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Hilfeleistung - »Im Grund 4«: Hier können sich in Eningen Flüchtlinge und Bedürftige mit dem Nötigsten ausstatten

Eninger »Im Grund 4«: Ort für Kleider und Begegnung

VON THOMAS BARAL

ENINGEN. Ob im Möbellager, der Fahrradwerkstatt oder in der Kleiderkammer des Arbeitskreises Asyl - immer freitags zwischen 15 und 17 Uhr ist etwas los im Gebäude »Im Grund 4«. Da wird besichtigt, diskutiert und eingekauft.

Ordentlich Betrieb ist zu den Öffnungszeiten in der  Kleiderkammer und im Raum für Haushaltsgerätschaften.
Ordentlich Betrieb ist zu den Öffnungszeiten in der Kleiderkammer und im Raum für Haushaltsgerätschaften. FOTO: Thomas Baral
Diese Einrichtungen, so betont Claus-Peter Weccard, sind ja auch besonders dazu gedacht, dass dort Begegnungen und Kommunikation stattfinden sollen. Die Hilfeeinrichtung für Flüchtlinge ist dazu da, sich mit Möbeln und anderen Gegenständen einzudecken und die Unterkünfte im Boardinghaus und in der Mühlestraße wohnlich einzurichten.

Miete zahlt die Gemeinde

Besonders wichtig sei das Angebot natürlich auch für Flüchtlinge, die außerhalb der zentralen Einrichtungen eine Wohnung gefunden haben und dann von heute auf morgen alles brauchen. Wahrnehmen dürfen es übrigens auch andere bedürftige Menschen, sich dort umschauen und einkaufen, sagt Jürgen Theurer, man habe aber da bisher noch kaum Resonanz erlebt.

Im Möbellager, das im Juni hierher gezogen ist - die Miete zahlt die Gemeinde - gibt es Tische und Stühle, Sitzelemente, Betten, die sehr gesucht seien, Schrankwände, Teppiche und kleinere Möbel. Selbst ein Klavier ist derzeit zu haben oder eine Tischtennisplatte - alles gespendete Dinge, die zu kleinen Preisen verkauft werden.

Gleich nebenan ist die Radwerkstatt untergekommen, die habe schon viele Flüchtlinge mit Zweirädern versorgen können. Dort gibt es derzeit zwar noch einige brauchbare Räder, aber auch viele altersschwache Göppel. Wie Theurer sagt, könne man damit zwar fahren, »aber viel Rares ist da nicht dabei«. Hauptaufgabe der Werkstatt sei deshalb inzwischen, den Flüchtlingen zu helfen beim Tüchtigmachen ihrer Drahtesel. Übrigens werden weitere Räder dringend gesucht.

Dankbar sind die Mitarbeiter des Möbellagers für eine Spende der Eninger Pfadfinder. Die haben das Geld für den guten Zweck bei ihrer Jahressaktion 2016 gesammelt und 750 Euro gespendet, um das dringendste Problem der Möbellagermithelfer zu lösen - den Transport der gespendeten Möbelstücke in die Unterkünfte der Käufer, oder wenn welche abzuholen sind bei Spendern.

Kleider und Haushaltssachen

Man habe zuvor zwar immer mal wieder einen Wagen von der Gemeinde ausleihen können, ansonsten Privat-Pkws genutzt, erzählt Claus-Peter Weccard. Aber nun, gezogen von Männerarmen, ist man mit dem Pritschenwagen - der wurde von der Pfadi-Spende gekauft - flexibler.

Übrigens werden immer noch weitere Mithelfer gesucht für die Öffnungszeiten des Möbellagers freitagnachmittags. Zwar gibt es neben Weccard und Theurer noch Albert Weinmann, der mithilft, auch zwei Flüchtlinge sind immer dabei, Muhi Eddin Chouchara und Tammam Shaif Al Ali. Aber wenn die Arbeit auf weitere Schultern verteilt werden könnte, wäre das schon besser, »weil wir Eninger halt noch berufstätig sind«. Die Öffnungszeiten, ebenfalls freitagnachmittags, in der Kleiderkammer im ersten Stock des gleichen Gebäudes und neben dem Asylcafé, werden in zwei Schichten gefahren. Jeweils fünf Mitarbeiter sind dann da und betreuen die Kleiderausgabe und helfen beim Verkauf der Haushaltsgegenstände wie Geschirr, Kochutensilien, Bettwäsche, Handtücher. Im Regal stehen viele Kaffeeservice, auch wirklich schöne Sachen, sagt Christel Theurer, die gehen aber gar nicht, weil die meisten Flüchtlinge Teetrinker sind.

In der Kleiderkammer gibt es wirklich alles, was an Kleidern gespendet wird - von der Unterwäsche bis zu Schuhen, Oberbekleidung, Hemden, Hosen und Jacken. Zwar sind die Mitarbeiter dankbar für die Spenden, aber manchmal kämen Sachen doch in wenig gutem Zustand an, gerade Schuhe, beispielsweise, was für viel Vorbereitungsarbeit sorge.

Die Kleiderkammer und die Regale für die Haushaltsgegenstände treiben zehn Frauen um: Christel Theurer, Marlies Ackermann, Inge Rall, Gertraude Weber, Irmgard Weiwadel, Bärbel Trissler, Martina Makrogiannoudis, Angela Sattler, Bernadette Rieger und Renate Kupriss. (GEA)

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