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Religion - »Iftar« zum Sonnenuntergang: In Dettingen trafen sich Muslime und Christen zum Abschluss des Ramadan

Zuerst eine Dattel oder nur Wasser

Von Mara Sander

DETTINGEN. Schon seit vier Jahren nehmen Christen in Dettingen an drei Tagen im Fastenmonat Ramadan am Fastenbrechen der Muslime, dem »Iftar«, teil und kommen so zum gemeinsamen interreligiösen und interkulturellen Dialog zusammen. Auf Einladung der vier türkischen Vereine in Dettingen kamen von Freitag bis Sonntag jeweils weit mehr als 200 Menschen in das Zelt am alten Rathaus, um pünktlich auf die Minute genau bei Sonnenuntergang nach dem Gebetsruf die von den türkischen Familien zubereiteten Speisen zu genießen.

Abschluss des Ramadan: Muslime und Christen brechen gemeinsam das Fasten.  FOTO: MAR
Abschluss des Ramadan: Muslime und Christen brechen gemeinsam das Fasten. FOTO: Mara Sander
Im Ramadan ist es bei den türkischen Familien täglich üblich, sich meist bei den Familienältesten zu treffen und nach dem Fasten von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang abends miteinander zu essen. Anschließend danken sie im Gebet für die Speisen, beim öffentlichen »Iftar« an diesem Wochenende mit dem neuen Imam Murat Kacar. Er ist seit 1. September in Dettingen und kommt aus Sakarya unweit von Istanbul, eine Region, die auch vom schweren Erdbeben vor einigen Jahren betroffen war. der Imamm will fünf Jahre in Dettingen bleiben.

Mit dem öffentlichen »Iftar« wollen die muslimischen Mitbürger auf ihre Religion aufmerksam machen, laden sozusagen zu einem Tag der offenen Tür ein, wobei sie allerdings auch an den anderen Tagen ihre Nachbarn und Mitbürger in die Familien einladen und sie am Fastenbrechen teilnehmen lassen.

Vorurteile abbauen

Das »Iftar« beginnt nach dem Gebet mit einer Dattel oder einem Schluck Wasser und endet mit dem Essen so rechtzeitig, dass die gemeinsame Gebetszeit um 22 Uhr eingehalten werden kann. »Im Ramadan haben wir besondere religiöse Pflichten wie Koranrezitationen, tägliche Predigten, das Teravih-Gebet und auch das tägliche Iftar«, so Ali Ipek, Landesvertreter für interreligiöse und interkulturelle Zusammenarbeit.

»Wir sollen uns mehr auf religiöse und rituelle Dinge zurückbesinnen, die religiösen Gefühle werden intensiviert«, erklärte er. Das öffentliche »Iftar« sei eine Gelegenheit, in Kontakt zu kommen mit anderen, denn »nur durch gegenseitiges Kennenlernen können Vorurteile abgebaut und eine Basis für vertrauensvolles Zusammenleben geschaffen werden«, so Ipek. Von Donnerstag an wird das dreitägige Ramadan-Fest als Abschluss gefeiert, das früher auch »Zuckerfest« genannt wurde. Dann wurden allein in Dettingen rund tausend Kekse an Schüler verteilt, dieses Jahr allerdings nicht - wegen der Ferienzeit. (GEA)


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