Jugend - Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik: Am Uracher Graf-Eberhard-Gymnasium wirbt die Landesstiftung für die sogenannten MINT-Fächer
Training für die Zukunft
VON TILL BÖRNER
BAD URACH. Mathe, Physik, Chemie - bei vielen Schülern lösen dieses Schulfächer Alpträume aus. Nach der Schule möchten viele nur noch so wenig wie möglich damit zu tun haben. Ein Studium, das hauptsächlich auf diesen Schulfächern aufbaut, ist somit für viele absolut undenkbar. »Das ist sehr schade, weil es gerade in diesen Bereichen einen großen Mangel gibt, besonders Ingenieure sind im Moment gefragt«, sagt Orfeas Dintsis am Montagmittag im Bad Uracher Graf-Eberhard-Gymnasium.
Roboter »Robotino« ist acht Kilo schwer, auf drei Rädern unterwegs, steuert sich selbst, verarbeitet aufgenommene Bilder und kann Gegenstände umkurven - hier eine Uracher Gymnasiastin. FOTO: BÖRNER
Dort präsentierten zwei junge Wissenschaftler der Landesstiftung Baden- Württemberg interessierten Schülern der Klassenstufen 10 bis 13 das Programm »Choaching4Future«. Henriette Gruber und Orfeas Dintsis zeigten Möglichkeiten und attraktive Zukunftsperspektiven in den sogenannten MINT-Fächern - Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik - auf. Neben Informationen zu Studieninhalten und verschiedenen Hochschultypen hatten sie vor allem jede Menge Beispiele aktueller technischer Entwicklungen, spannende Experimente und Hightech zum Anfassen mit in das Gymnasium gebracht.
»Es ist leider ein erstaunlich kleiner Teil, der nach dem Abitur erwägt, einen Studiengang in diese Richtung einzuschlagen«, bemerkte Schulleiter Friedemann Schlumberger - selber Chemie- und Physiklehrer - zu Beginn der Veranstaltung, freute sich aber über die rege Anteilnahme seiner Schüler an der Präsentation. In ihrem multimedialen Vortrag warfen die beiden jungen Wissenschaftler einen Blick in die Zukunft, der den neugierigen Zuschauern aufzeigte, wie sie in einigen Jahren arbeiten und wohnen werden und welcher Freizeitaktivität sie nachgehen könnten - alles dank neuester Entwicklungen im technischen Bereich.
Ein Film über schwimmende Roboterpinguine, die ohne menschliche Steuerung miteinander kommunizieren können und ihre Bewegungen von alleine koordinieren, ließ erahnen, wie die Welt im nächsten Jahrzehnt aussehen wird. Als anschauliches Beispiel ließ das Coaching-Team den Roboter »Robotino« im Klassenzimmer umherfahren. Das acht Kilo schwere Gerät, das auf drei Rädern unterwegs ist, steuert sich selbst, verarbeitet aufgenommen Bilder, kann Gegenstände umfahren und besitzt noch einiges mehr an integrierter Technik. Zudem stellte Henriette Gruber eine portable Videobrille vor, mit der Filme auf dem iPod angeschaut werden können, und erklärte, wie Fernseher in nächster Zeit weiterentwickeln werden.
»Ohne Englisch geht natürlich auch nichts«
All diese Forschungsobjekte werden von Experten entwickelt, die Mathe, Informatik oder eine Naturwissenschaft studiert haben. »Ohne Englisch geht natürlich auch nichts, die meisten Lehrbücher sind nun einmal nicht auf Deutsch«, fügten die beiden Wissenschaftler hinzu. Im Anschluss an den Vortrag standen sie den Schülern für Fragen und persönliche Gespräche zu Verfügung. Wer wollte, konnte sich »Robotino« genauer anschauen oder ein T-Shirt, das aus einem Stoff ist, der als absolut resistent gegenüber Schweißflecken sein soll, auf die Probe stellen. (GEA)
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