Pfullingen / Eningen / Lichtenstein
Bauprojekt - Anwohner im Entensee hegen Bedenken

»Hauruck-Aktion der Stadt«

PFULLINGEN. Die Entensee-Bewohner und Firmeninhaber im Gewerbegebiet Sandwiesen fühlten sich ein wenig überrumpelt, als sie vor Kurzem zur Info-Veranstaltung eingeladen und mit dem Projekt der Stadt, auf dem Parkplatz hinter dem Bauhof ein Mehrfamilienhaus für Flüchtlinge, Obdachlose und Menschen mit geringem Einkommen zu bauen, konfrontiert wurden. »Das war eine Hauruck-Aktion«, sagt Anwohnerin Dorothee Werneck auf Nachfrage des GEA, »wir hatten ja vorher noch nie davon gehört.«

40 Anlieger waren zur Veranstaltung gekommen, das hatte der stellvertretende Bürgermeister Martin Fink in der Ratsdebatte (siehe nebenstehenden Artikel) berichtet. Er sprach sich dafür aus, »die Belange des gewachsenen Wohngebiets im Entensee und des Gewerbegebiets zu berücksichtigen«.

Ersatz für Überflutungsflächen

Die Bedenken der Anwohner benennt Dorothee Werneck. »Uns wurde mitgeteilt, dass es eine qualitativ hochwertige Bauweise sein soll, aber das stimmt nicht«, erklärt sie. Teuer an diesem Projekt sei allein das Fundament, das im unwägbaren Untergrund der Echazaue extra tief gegründet werden müsse.

Zudem liege das geplante Wohnprojekt im Überflutungsgebiet und es sei nicht klar, wo in diesem Bereich ausreichend Ersatz geschaffen werden könne für die verloren gehende Überflutungsfläche. »Es hieß, sie wollen dafür die Parkplätze für die Häuser tiefer legen«, schildert sie, was aus ihrer Sicht allerdings nur mit erheblichem Kostenaufwand zu bewerkstelligen sei.

Aufhorchen ließ sie zudem, dass Architekt Peter Kautt in der Ratssitzung »ausschließlich von Flüchtlingen« gesprochen habe, die dort einziehen sollten. Sie habe kein Problem damit, dass dort sozialer Wohnungsbau entstehe und auch nicht, dass die Gebäude dreigeschossig werden. Dass dort aber möglicherweise mehr als 90 Flüchtlinge einziehen, stört sie und etliche andere Entensee-Anwohner. »Ich arbeite in Eningen und bekomme mit, dass dort oft die Polizei in die Flüchtlingsunterkünfte kommen muss, um interne Streitigkeiten zu schlichten.« Mit einer »guten Bewohnermischung wie in der Achalmstraße« wäre sie durchaus einverstanden.

Erschließung problematisch

Sorgen äußert sie bezüglich der Erschließung der geplanten Wohngebäude. Angedacht war vom Architekten, den Stichweg von der Sandwiesenstraße her auszubauen. In der Info-Veranstaltung hätten jedoch einige Gewerbe-Anlieger deutlich gemacht, dass sie dann ihre Zäune deutlich erhöhen müssten, damit die Betriebsflächen nicht unbefugt genutzt und die Alarmanlagen ausgelöst würden. Daraufhin habe Ordnungsamtsleiter Manfred Wolf erklärt, eine Zufahrt über die Lerchenstraße, also vom Wohngebiet Entensee her, sei nicht ausgeschlossen. »Dann würde aber der Radweg gekreuzt«, schildert Dorothee Werneck, was aus ihrer Sicht keine gute Option sei. (ps)

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