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Gesundheit - Krankenkassen-Report belegt: Die Menschen im Kreis Reutlingen sind selten körperlich krank

Psychische Probleme nehmen zu

Von Thomas Füssel

BAD URACH/REUTLINGEN. Die Zahl der psychisch Kranken nimmt zu. Überproportional. Betroffen sind vor allem auch jüngere Menschen, überwiegend Frauen. Zu diesem Ergebnis kommt der am Dienstag in der Ermstalklinik in Bad Urach vorgelegte Gesundheitsreport für das Jahr 2009 der Deutschen Angestellten Krankenkasse (DAK).

FOTO: dpa
Im Vergleich zum Vorjahr haben im Kreis Reutlingen die Ausfalltage bei den psychischen Erkrankungen um 44 Prozent zugenommen. Tendenz steigend. Der Kreis Reutlingen hat damit das Level des Kreises Tübingen erreicht, ist aber immer noch unter dem Landesdurchschnitt, so der Leiter des DAK-Servicezentrums in Reutlingen, Roland Stöß.

Schlafstörungen als Indiz

Dennoch, Stöß spricht von beunruhigenden Zahlen, vor allem weil immer mehr junge Menschen, wegen psychischer Probleme arbeitsunfähig sind. »Das fängt in der Schule an und setzt sich später fort.« Stöß: »Das sind immense Kosten, die auf uns zukommen.« Vor allem weil es sich hier meist um Langzeiterkrankungen handelt. Psychische Probleme stehen damit bei den Krankmeldungen an vierter Stelle (Vorjahr sechster Stelle), nach Erkrankungen des Atmungssystems, des Muskel-Skelett-Systems und Verletzungen.

Diese Zunahme wird auch von den Rententrägern bestätigt, ergänzt Dr. Joachim Weber von der Ermstalklinik, der in diesem Zusammenhang auf Schlafstörungen einging. Weber: »Schlafstörungen können der Nährboden für psychische Erkrankungen sein. Das ist ein stetiger Kreislauf.« So erhöhten chronische Schlafstörungen das Risiko, an Depressionen zu erkranken.

Laut einer Umfrage der Krankenkasse klagt jeder zehnte Arbeitnehmer in Baden-Württemberg über hochgradige Schlafstörungen, meist ausgelöst durch Stress und hohe Belastung. Das sind rund 500 000 Erwerbstätige. Doch zum Arzt gehe deshalb kaum jemand. Die meisten greifen zur Selbstmedikation. Das Problem, so Roland Stöß, seien deshalb nicht die Fehltage, sondern vielmehr die eingeschränkte Leistungsfähigkeit. Und dabei seien Schlafstörungen sehr häufig Begleitsymptome von Depressionen und Angststörungen, sagte Stöß weiter gegenüber der Presse.

Im Großen und Ganzen aber, so belegt der Gesundheitsreport, sind die Menschen im Kreis Reutlingen relativ gesund. So blieb die Zahl der Erkrankungen mit 2,6 Prozent konstant. Damit waren an jedem Tag des Jahres von 1 000 versicherten Arbeitnehmern 26 krankgeschrieben. Den niedrigsten Krankenstand mit 2,4 Prozent weist allerdings wie im Vorjahr der Kreis Tübingen auf, während Karlsruhe mit 3,2 Prozent die meisten Krankheitstage in Baden-Württemberg hat. Im Land liegt dieser Wert bei 2,8 Prozent, bundesweit bei 3,4 Prozent. (GEA)


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