Pfullingen / Eningen / Lichtenstein
Gehölzbrand - Schnee und Feuchtigkeit waren schnell wieder weg: Nach zwei milden Tagen entzündet ein Silvesterfeuerwerkskörper in Unterhausen eine Thuja-Hecke

Selbst im Winter zu trocken

VON PETRA SCHÖBEL

LICHTENSTEIN. Ein spektakulärer Heckenbrand hat in der Neujahrsnacht die Bewohner des Zellertals in Unterhausen in Atem gehalten. Eine rund vier Meter hohe und 20 Meter lange Thuja-Hecke im Morgensternweg war in Flammen aufgegangen, nachdem sie von einem Feuerwerkskörper getroffen worden war. Menschen wurden nicht verletzt. Heckenbrände sind an Silvester nach Angaben von Lichtensteins Feuerwehrkommandant Andreas Daum nicht so ungewöhnlich. Bei entsprechender Wetterlage können auch im Winter Sträucher und Gehölze so trocken sein, dass sie leicht zu entzünden sind.

Für die Feuerwehren in Lichtenstein und Pfullingen war es um 0.10 Uhr in der Nacht von Sonntag auf Montag der erste Alarm in diesem Jahr. Mehrere Notrufe aus dem Wohngebiet waren eingegangen, aufgrund der lodernden Flammen vermuteten manche Anwohner, die keinen direkten Blick auf die Szenerie hatten, ein Haus brenne lichterloh, berichtet Daum. Und ergänzt, dass die Hecke tatsächlich nur zwei Meter vom Wohngebäude entfernt stand.

Zwar hatte es in den Tagen nach Weihnachten noch einmal geschneit. Doch die recht milden Temperaturen am Samstag und Sonntag gepaart mit einem kräftigen Wind hatten offenbar alle Feuchtigkeit beseitigt. »Das war eine gesunde Hecke«, schildert Daum, »von der Struktur her wie ein Tannenbaum, aber eben trocken.« Weshalb die Funken von Böller oder Rakete - was genau der Auslöser war, ist nicht bekannt - sie leicht entzünden konnten.

Keine heißen Böller in die Tonne

Weil bei der Alarmierung ein Hausbrand nicht ausgeschlossen werden konnte, rückte die Lichtensteiner Feuerwehr mit 23 Mann und vier großen Löschfahrzeugen an, und auch die große Drehleiter aus Pfullingen wurde angefordert. Die Profis hatten die Lage schnell im Griff, nach 15 Minuten war der Brand gelöscht.

Aus Erfahrung weiß Kommandant Daum, dass auch Mülltonnenbrände in der Neujahrsnacht immer wieder vorkommen. »Die Leute räumen nach dem Feuerwerk die Überreste auf und denken nicht daran, dass manche Böller noch sehr heiß sein können.« Wenn sich dann schon Papier in der Tonne befinde, könne sich das entzünden. »Bis zu einer Stunde kann die Hitze in einem Feuerwerkskörper nachwirken«, erklärt der Fachmann. In der Neujahrsnacht 2017 war in Lichtenstein ein Carport, unter dem sechs Mülltonnen standen, in Brand geraten. (GEA)

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