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Sport - Noch bis zum 3. Oktober ermitteln Deutschlands beste Discgolfer auf der Eninger Weide ihren Meister

Discgolf-Meisterschaft: Fliegende Scheiben auf der Eninger Weide

VON GABRIELE LEIPPERT

ENINGEN. Das hat die Eninger Weide noch nie erlebt. In kleinen Pulks laufen Menschen über die Wiesen, ziehen Trol-leys hinter sich her, aus denen zwanzig bis dreißig kunterbunte Scheiben leuchten. Ab und zu halten sie inne und werfen diese tellerartigen Teile weit weg. Mal gibt's Applaus, mal Kommentare wie »schade« oder »dumm gefallen«. Was hier los ist? Noch bis zum 3. Oktober veranstaltet der Discgolf Club Achalm (DGCA) die 32. deutsche Meisterschaft im Discgolf.

Fliegende Scheiben auf der Eninger Weide: Der Discgolf-Club Achalm richtet die deutschen Meisterschaften aus.
Fliegende Scheiben auf der Eninger Weide: Der Discgolf-Club Achalm richtet die deutschen Meisterschaften aus. FOTO: Gabriele Leippert
»Zwei Jahre Vorbereitung, jetzt ist der Tag da«, brachte es Turnierleiter Markus Mossig am Freitagabend auf den Punkt. Da waren alle 120 zugelassenen Starter in der HAP-Grieshaber-Halle zu Gast, um beim »Players Meeting« die Bahnen mittels Video kennenzulernen und bei der Auslosung der Spielgruppen und Startzeiten dabei zu sein.

»Wir sind sehr stolz, dass diese Meisterschaft in Eningen stattfindet«, freute sich Bürgermeister Alexander Schweizer, dass die Gemeinde in den nächsten Tagen »das Mekka des Discgolfs und der Freunde des gepflegten Scheibenwurfs« sein werde. »Was unsere junge Abteilung auf die Beine stellt, ist einfach super«, fand Albvereins-Vorsitzender Ingo Ruf. Auf der Eninger Weide sei es wunderbar und das Turnier sehr gut organisiert, lobte Dr. Volker Schlechter, Präsident des Deutschen Frisbeesport-Verbands, und scherzte: »Was einmal gut organisiert war, hat die nächsten Turniere zur Folge.« Darüber musste Uwe Mossig, mit Peter Noak und dreizehn weiteren Mitstreitern Hauptorganisator des Wettkampfs, schmunzeln, wohl wissend, dass der Verband sich mit der Suche nach Veranstaltern zunehmend schwerer tut.

Besuch von Schafen

»Die Ausrichtung dieser Meisterschaft bedeutet einen riesigen Aufwand«, stellte Mossig klar. Sein Dank galt allen 111 Helfern und auch den Sponsoren, »ohne die ein Turnier in dieser Größenordnung gar nicht machbar wäre«. Leider hätten in der letzten Woche noch Schafe den Platz besucht und »nicht wieder so verlassen, wie sie ihn angetroffen haben«, bereitete der Organisator die Spieler darauf vor, dass sie auf die eine oder anderer »Hinterlassenschaft« treffen könnten. Der guten Laune der Discgolfer tat dies keinen Abbruch. Im Gegenteil, mit viel Gelächter verfolgten sie nach einem Maultaschen-Büfett die Auslosung der Startreihen.

Der Samstag begann frühmorgens mit den ersten »Drives«, wie die Abwürfe im Spielerjargon heißen. Mit jedem Wurf versuchten die Teilnehmer, näher an die Ziele der 21 Bahnen heranzukommen, um letztendlich ihre knapp 200 Gramm schweren Frisbees, die von Weitwurf-, über Annäherungs- bis zu Zielscheiben reichen, in die Körbe einzulochen.

Das war nicht immer leicht. Oft galt es, Kurven zu nehmen oder die Scheibe nach nicht optimalen Würfen aus dem Gebüsch heraus oder über Sträucher hinweg in Richtung Korb weiter zu werfen. »Der Kopf entscheidet den Wurf«, meinte Klaus Kattwinkel, amtierender deutscher Meister der Masterklasse und Teilnehmer an bisher allen Meisterschaften. Der Engelskirchner spielte bereits 1984 sein erstes Turnier. »Damals war es eine verdammt kleine Szene.« Heute fühle er sich wie in einer großen Familie.

Er möchte seinen Titel natürlich verteidigen, aber »das wird nicht klappen«, feixte Michael Lüders aus Isny. »Ich habe da auch noch ein paar geheime Würfe.« Auch Kevin Konsorr, der seit zehn Jahren Discgolf spielt, möchte wieder oben auf dem Siegertreppchen stehen. »Leider kann ich beruflich bedingt nicht mehr so oft trainieren«, bedauert der 22-jährige amtierende Meister der offenen Klasse aus Lünen bei Dortmund.

Zuschauen und ausprobieren

Mächtig stolz, dass er sich überhaupt für die deutsche Meisterschaft qualifiziert hat, zeigte sich Sebastian Wingert aus Braunschweig. »Ganz nach oben wird es für mich nicht reichen, dazu habe ich noch zu wenig Spielerfahrung.« Noch bis Dienstagmorgen, wenn die Finalrunde der 72 besten Spieler abläuft, können Interessierte beim Wanderheim zuschauen oder Discgolf auch selbst ausprobieren.

Am Wochenende konnten Schwindelfreie mit der Drehleiter der Feuerwehr in die Höhe fahren und versuchen, von oben einen Korb am Boden zu treffen. Die Freestile-Frisbee-Weltmeister Alexander Leist, Florian Hess und Christian Lamred zeigten, wie man mit den Scheiben jonglieren kann. Am heutigen Schülertag können Kinder und Jugendliche mit einem Bus-Shuttle zum Aktionsplatz kommen, Discgolf spielen und ihre eigene Scheibe herstellen. (GEA)


 

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