Pfullingen / Eningen / Lichtenstein
Kindergarten - Kälteeinbruch im Sommer lässt Raumtemperatur sinken. Kritik an der Sparpolitik der Gemeinde

Frierende Kinder, empörte Eltern

ENINGEN. Es ist noch Sommer, doch in den vergangenen Tagen sanken die Temperaturen zeitweise in den einstelligen Bereich. Das hat Auswirkungen auf die Innenräume, die - je nach Isolierung - schnell und stark auskühlen können. So zum Beispiel im Eninger Johanneskindergarten.

In dem Altbau mit den relativ kleinen Fenstern wurde am Mittwochmorgen eine Raumtemperatur von 16 Grad gemessen. Zu kalt für die Kinder, die oft auf dem Boden spielen, befanden die Eltern, die sich außerdem Sorgen machten, dass auch die Erzieherinnen krank werden könnten und es Engpässe bei der Betreuung geben könnte. Heftig kritisieren sie die Sparpolitik der Gemeinde, die die Heizungen von Ende Mai bis Ende September abstellt. Damit werde die Gesundheit der Kinder riskiert.

Während eines Kälteeinbruchs im Juli hatten sich die Eltern schon einmal an die Gemeindeverwaltung gewandt mit der Bitte, die Heizung wieder anzustellen. Erfolglos, wie Melanie Seibold, die zwei Kinder im Johanneskindergarten hat, erklärt.

Auch ihre Bitte am Mittwochmorgen wurde - so die Mutter - zunächst abschlägig beschieden. Auf dem Ortsbauamt sei sie auf taube Ohren gestoßen. Die Eltern entschlossen sich daraufhin, die Räume mit Heizlüftern und mobilen Elektroheizungen selbst zu erwärmen und wandten sich an den Reutlinger General-Anzeiger.

Als dieser im Eninger Rathaus nachfragte, hatte der für Kindergartenangelegenheiten zuständige Sachbearbeiter Marcel Modschiedler sich bereits vor Ort ein Bild von der Situation gemacht. »Es muss etwas gemacht werden«, so Modschiedler.

Nach Gesprächen mit dem für die Heizung zuständigen Ortsbauamt und Bürgermeister Alexander Schweizer ist er sich sicher, dass die Heizung im Jo-hanneskindergarten angestellt wird, auch wenn die endgültige Entscheidung darüber am Vormittag noch nicht getroffen werden konnte. »Ich denke, dass es schon morgen früh warm ist«, äußerte sich der Mitarbeiter vom Ordnungs- und Hauptamt am Mittwoch zuversichtlich.

Bei den anderen Kindergärten stelle sich das Problem nicht. Teilweise seien sie wegen der Ferien noch geschlossen. Andere, wie der Bruckbergkindergarten, hätten große Glasflächen, da sei es in den Räumen viel wärmer. Man müsse aber in der Verwaltung generell über das Problem der Beheizbarkeit der Kinder-gärten im Sommer sprechen. (kab)


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