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Zertifizierung - Eningen, Hohenstein und Hülben basteln an ihren Leitbildern zur »Gesunden Gemeinde«

Gesunde Gemeinden: Überall werden Aktionen geplant

Von Thomas Baral

ENINGEN/ HÜLBEN/ HOHENSTEIN. In allen drei Modellgemeinden im Landkreis wird derzeit übers Thema Gesundheit nachgedacht: »Die Entwicklung bleibender, gesundheitsfördernder Strukturen in den Gemeinden« zu installieren, ist das Ziel des vom Landkreis gestarteten Zertifizierungsverfahrens, das sich hinter dem Schlagwort »Gesunde Gemeinde« verbirgt. Gedacht ist dabei an die »Vernetzung von Anbietern von Gesundheitsaktivitäten und deren Verknüpfung mit der Gemeindepolitik sowie die Stärkung des Gesundheitsbewusstseins der Bürgerinnen und Bürger in ihren alltäglichen Lebenswelten«.

Betriebssport ist ein Baustein für die Stärkung des Gesundheitsbewusstseins der Bürger.  GEA-ARCHIVFOTO: DPA
Betriebssport ist ein Baustein für die Stärkung des Gesundheitsbewusstseins der Bürger. FOTO: dpa
Die »Gesunde Gemeinde soll ein Beitrag zur Erhaltung der Lebensqualität vor allem im ländlichen Raum im Landkreis Reutlingen« sein und dafür haben sich drei Gemeinden für ein Pilotprojekt bereitgefunden: Eningen, Hülben und Hohenstein (wie berichtet). Dieser Prozess soll im März nächsten Jahres durch die Verleihung eines Qualitätszertifikates publik gemacht werden. Eine Arbeitsgruppe im Landratsamt entwickelte im Lauf des Jahres 2013 Kriterien und erarbeitete ein Zertifikat dazu.

Regionaler Markt

Eine Zwischenbilanz der Aktivitäten zur Halbzeit des im März gestarteten Zertifizierungsverfahrens hat für Eningen Dr. Barbara Dürr parat: Sie berichtet von bereits über 100 Teilnehmern im Ort, von vielen Leuten, die da mitmachen wollen. Angefangen bei Vereinen wie den Naturfreunden, dem Albverein oder der DLRG über das bereits seit Jahren in Eningen existierende Gesundheitsforum über die Buchhandlung Litera, verschiedene Handwerks- und andere Betriebe oder aber dem Bauhof und der Gemeindeverwaltung.

Eigentlich hat man in Eningen ja schon mit einer beachtlichen Zahl von Aktionen begonnen: So war bereits ein Vortrag zum betrieblichen Gesundheits-Management einschlägig erfolgreich, oder aber die Veranstaltung mit Giulia Enders zum »Darm mit Charme« sehr gut besucht. Weitere solche Aktivitäten sind geplant: Am 9. Oktober beispielsweise soll es einen Markt geben im Ortskern, wo an vier Ständen regionale und gesunde Produkte verkauft werden und mit dem auf den Zusammenhang von regionalen Erzeugnissen und gesunde Ernährung abgehoben werden soll.

Schön wäre es, meint Dürr, wenn aus dem Markt eine regelmäßige Einrichtung würde, weil damit sichergestellt würde, dass sich gesunde regionale Produkte für die Produzenten lohnen. Am 26. November wird dann in Eningen »Gesund gekocht mit Simon Tress« – mit lautet Produkten von der Alb; weitere solche Aktionen sind in Vorbereitung.

Netzwerke bilden

Für Dürr ist wichtig, dass es gelingt, diese Aktivitäten zu bündeln und zu vernetzen, dafür zu sorgen, dass sich die Beteiligten weiterhin engagieren, daraus eine dauerhaft tragfähige Einrichtung wird, die die Gesundheitsthemen mit Aktionen ins Bewusstsein der Bevölkerung bringen kann. Von den Aktivitäten in Hohenstein berichtet Bürgermeister Jochen Zeller: Ein Arbeitskreis sei gegründet worden mit 15 Personen, gemischt aus Alt und Jung, Frauen und Männern sowie aus den verschiedenen Ortsteilen. Dabei war Wert darauf gelegt worden, dass es Leute sind, »die eine Affinität zum Thema haben und die sich da etwas auskennen«.

Diese Gruppe sei bisher zweimal zusammengekommen; der nächste Termin im Oktober steht an. Da will man sich überlegen, ob es ein Schwerpunkthema geben soll, oder aber eine eher breit gefächerte Sache für alle Lebensbereiche. Die Gruppe will sich also ein Leitmotiv geben, will festlegen, was zum Ort passt, was das Thema für Hohenstein sein soll.

Die Netzwerkbildung werde vorangetrieben und man überlege sich Aktivitäten und Veranstaltungen, um das Thema in die Köpfe der Leute zu bringen. Auch eine Bürgerbefragung wird vorbereitet, da will die Gruppe wissen, wie gesund die Leute heute schon leben und welche Vorstellungen sie haben, was in Hohenstein geboten sein soll.

Interessante Ideen

Siegmund Ganser für die dritte Modell-Gemeinde, für Hülben, berichtet, dass auch in seiner Gemeinde »die Sache läuft, da dümpelt nichts vor sich hin, aber es braucht eben seine Zeit«. Etwa 30 Leute seien da aktiv und haben sich in zwei Arbeitsgruppen getroffen. Beim nächsten Termin nun solle ein Leitbild erarbeitet und weitere Dinge festgelegt werden. Die Gruppen wollen dann dem Gemeinderat vorlegen, was dies für Hülben heißen könnte.

Klar ist jetzt schon, es werde eine Broschüre geben mit den Gesundheitsangeboten im Ort. Beim »Brainstorming« einer der Gruppen, bei der er dabei war, seien sehr viele sehr interessante Ideen gesammelt worden, daraus würden weitere Aktivitäten entwickelt. (GEA)



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