Ortskernsanierung - Die Zeit drängt: Dettingen muss in diesem Jahr den Bereich rund um die alte Mühle richten
Viel Geld landet im Untergrund
Von Thomas Füssel
DETTINGEN. Das Regierungspräsidium drängt. Noch in diesem Jahr sollte die Ortskernsanierung II abgerechnet werden. Dettingen macht sich deshalb 2010 daran, auch den letzten Teil der Sanierung zu erledigen: die Gestaltung des Kreuzungsbereiches Milchgasse und Uracher Straße, dort, wo einst die alte von einem Neubau ersetzte Mühle stand.
Der Kreuzungsbereich Milchgässle und Uracher Straße in Dettingen wird in diesem Jahr saniert.
FOTO: Thomas Füssel
Eigentlich hätte dies schon 2009 gemacht werden sollen. Doch zum einen war der Neubau noch nicht fertig, zum anderen hatte Dettingen aufgrund der Wirtschaftskrise, einen dermaßen großen Einbruch an Gewerbesteuereinahmen zu verzeichnen, dass der Gemeinde eine kurze »Verschnaufpause« durchaus zupasskam.
400 000 Euro für eine Kreuzung
Rund 400 000 Euro sollen deshalb in diesem Jahr in die Gestaltung des erwähnten Kreuzungsbereiches fließen. Das Bauamt arbeitet derzeit an den Ausführungsplänen, die - sobald sie vom Gemeinderat abgesegnet sind - Grundlage für die Vergabe der Arbeiten sind.
Von dem Begriff »Platz« hat sich die Gemeinde inzwischen verabschiedet. Das lässt sich, wie berichtet, an dieser Stelle nicht verwirklichen. Dafür ist das Verkehrsaufkommen einfach zu groß. Auch von einem Mini-Kreisverkehr war schon einmal die Rede, den es ebenfalls nicht geben wird.
Ein großer Teil des zur Verfügung stehenden Geldes fließt zudem in den Untergrund, in die Sanierung und Erneuerung von Kanälen, Gas- und Wasserleitungen. Das, was später sichtbar ist, orientiert sich an der Gestaltung der Uracher Straße. So ähnlich werden auch die Kreuzung, die Milchgasse und das kurze Straßenstück über die Ermsbrücke bis zur sogenannten Kohlplatte aussehen.
Ansonsten beschränkt sich Dettingen hauptsächlich darauf, das ansehnlich herzurichten und zu ergänzen, was vorhanden ist: Das Mühlrad vor dem Kik-Markt beispielsweise wird saniert und der Platz vor dem Backhaus gerichtet, genauso wie der vor dem gegenüberliegenden Kiosk. Die Parkplätze rund um den beschriebenen Bereich bleiben erhalten.
Aufschub gibt es keinen mehr. Dettingen will die Ortskernsanierung II möglichst schnell abrechnen. »Beim Land existiert ein ungeschriebenes Gesetz, wonach das geschehen muss, bevor man in ein weiteres Sanierungsprogramm kommt«, erklärt Bürgermeister Michael Hillert. Das hat Dettingen mit dem alten, nördlich von der Metzinger Straße gelegenen Ortsteil vor.
Wie berichtet, geht es hier auch um das noch für ein, zwei Jahre von Uniplast-Knauer genutzte Werk aus der Eisenlohr-Zeit in der Fabrikstraße, ein weitgehend erhaltenes und denkmalgeschütztes Relikt aus der Industrialisierung. Was daraus eines Tages wird, ist offen. Das Architekturbüro Riehle & Partner entwickelt derzeit erste Vorstellungen, die kommende Woche vorgestellt werden sollen. Dettingen will sich zumindest an den konkreten Planungen finanziell beteiligen. Am liebsten mit Geld aus dem Sanierungstopf. »Doch daran soll es am Ende nicht scheitern«, sagt Bürgermeister Hillert, der sich vorstellen kann, dass dies der Haushalt auch so noch hergibt. (GEA)