Freizeit - Uracher Gemeinderat diskutiert über Details der vier Premium-Wanderwege, die hier entstehen
Schöne neue Wanderwelt für Bad Urach
Von Andreas Fink
BAD URACH. Weniger ist mehr: Die Kurstadt verbessert ihr Wanderwegenetz, indem sie es schlanker macht: Aus 210 Wanderkilometern werden 196, aus 45 Rundwanderwegen 27. Die weggefallenen Wege werden nicht dichtgemacht, sie werden nur nicht mehr ausgeschildert. Zudem wird der Schilderwald ausgelichtet, künftig gibt's einheitliche Hinweistafeln. Flaggschiff werden vier zertifizierte Premium-Wanderwege: Strecken, die ebenso schön wie abwechslungsreich sind und auch ein bisschen Kondition fordern.
Vom höchsten Punkt zwischen den Uracher Ortsteilen Wittlingen und Hengen, dem 778 Meter hoch gelegenen Wasserhochbehälter, sieht man auf der einen Seite Teck und Neuffen, auf der anderen bei guter Sicht - so wie gestern Morgen - die Alpen.
FOTO: Andreas Fink
Die Premium-Wanderwege hat der Gemeinderat bereits abgesegnet, jetzt geht's um den Feinschliff. Gemeinde- und Ortschaftsräte haben zu dem von der Fachgruppe Wandern (Forst, Biosphärengebiet, Albverein, städtische Wanderführer, Kurverwaltung) präsentierten Konzept einige Ergänzungen vorgelegt. So soll etwa ein Wittlinger Weg zum höchsten Punkt auf 778 Meter Meereshöhe (Bild oben) verlängert werden. Auch der Rulamanweg soll über die Schillerhöhle bis zum Hohenwittlingen »ausgeweitet« werden.
Alleinstellungsmerkmal
Verlängern ja, verbinden nein: Die große Ratsmehrheit lehnt die Pläne ab, zwischen Wanderwegen Verbindungen zu erstellen. »Wir haben uns bewusst dafür entschieden, Rundwanderwege auszuschildern und kein Netz aufzubauen«, sagt Tourismus-Chef Torsten Clement, »die Kosten in Umsetzung und Pflege für Verbindungswege zwischen Rundwegen stehen in keinem Verhältnis zum tatsächlichen Nutzen.«
Neues touristisches Leuchtturmprojekt sollen vier vom Deutschen Wanderverband und vom Deutschen Wanderinstitut zertifizierte Premium-Wanderwege sein. »Wir haben in Urach das Potenzial für gleich vier Wege«, freut sich Clement, »die brauchen wir, um auf dem umkämpften Wandermarkt bestehen zu können - ohne kommt man in manche Publikationen gar nicht mehr rein.« Die Uracher können sich mit der Ausweisung der Wege von anderen abheben: Auf der Alb gibt's Premium-Wanderwege sonst nur noch im Bereich Albstadt (die »Traufgänge«), die nächsten liegen im Schwarzwald.
Qualität hat ihren Preis
Die schöne neue Wanderwelt hat ihren Preis: Tourismus-Chef Torsten Clement rechnet mit 106 000 Euro. Rund 80 000 Euro werden die neuen Schilder kosten, mit 8 500 Euro schlägt die Digitalisierung zu Buche, für Konzeption und Beratung werden 17 500 Euro fällig.
»Wir würden gern bis zum Herbst fertig sein«, sagt Clement, »das ist auch zu schaffen - vorausgesetzt, wir bekommen bei der Haushaltsdiskussion auch das Geld, das wir angemeldet haben.« (GEA)
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