Arbeitsrecht - Erima weist Kritik an Entlassung zurück
»Keine Lappalie«
PFULLINGEN. Stellung bezieht der Sportartikelhersteller Erima zur öffentlichen Kritik, die im Zusammenhang mit der fristlosen Kündigung eines Mitarbeiters geäußert wird, der einen Essensbon im Wert von 80 Cent »gefälscht und unrechtmäßig an Dritte weitergegeben hat« (wir berichteten). Das Unternehmen weist die Kritik zurück.
Zahlreiche Unternehmen bezuschussen das Mittagessen ihrer Mitarbeiter. Weil er den Zuschuss seiner Freundin zukommen ließ, wurde einem Mitarbeiter von Erima im November fristlos gekündigt.
FOTO: Gerlinde Trinkhaus
In der Sache gehe es Erima primär um den Vertrauensverlust gegenüber dem entlassenen Mitarbeiter. »Wie kann ich jemandem in großen Projekten vertrauen, wenn derjenige schon in kleinen Dingen vorsätzlich betrügt. Das Vorgehen dieses Mitarbeiters ist für uns keine Lappalie, auch wenn es nur um 80 Cent geht. Insofern ist die fristlose Kündigung aus der Sicht Erimas die einzige logische und rechtlich notwendige Konsequenz«, sagt Firmen-Chef und Inhaber Wolfram Mannherz. Die absolute Höhe des Delikts von 80 Cent spiele dabei eine nebensächliche Rolle. Der entlassene Mitarbeiter habe bei dem Unternehmen bis zuletzt eine verantwortliche Stelle gehabt, in welcher er auch Aufträge mit sechsstelligen Euro-Beträgen abwickelte.
Es sei für Erima nachvollziehbar, dass das öffentliche Interesse an diesem Fall wegen möglicher Vergleichbarkeit zu anderen aktuellen Fällen besonders hoch sei und deshalb vermutlich kontrovers diskutiert werde. »Die Position von Erima dazu ist jedoch sehr klar und letztlich werden die Gerichte über diese Angelegenheit entscheiden«, heißt es am Ende der Stellungnahme. (GEA)