Benefiz - Mozart afrikanisch: »MoZuluArt« gibt bei Advanced Unibyte ein Konzert für Hilfsprojekte des CVJM Neuhausen

Premiere für einen neuen Saal

VON MARTIN BERNKLAU

METZINGEN. Mozart trifft auf Afrika, Wiener Klassik auf die Stimmen des Schwarzen Kontinents. Es war die ausverkaufte Vorpremiere für einen neuen Veranstaltungssaal: Das Systemhaus Advanced Unibyte feierte seinen Einzug ins schmucke neue Firmengebäude in der Metzinger Paul-Lechler-Straße mit einem Benefizkonzert. Der CVJM Neuhausen hatte die Gruppe »MoZuluArt« eingeladen, um mit dem Konzerterlös zwei Schulprojekte in Afrika zu unterstützen.

FOTO: Martin Bernklau
Die 250 Plätze im Atrium der neuen Firmenzentrale – vor wenigen Tagen erst bezogen – waren schon vorab ausverkauft. Auch Oberbürgermeister Ulrich Fiedler hatte für die ganze Familie Karten erstanden. Nicht nur das funkelnagelneue, farbig ausgeleuchtete Ambiente galt es zu bestaunen, sondern auch eine höchst originelle Formation, für die sich CVJM-Organisator Heiner Löffler seit Langem begeistert.

»MoZuluArt« besteht aus drei sonoren Männerstimmen, die aus dem südafrikanischen Zimbabwe stammen und ihre Musik in Wien mit den Melodien des »österreichischen Lieblingskomponisten« kombinieren, wie ihn der Pianist und Arrangeur Roland Guggenbichler nannte: Mozart. Ein Streichquartett mit Könnern von den Wiener Sinfonikern komplettierte das Ensemble.

Projekte in Ghana und Tansania

Der CVJM Neuhausen hätte für seine zwei Projekte – ein Diakoniezentrum im tansanischen Tandala, Neuhausens Partnerstadt seit 1996, und die Gumyoko-Schule im Norden Ghanas – keine besseren Spendenbotschafter finden können und keinen besseren Gastgeber als das junge und sozial engagierte Unternehmen. Eine Spende zusätzlich zum Erlös war schon vorher zugesagt, auch die Überschüsse des firmeneigenen Caterings sollten den beiden Afrika-Projekten zufließen.

Diese zwei Klaviersonatensätze Wolfgang Amadé Mozarts und sein Rondo in D kennen auch Menschen dem Ohr nach, die nichts mit Klassik am Hut haben. Faszinierend war, wie bruchlos diese mit edlen Streichquartett-Arrangements ergänzten Melodien aus der geläufigen Hand von Roland Guggenbichler am E-Piano verschmolzen mit den Stimmen der (in Österreich auch klassisch ausgebildeten) südafrikanischen Sänger Ramadu, Vusa Mkhaya Ndlovu und Blessings Nqo Nkomo. Ganz unmerklich verschob sich die Atmosphäre von Mozarts Rokoko des kaiserlichen Wien auf den anderen Kontinent.

Ganz in Afrika war man dann bei einigen Weihnachtsliedern und ein paar ganz unbegleiteten A-cappella-Gesängen des Trios. Zum Ende des umjubelten ersten Teils kamen dann noch einmal das Klavier und die dezent zupfenden Quartettstimmen zu einer Art erstem Finale hinzu, dass wieder eine verspielt klassische Färbung in Richtung Haydn bekam.

Nach einer geselligen Pause bei Snacks und Getränken im Nebenraum setzte sich das fort mit einer Version von Mozarts Klavierfantasie d-Moll samt Streichersatz und Sologesang. Ganz gefühlvoll klang ein Lied im Zulu-Dialekt, dessen Titel der afrikanische Moderator dann halb österreichisch, halb schwäbisch mit »Dahoam« oder »Drhoim« übersetzte. Einem weihnachtlich hymnischen »Bethlehem«-Titel folgte für das hochamüsierte Publikum ein bisschen Sprachunterricht in Kehl-, Klick- und Knacklauten der Bantusprache, die der afrikanische Lehrer mit Zungenbrechern wie »Fischers Fritz« verglich. Zum ein bisschen Mitsingen reichte es dann doch.

Mit stehenden Ovationen

Die drei Wiener Zimbabwer flochten auch immer mehr Djembé und andere Percussion ein und begannen zu tanzen und zu steppen. Das machten ihnen nur zu gerne viele der Zuhörer und CVJM-Helfer nach, die sich ohne Sitzplatz die Freiheit dazu nehmen konnten. Beim Finale mit der Sarastro-Arie »In diesen heil'gen Hallen« aus der »Zauberflöte« trat der Mozart-Klang zusehends verfremdeter in den Hintergrund und machte suggestiven afrikanischen Rhythmen Platz. Am Ende erhob sich das ganze Publikum von den Plätzen und spendete minutenlang stehende Ovationen für »MoZuluArt«.

Für Advanced Unibyte war es noch vor der eigentlichen Einzugsfeier die großartige Feuertaufe eines neuen Konzert- und Eventsaals auch für die Metzinger Öffentlichkeit. Und bei den Neuhäuser CVJM -Veranstaltern waren nur strahlende Gesichter zu sehen, bevor noch der Erlös für die beiden Hilfsprojekte in Tansania und Ghana ausgezählt war. (GEA)

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