Mitgliederversammlung - Bezirksobst- und Gartenbauverband Metzingen ist zufrieden mit der reichhaltigen Ernte
Preis für die Früchte zog zum Saisonschluss an
METZINGEN. Nachdem das Jahr 2010 für die Obsterzeuger der Region lediglich durch eine durchschnittliche Ernte gekennzeichnet war, ergab der Ertrag für 2011 ein zufriedenes Ergebnis. Eine Aussage, die die Anwesenden der Mitgliederversammlung des Bezirksobst- und Gartenbauverbands Metzingen e.V. (BOGV) teilten. So lag der Preis für Mostobst ursprünglich bei sechs Euro pro Zentner und stieg dann bis zum Ende der Saison auf 9,50 Euro.
»Von den Wetterlagen her war es ein ungewöhnliches Jahr«
Ein entscheidender Faktor beim Obstbau ist das Wetter und so stand in der Metzinger Stadthalle das meteorologische Jahr 2011 im Mittelpunkt. Nachdem die stellvertretende Vorsitzende Ann-Carin Hahn bereits kurz darauf einging, sprach Metzingens Erster Bürgermeister Dietmar Bez in seinem Grußwort das »wichtige Thema« noch einmal genauer an und stellte die Frage in den Raum, ob die Wetterereignisse im vergangenen Jahr einen Teil des laufenden Klimawandels darstellten oder nicht.
Der Winter verabschiedete sich bereits im Februar, es folgten der »schneeärmste März seit 20 Jahren und der zweitwärmste April seit 100 Jahren«. Bereits im Mai blühten die Obstbäume, dafür regnete es im Juni an 19 Tagen und der Juli war sogar der niederschlagsreichste seit Beginn der meteorologischen Aufzeichnungen. Für sonnenhungrige Freibadfreunde eine Katastrophe, für die ausgetrocknete Natur allerdings ein Segen.
Erst im August hielt der Hochsommer Einzug und brachte somit auch ein paar Gewitter mit sich, die aber alle keine größeren Schäden an der Natur im Ermstal anrichteten. Der sich anschließende Altweibersommer hielt bis tief in den Oktober hinein an, bis es am 18. Oktober den ersten leichten Schneefall gab.
Der November ging als der trockenste je gemessene in die Bücher ein. In dem sonst so niederschlagsreichen Monat gingen gerade einmal zwei Prozent des durchschnittlichen Jahresniederschlags zu Boden.
Der nächste Rekord folgte im Dezember; er entwickelte sich zum nassesten letzten Monat im Jahr, der jemals in Deutschland aufgezeichnet wurde. »Von seinen Wetterlagen her, war das Jahr 2011 sehr ungewöhnlich«, bemerkte Dietmar Bez. Doch durch die reichhaltige Ernte hätten die Obstbauern letztlich davon profitiert.
Besonders freute sich Metzingens Bürgermeister, der selbst Vorsitzender des Kreisverbandes der Obst- und Gartenbauvereine im Landkreis Reutlingen ist, über den Bewusstseinswandel beim Thema Nachhaltigkeit im Streuobstanbau, der sich ein Stück weit in der Bevölkerung vollzogen hat. Aktiv war im vergangenen Jahr auch der Bezirksobst- und Gartenbauverband Metzingen, dessen Mitglieder aus Metzingen und seinen Teilorten, Grafenberg und Riederich sowie aus den Reutlinger Stadteilen Reicheneck und Sondelfingen kommen. Verschiedene Schnittkurse zur Baumpflege sowie Kurse zur Baumerziehung und Schädlingsbekämpfung wurden angeboten, ebenso Informationsreisen.
»Unser Verband hat zurzeit 880 Mitglieder, Abgänge konnten erfreulicherweise durch Neueintritte fast ausgeglichen werden«, berichtete Vorsitzender Johannes Jugel.
Langjährige Mitglieder wurden für ihre besondere Vereinstreue ausgezeichnet. 13 Personen erhielten für ihre 25- jährige Mitgliedschaft das Silberne LOGL-Bäumchen des Landesverbandes für Obstbau, Garten und Landschaft Baden-Württemberg. Für vierzig Jahre Vereinsmitgliedschaft erhielten elf Personen eine Auszeichnung. Fünf Personen wurden geehrt für ihre 50-jährige Treue.
Hermann Siegwarth, Heinz Straub und Anna Ott sind sogar bereits seit 60 Jahren Mitglied im BOGV und durften sich neben ihrer Urkunde über einen bunten Geschenkekorb freuen, den ihnen Johannes Jugel überreichte. Diesen erhielt auch der Vertreter der Max Holder GmbH, die bereits seit 70 Jahren beim Verein mit dabei ist. (tbö)
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