Bühne begleitet von ihrem Vater Harald Zeiler und einem Freund. Mit 14 nimmt Anna zum ersten Mal einige Lieder in einem professionellen Tonstudio auf. Beim landesweiten Bandcontest von Radio Antenne 1 erzielt sie 2007 mit ihrem eindrucksvollen Auftritt einen Achtungserfolg. Ein Jahr später schafft sie es ins Finale und belegt den zweiten Platz des Wettbewerbs. Mit 16 reist sie als musikalische Botschafterin Reutlingens in die Partnerstadt Szolnok.

»Hausaufgaben habe ich damals immer im Zug gemacht«
 

In dieser Zeit ist sie längst »liedersüchtig«: Fast täglich schreibt sie an neuen Songs, verbringt ihre freie Zeit vor allem im Tonstudio in Schorndorf, um ihre Lieder einzuspielen. »Hausaufgaben habe ich damals immer im Zug gemacht«, sagt sie. Im Studio lernt sie den Gitarristen David Brucklacher kennen, ebenfalls Pfullinger. Sie verstehen sich auf Anhieb und machen von da an gemeinsam Musik, tingeln zwischen Ulm, Ehningen, Reutlingen, Stuttgart und Karlsruhe von Auftritt zu Auftritt und haben eine Menge Spaß dabei: »Wir waren ein harmonierendes Duett.« Eine Zeit lang probieren sie mit der Band »The Snatches« ihre punkige Seite aus.

Seit einem Jahr arbeitet Anna, die Elton John, Pink und Gary Moore zu ihren Vorbildern zählt, im Pfullinger Artist-Tonstudio von Sven Gallinsky. Musikalisch ist sie wieder zu ihren Balladen und eher groovigen Songs zurückgekehrt. Im vergangenen Frühjahr hat sie mit Schlagzeuger »Harrison« Theil und Bassist Patrick Kofmann ihre Band »Polly« komplettiert.

In dieser Besetzung haben die vier bereits etliche Gigs hinter sich, zum Beispiel beim Straßenmusikfestival in Ludwigsburg im vergangenen Jahr. Beinahe, berichtet sie und verdreht dabei die Augen, beinahe wären sie dann die Vorgruppe von Bon Jovi geworden.

»Bald wird es von uns neue Überraschungen geben«
 

Ein hessischer Radiosender hatte den Wettbewerb gestartet, für den Auftritt der amerikanischen Superstars in Mannheim den »Supporting Act« zu suchen. Wie viele Bands sich beworben hatten, weiß Anna Zeiler nicht. Mit Polly kam sie unter die besten zehn, die vom Bon-Jovi- Management ausgesucht worden waren. Über diese zehn Bewerber stimmten dann die Radiohörer in einem Online-Votung ab. »Leider haben wir nur den zweiten Platz belegt«, sagt sie, »da waren wir richtig traurig.«

Gewonnen hat die Band dann aber den »Colour your dream«-Bandcontest in Weil der Stadt Anfang Juli 2011. Dort haben die vier jungen Musiker erstmals nicht mehr »unplugged«, sondern mit »richtigem Bühnensound« spielen können. »Das war cool«, erinnert sich Anna.

Seither haben sie viel im Studio gearbeitet und Anfang Januar gleich zwei CDs auf einmal rausgebracht: »Capture the Moment« und die Live-Aufnahme »Strink Break Party«. Ein Video von »Polly« soll demnächst folgen.

Im Frühjahr starten die vier ihre erste Tour: zunächst mit Konzerten in der Region, ab Sommer deutschlandweit. »Und es wird bald neue Überraschungen geben«, verrät Anna mit verschmitztem Lächeln. Die nächsten Alben sind schon in Arbeit. (GEA)

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