Projekt - Die Katholische Kirchengemeinde in Eningen fördert zwanzig Studenten auf Madagaskar
Die Perspektiven durch Bildung verbessern
ENINGEN. Ihrer Verantwortung für die Weltkirche sollten sich die Katholiken in Eningen bewusst sein, mahnte Weihbischof Thomas Maria Renz bei der Einweihung der sanierten Liebfrauenkirche vor einigen Jahren die Gläubigen. 50 000 Euro Eigenleistung hatte man damals erbracht. Gleiches Engagement erwartete der Weihbischof nun für die Unterstützung anderer Menschen.
Werben für das Madagaskar-Projekt (von links): Martin Brauße, Claudia Wendt-Lamparter und Michael Fanous.
FOTO: Magdalena Kablaoui
Einige Zeit habe es gedauert, erzählt Martin Brauße, der zweite Vorsitzende des Kirchengemeinderats. In der Gemeinde seien zunächst verschiedene Projekte gelaufen. Dann aber habe man sich auf ein Gemeindeprojekt geeinigt: die finanzielle Unterstützung von 20 Studenten auf Madagaskar.
»Der Projektpartner soll ein Gesicht haben«, nennt Pastoralreferentin Claudia Wendt-Lamparter einen der Gründe für die getroffene Entscheidung. Projektpartner ist Pfarrer Alain Rabarijaona - und der ist in Eningen bestens bekannt. Er schrieb in Deutschland seine Doktorarbeit und unterstützte in dieser Zeit die Kirchengemeinde als Aushilfsvikar. Nun ist er Rektor der Hochschule »Ecole Superieure Specialisee du Vakinankaratra« in Antsirabe, Madagaskar. Acht Studien- und Ausbildungsgänge werden an der Hochschule angeboten, die in Trägerschaft der Diözese steht, sich aber selbst finanzieren muss.
Madagaskar ist eins der ärmsten Länder der Welt, durch die Weltwirtschaftskrise sind zusätzlich Menschen arbeitslos geworden. Viele - auch aus der Mittelschicht - können die Studiengebühren für ihre Kinder nicht mehr aufbringen. Dabei, so erklärt Michael Fanous von der für das Projekt zuständigen Steuerungsgruppe in Eningen, seien die Aussichten, nach dem Studium einen Job zu bekommen, sehr gut.
530 Euro kostet ein Studium. Nicht viel für europäische Verhältnisse, für Madagassen aber ist das unerschwinglich. Drei Jahre lang sollen jährlich 3 500 Euro an die Hochschule überwiesen werden, die die Verteilung an Studenten übernimmt. Alain Rabarijaona wird während eines Deutschlandbesuchs im Sommer darüber berichten.
Das Projekt will einen Beitrag dazu leisten, die wirtschaftliche Situation in der Region um Antsirabe zu verbessern, so die Gemeindemitglieder. Die fünfköpfige Steuerungsgruppe wird das Projekt am Sonntag, 14. März, um 10.30 Uhr im Gemeindezentrum vorstellen.
Weitere Aktionen wie Ostereier- und Osterkerzenverkauf am Wochenende vor Ostern sind geplant. Wer an dem Projekt mitarbeiten möchte, meldet sich im katholischen Pfarramt Eningen. Spenden kann man unter »Kennwort Gemeindeprojekt« bei der Kreissparkasse Reutlingen (BLZ 640 500 00) unter der Kontonummer: 100 052 611. Fragen beantwortet Claudia Wendt-Lamparter. (kab)
claudia.wendt-lamparter@drs.de