Pfullingen / Eningen / Lichtenstein
Passy-Platz - Architekt Thomas Bamberg erläutert im Gemeinderat die Gestaltung. Mehr Farbe für die Tiefgarage

Ein Zweckbau mit Dachlandschaft

VON PETRA SCHÖBEL

PFULLINGEN. Im Moment ist noch nicht einmal zu ahnen, wie der Passy-Platz in Zukunft aussehen wird. Seit gut einem halben Jahr ist zwischen Stadtbücherei, dem Wohnkomplex Marktplatz/Kirchstraße und dem Dienstleistungs- und Einkaufszentrum (DEZ) kein Stein auf dem anderen geblieben. Das Trafohäuschen steht nicht mehr, die Pergolen und Sitzbänke sind verschwunden. Derzeit werden dort die Dehnfugen auf dem Dach der Tiefgarage Marktplatz erneuert.

Die Neugestaltung des Platzes muss warten, bis diese Arbeiten abgeschlossen sind. Architekt Thomas Bamberg versprach in der jüngsten Gemeinderatssitzung aber eine gestalterische Aufwertung des Passy-Platzes und stellte die Planungen dafür vor. Und auch unten drunter wird weiter geschafft: In der Tiefgarage Marktplatz wird zunächst der Beton saniert und dann ein Farbkonzept verwirklicht, das Fußgängern und Fahrzeugen helfen soll, sich besser zurechtzufinden.

Dem Passy-Platz ein neues Aussehen zu geben, sei der letzte Baustein im Projekt, die Freiflächen rund um das DEZ zu gestalten, erklärte Bamberg. Die Höhendifferenz vom DEZ zum eigentlichen Platz soll von einer Seite mit einer Treppe überwunden werden, zwischen DEZ und Stadtbücherei wird es zudem eine Rampe für den barrierefreien Zugang geben.

Neu gebaut wird ein Sanitärpavillon, in dem WCs, eine Toilette für alle sowie die Elektro- und Sicherungsanlagen untergebracht werden. Es soll genau an der Stelle entstehen, wo bisher in der Tiefgarage das WC - das nicht weiter betrieben wird - angesiedelt war. Ein ansprechendes Aussehen erhält der Zweckbau vor allem durch die Dachlandschaft, die »als abstrakte Silhouette der Berge um Passy interpretiert werden« kann, wie es in der Ratsdrucksache heißt. Außen am Gebäude werden Sitznischen eingelassen, die zum Verweilen einladen sollen und Platz bieten für Informationstafeln zur Städtepartnerschaft.

»Der Brunnen sollte nicht zum Pissoir verkommen« §§ Die Stützwand zum DEZ hin wird als kleine Brunnenanlage gestaltet. Aus drei Auslässen soll Wasser sprudeln und in ein kleines Becken fließen. Dies sei neu in die Planung aufgenommen, erklärte Bamberg, »damit man das Wasser auch von oben wahrnehmen kann«. Der Platz selbst bleibe weitgehend frei, dort könne man »die Kinder springen lassen«, betonte der Architekt. Die Kosten für die Neugestaltung des Passy-Platzes summieren sich auf knapp 1,3 Millionen Euro. Darin enthalten sind rund 340 000 Euro für die Toilette für alle, die es Menschen mit komplexen Behinderungen ermöglicht, am öffentlichen Leben teilzuhaben.

Mit rund 1,275 Millionen Euro wird auch die Sanierung der Tiefgarage Marktplatz zu Buche schlagen. Das sind allerdings etwa 900 000 Euro weniger als in der Kostenberechnung. Bei der konkreten Untersuchung der Tiefgarage hat sich gezeigt, dass manche Arbeiten aus technischen Gründen nicht so aufwendig durchgeführt werden müssen wie gedacht, erklärte Sonja Seeger, Technische Leiterin der Stadtwerke Pfullingen, den Ratsmitgliedern.

Die farbliche Gestaltung erläuterte der Architekt. »Wir verwenden die Farben der Stadtwerke: Gelb, Grün und Blau«, erklärte er. Mit den Farben würden die Ausgänge aus der Tiefgarage markiert, zum Beispiel weise die gelbe Tür den Weg zur Post. Farblich hervorgehoben werden auch die Wege, auf denen man sich zu Fuß in der Tiefgarage bewege. Für die Autofahrer gebe es besondere Markierungen, an denen sie sich an Gefahrenstellen orientieren könnten.

FWV-Stadtrat Wolfram Auch lobte insbesondere die Gestaltung des Funktionshäuschens auf dem Passy-Platz, dessen Dach die Gebirgssilhouette rund um die Partnerstadt aufnehme. Im Hinblick auf die recht kleine Brunnenanlage warnte er: »Die sollte nicht zum Pissoir verkommen.« Seine Frage, ob die Stellplätze in der Tiefgarage eventuell breiter angelegt werden könnten, verneinte Sonja Seeger: »Das geht nicht wegen der Geometrie der Stützen.«

Der Platz werde »mit Sicherheit aufgewertet«, merkte Gerd Mollenkopf (CDU) an. Stutzig habe ihn allerdings gemacht, dass die Toilette für alle seinerzeit mit sehr viel geringeren Kosten vorgestellt worden sei. Das Angebot der Firma, die es bauen soll, sei höher ausgefallen als angenommen, erklärte Sonja Seeger, weil die technischen Anlagen in diesem WC doch recht aufwendig seien.

§§ »So etwas passiert einem als Architekt nur einmal alle zwanzig Jahre«
 
Thomas Bamberg wies darauf hin, dass die Kostenzusammenstellung sich insgesamt verändert habe, da unter anderem entgegen der Annahmen in der ersten Planung das alte Trafohäuschen nicht erhalten werden musste. »Wir haben Minderkosten von beängstigenden 900 000 Euro. So etwas passiert einem Architekten nur alle zwanzig Jahre.«

Traude Koch (GAL), die die Toilette für alle seinerzeit ins Gespräch gebracht hatte, freute sich, dass diese nun »Gestalt annimmt«. Gert Klaiber (CDU) interessierte es, wie diese besondere WC-Anlage unterhalten werden soll. »Sie heißt zwar Toilette für alle, ist aber keineswegs für alle offen«, erklärte Bamberg. »Die Leute, die sie brauchen, haben einen Schlüssel.« Der stellvertretende Bürgermeister Martin Fink betonte, bei Planung und Umsetzung seien die Vertreter der Behindertenverbände einbezogen. (GEA)

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