BAD URACH-SEEBURG. Rückenwind für Schloss Uhenfels: Die Träger Öffentlicher Belange - vom Geologischen Landesamt über das Regierungspräsidium, den Regionalverband bis zur Stadt Bad Urach - stehen hinter den Plänen des Wolfschlugener Unternehmers Willi Balz, der das Schlössle aus dem Jahr 1873 für einen siebenstelligen Betrag gekauft hat und jetzt aufwendig saniert. Nicht nur, um es schöner zu machen, sondern auch, weil das gute Stück fast eingefallen wäre - so sehr hatte der Zahn der Zeit an der Immobilie im neoromantischen Stil genagt.
Zusätzlich zur Außen- und Innensanierung will der Bauherr nebenan zwei Gebäude aus den 50er-Jahren abreißen und an ihrer Stelle ein Wohn- und Gästehaus auf einer Grundfläche von 20 auf 30 Metern hochziehen.
Wenn der Amtsschimmel wiehert
Bei einem Vor-Ort-Termin kam ein Dutzend Vertreter aller Behörden und Fachrichtungen zum Schloss. »Die Resonanz war durchweg positiv«, war jetzt im Uracher Gemeinderat zu hören. Auch dem geplanten Neubau stehen die Fachleute offen gegenüber. Was für die noble Familie Warburg am Anfang des Jahrhunderts noch luxuriös war, ist für eine sechsköpfige Familie im Jahr 2012 schlicht zu klein und unkomfortabel.
Die Uracher Gemeinde- und die Seeburger Ortschaftsräte sind froh, dass sich auf Schloss Uhenfels etwas tut - schon allein deshalb, weil es sonst verfallen wäre. »Die Sanierung ist allein optisch ein Gewinn«, sagt die Seeburger Ortsvorsteherin Uthe Scheckel, »uns hätte nichts Besseres passieren können.«
Das sieht auch ihr Wittlinger Amtskollege Konrad Hölz so. Dem gibt allerdings zu denken, wie viele Hürden ein Investor nehmen muss, um das Juwel überhaupt erst mal aufpolieren zu dürfen: »Das ist ein Paradebeispiel dafür, wie lange ein Amtsschimmel wiehern kann.« (and)
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